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Gartentipps Pilze im Rasen: Woher sie kommen – und wie sie wieder gehen

Pilze im Rasen: Kleine Gruppe Fruchtkörper auf einer Wiese
Winzige Pilzsporen reichen aus, um den Rasen im Garten binnen kurzer Zeit in eine Pilzlandschaft zu verwandeln. 
© Christin Klose / Picture Alliance
Hurra, hurra, der Herbst ist da! Und mit ihm die Pilzsaison. Während Liebhaber von Steinpilz, Marone und Co. mit der Zunge schnalzen, verdrehen viele Gärtner derzeit die Augen. Denn in ihrem Rasen haben Pilze nichts verloren. Wir verraten, wie Sie die kleinen Hutträger wieder loswerden. 

Die Pilzsaison ist in vollem Gange. Auf Wiesen und in Wäldern schießen Rotfußröhrling, Steinpilz, Champignon und Co. zurzeit im großen Stil aus dem feuchten Boden. Ein Fest für Pilzsammler und alle, die im Herbst gern mit Pilzen kochen. Doch nicht alle freuen sich über die markant duftenden Lebewesen, die weder Tieren noch Pflanzen zugeordnet werden können. Am wenigsten willkommen sind Pilze und ihre aus dem Boden sprießenden Fruchtkörper in und auf den Rasenflächen von Klein- und Schrebergärtnern. Und zwar hauptsächlich aus ästhetischen Gründen. 

Warum sich Pilze im Rasen so wohl fühlen, wie man das robuste Wurzelgeflecht nachhaltig in die Mangel nimmt und welche Maßnahmen dabei helfen, Pilze aus dem Garten fernzuhalten, erklären wir im folgenden Artikel.

Wie kommen die Pilze in den Rasen?

Um zu verstehen wie sich Pilze ausbreiten, sollte man wissen, dass botanisch betrachtet nicht der sichtbare, sondern der unsichtbare Teil der eigentliche Pilz ist. Das sogenannte Myzel ist ein Wurzelgeflecht, das sich unter der Erde bildet und teils großflächig ausbreitet. Der sichtbare Teil, gemeinhin als Pilz bezeichnet, ist der Fruchtkörper und der Teil, der später in Topf oder Pfanne landet. Für den Pilz ist er lebenswichtig, denn er stellt sicher, dass sich dieser vermehren kann. An der Hutunterseite kleben winzige Pilzsporen, die vom Winde verweht oder beim Sammeln in der Natur verteilt werden. Und genau so gelangen die Pilze und ihre Fruchtkörper auch in und auf den Rasen von Kleingärten. Im Spätsommer und Herbst, wenn es noch ausreichend warm, aber auch schon sehr feucht ist, fühlen sich die Sporen auf der Wiese besonders wohl. Sie keimen und können sich schon binnen einer Nacht unter dem Rasen ausbreiten. Bis die Fruchtkörper sprießen, dauert es dann meist nicht mehr allzu lange.

Und auch die Kleingärtner selbst trägt dazu bei, dass sich Pilze in Grünanlagen rasant vermehren. Die Sporen heften sich an die Schuhsohlen, die Messer des Rasenmähers oder den Vertikutierer und breiten sich unbemerkt aus.

Welche Pilze wachsen üblicherweise in Gärten?

Üblicherweise tummeln sich neben Bovisten vor allem sogenannte Hutpilze in den Schrebergärten der Nation. Dazu gehören unter anderem der Feldegerling und der Wiesenchampignon. Aber auch Düngerlinge und einige Arten von Schwindlingen wachsen gut und gern auf feuchten Wiesen. Als Einzelgänger, gern aber auch in Gruppen, schießen sie bei feuchtwarmem Herbstwetter teils über Nacht aus dem Boden.

Noch weniger witzig finden Gärtner sogenannte Stresspilze, wie den Pythium. Der Eipilz lebt parasitisch, liebt die wonnigen spätsommerlichen Temperaturen und entwickelt sich in stark verdichteten Böden mit einem zu hohen pH-Wert (größer als 7,5) am besten. Sichtbar wird er nicht etwa durch Fruchtkörper. Er greift andere Pflanzen von unten an der Wurzel an, diese sterben ab und übrig bleiben hässliche braune Stellen im Rasen, die sich sukzessive ausbreiten. 

