HOME

Zum Start des neuen Schuljahrs: Was in den Schulen alles anders wird

Nordrhein-Westfalen und Hamburg machen den Anfang, Berlin zieht nach: Die Sommerferien gehen in den ersten Bundesländern zu Ende. Wir haben gesammelt, was sich im neuen Schuljahr wo ändert.

Das deutsche Schulsystem befindet sich in einem ständigen Wandel. Was gestern beschlossen wurde, ist morgen schon wieder out. Und was für den Schüler in Freiburg gilt, ist für die Schülerin in Kiel keine Option. Auch zum neuen Schuljahr ändert sich für Schüler, Eltern und Lehrer wieder einiges.

Nordrhein-Westfalen

Ab diesem Schuljahr haben die Eltern das Wahlrecht, ob sie ihren Nachwuchs auf eine normale oder eine Förderschule schicken wollen. Genauso wie einige andere Bundesländer geht NRW weiter den Weg in Richtung Inklusion. Außerdem will das Bildungsministerium die Klassengrößen verringern. In Grundschulen sollen ab diesem Schuljahr nicht mehr als 23 Kinder in einer Klasse unterrichtet werden, in Realschulen, Gymnasien und Gesamtschulen höchstens 27 Schüler.

Hamburg

In Hamburg müssen Grundschüler von nun an am Ende der vierten Klasse einen Basiswortschatz von 785 Wörtern sicher beherrschen. Für die Schüler, die das Abitur nach zwölf Jahren anstreben, soll es künftig leichter werden: Die Hausaufgaben werden gedrosselt. Nicht mehr als eine Stunde täglich sollen für die Hausaufgaben anfallen.

Brandenburg

Rekord in Brandenburg: Rund 900 neue Lehrkräfte wurden eingestellt - das sind fast doppelt so viele wie im Jahr zuvor. Die Hälfte der Neueinstellungen wird benötigt, da die Stundenzahl der Lehrer gekürzt wurde. Die andere Hälfte ersetzt ausscheidende Lehrkräfte.

Schleswig-Holstein

Große Veränderung in den Grundschulen: Von Klasse ein bis vier gibt es in Schleswig-Holstein nun keine Noten mehr. Auch die Empfehlung für die weiterführende Schule entfällt. Ein Beratungsgespräch ist Pflicht, aber die Eltern entscheiden allein, an welche Schule ihr Kind gehen soll.

Mecklenburg-Vorpommern

In Mecklenburg-Vorpommern fehlen Lehrer. Um neue Kräfte anzulocken, hat die Landesregierung 50 Millionen Euro bereitgestellt, so sollen die Lernbedingungen verbessert werden. Außerdem wurden knapp 700 der landesweit 10.500 Pädagogen kürzlich in das Beamtenverhältnis übernommen.

Rheinland-Pfalz

Auch hier haben die Eltern vom Schuljahr 2014/15 an das Wahlrecht, ob sie ihren Nachwuchs auf eine Regelschule oder eine Förderschule schicken.

Hessen

In Hessen dürfen auch bisherige fünfte, sechste und siebte Gymnasialklassen zum Abitur nach neun Jahren zurückkehren. Das entscheiden die Schulen. Allerdings müssen die Eltern in einer anonymen Abstimmung einstimmig die Abkehr vom Abitur nach acht Jahren befürworten. Die Einstimmigkeit soll die Eltern unterstützen, die ihre Kinder bewusst für G8 angemeldet haben.

Saarland

Auch im Saarland dürfen die Eltern nun entscheiden, ob sie ihre Kinder auf eine Regelschule oder eine Förderschule schicken. Außerdem werden ab sofort grundsätzlich alle Kinder in sogenannten Regel-Grundschulen nahe des Wohnortes eingeschult und unterrichtet.

Niedersachsen

In Niedersachsen tritt eine heftig kritisierte Maßnahme in Kraft: Die Gymnasiallehrkräfte müssen dort künftig eine Stunde mehr pro Woche unterrichten - 24,5 Unterrichtsstunden. Die größere Veränderung für Eltern, Schüler und Lehrer kommt erst zum Schuljahr 2015/2016 - dann geht es nämlich zurück zum Abitur nach dreizehn Jahren.

Für einige Bundesländer, wie zum Beispiel Bayern, Sachsen und Sachsen-Anhalt, gibt es zum jetzigen Zeitpunkt noch keine abschließenden Informationen zum neuen Schuljahr. Da stecken die Kultusministerien noch in den Sommerferien

Viktoria Meinholz mit DPA

Wissenscommunity