Pilze im Rasen: Austrocken, abzupfen, ausstechen

Was die Fruchtkörper der Pilze betrifft, haben Sie drei Möglichkeiten, ihren Rasen davon zu befreien.

  1. Sie warten Herbst und Winter ab. Sobald die Grasfläche richtig durchtrocknet, verschwinden die Fruchtkörper von selbst.
  2. Sie zupfen die Fruchtkörper vorsichtig und möglichst dich über dem Boden ab und entsorgen den Abfall im Hausmüll, damit die Sporen sich nicht weiter verbreiten. Gründliches Händewaschen nicht vergessen!
  3. Sie stechen die Fläche rund um die Fruchtkörper großzügig aus. Auch dieser Abfall hat nichts auf dem Kompost zu suchen und gehört in den Restmüll. Auf den kahlen Flächen können Sie nun Rasen nachsäen.

Wichtig: Die Fruchtkörper mit dem Rasenmäher zu köpfen, ist die denkbar ungünstigste Taktik. Die Sporen werden so im ganzen Garten verteilt und Sie bewirken genau das Gegenteil. 

Rasen stärken mit Stickstoff, Kalium und Phospor

Wer vermehrt Pilze mit Fruchtkörper auf seiner Rasenfläche feststellt, hat möglicherweise noch ein anderes Problem. Der Boden leidet womöglich unter Nährstoffmangel. Zudem könnte Staunässe den Pilzen in die Karten spielen. Ursache hierfür ist unter Umständen zu häufiges und langes Wässern. Die Lösung ist also recht simpel. Verzichten Sie hin und wieder aufs Gießen – und verpassen Sie Ihrem Rasen eine großzügige Portion Langzeitdünger und einige Bodenaktivatoren. Der im Dünger enthaltene Stickstoff fördert das Wachstum der Gräser, Kalium und Phospor kümmern sich um die Widerstandskraft und kräftigen die Wurzeln. Die Mineralien und Algen des Aktivators bremsen das Pilzwachstum und regen das Bodenleben an. 

Tipp: Achten Sie beim Rasen nachsäen darauf, dass Sie den Boden sorgfältig umgraben und alle Pflanzenreste auflesen. Vergessenes Totholz könnte später das Pilzwachstum anregen. 

Stresspilze im Garten: Erkennen und bekämpfen

Sogenannte Stresspilze breiten sich vorzugsweise bei sehr hohen Tages- und Nachttemperaturen, kombiniert mit einer hohen Luftfeuchtigkeit aus. Bodenverdichtungen und übertriebenes Düngen, beispielsweise mit Stickstoff, spielen den Pilzen zusätzlich in die Karten. Stresspilze können leicht mit Trockenschäden verwechselt werden. Zupft man eine Einzelpflanze aus dem Rasen, geht das sehr leicht, wenn der Rasen von Stresspilzen befallen ist. In der Regel reißt der bräunlich verfärbte Wurzelhals ab. Aus kleinen Flecken entwickeln sich bei idealen Bedingungen schnell größere Flächen. Folgenden Maßnahmen helfen, Stresspilzen vorzubeugen oder sie wieder loszuwerden.

  • Beregnung nur in den Morgenstunden
  • Regelmäßiges Vertikutieren
  • Gleichmäßige Nährstoffversorgung
  • Regelmäßige Kontrolle des pH-Wertes
  • Saatgutmenge beim Nachsäen beachten

Im Grunde müssen Sie den Pilzen genau das nehmen, was sie zum Wachstum brauchen. Graben Sie ihnen das Wasser ab. Sorgen Sie mit dem Vertikutierer dafür, dass der Boden dauerhaft und gut durchlüftet ist. Gönnen Sie dem Rasen immer mal wieder einen Schwung Dünger (aber nicht zu viel) und achten Sie vor allem jetzt im Herbst darauf, nach dem Rasen mähen, das Schnittgut und die herabgefallenen Blätter konsequent zu entsorgen.


Quellen: Meine Gartenwelt; "ndr.de"; rasenkrankheiten.com


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