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Gartentipps Regenwasser sammeln: Tonne, Tank, Zisterne – so fängt man jeden Tropfen clever auf

Regenwasser sammeln: Grüne Regentonne mit Deckel steht hinter einer Gartenlaube
Puristisch und preiswert: Klassische Regentonnen haben viele Vorteile. Bei ergiebigem Niederschlag stoßen sie aber recht schnell an ihre Grenzen.
© Jan Sägert
Trinkwasser ist kostbar. Regenwasser auch. Deshalb sollten Gärtner und Hausbesitzer verantwortungsbewusst damit umgehen. Regenwasser sammeln: Wir erklären, wie man das kühle Nass von oben clever auffängt.

Es ist wie verhext. Zwei Wochen lang fällt kein einziges Tröpfchen vom Himmel. In der Regentonne herrscht gähnende Leere. Damit die mühsam vorgezogenen Tomaten, Gurken und Zucchini, aber auch der Rasen nicht verdursten, muss der Gartenschlauch und damit zwar klares, aber meist auch sehr kalkhaltiges, eher hartes Wasser, her. Doch plötzlich – aus dem Nichts, öffnet der Himmel die Schleusen. Binnen Stunden rauschen Hunderte Liter feinstes Regenwasser durchs Fallrohr in die Tonne. Die muss irgendwann aufgeben. Und das eben noch schmerzlich vermisste Nass von oben versickert auf Nimmerwiedersehen. Das geht besser.

Wir erklären, wie Regenwasser sammeln richtig geht. Warum sich runde Tonnen besser eignen als eckige – und wie man verhindert, dass die Regensammler überlaufen.

Regenwasser sammeln: Diese zwei Optionen gibt es

Regenwasser ist kostbar. Auch, weil es in einigen Regionen Deutschlands immer seltener regnet. Viel mehr aber, weil es weder Chlor, noch sonstige chemische Zusätze enthält, die vielen Pflanzen im Garten überhaupt nicht schmecken. Dazu kostet das weiche, wohltemperierte Regenwasser keinen Cent. Und umweltfreundlich ist es obendrein. Doch wie lässt sich der Segen von oben nun am effektivsten einsammeln? Je nachdem wie groß der Aufwand sein soll, haben sich zwei Varianten durchgesetzt. Wer es schnell und unkompliziert mag, ist mit einer oder mehreren Regentonnen am besten beraten. Deutlich aufwändiger zu installieren und teurer, dafür um Einiges pflegeleichter, sind Erdtanks oder Zisternen. Die fassen ein Vielfaches an Regenwasser, müssen dafür aber im Erdreich versenkt werden.

Klassisch, kompakt, unkompliziert: Die Regentonne

Insbesondere bei Schrebergärtnern die erste Wahl, wenn es ums Regenwasser sammeln geht. Regentonnen in allen Farben und Formen gibt es in jedem größeren Baumarkt. Meist inklusive Deckel und Wasserhahn. Auf einen stabilen Sockel unter den Dachrinnenablauf stellen, fertig. Experten empfehlen, Regenwasser möglichst in einer runden Tonne zu sammeln. Hier verteilt sich der immense Druck der bis zu 1.000 Liter Regenwasser gleichmäßiger auf die Wand. Eckige Tonnen müssen mit Aluminiumstreben stabilisiert werden. Ist die Tonne randvoll, könnten die Wände dem Druck nachgeben und bersten. 

Tipp: Schließen Sie die Regentonnen immer mit einem Deckel. Offene Tonnen sind nicht nur für kleine Kinder gefährlich – auch viele Insekten kommen aus eigener Kraft nicht wieder heraus.

Vorteile

Nachteile

kompakt und platzsparend 

begrenztes Fassungsvermögen

preiswert

der UV-Strahlung ausgesetzt 

keine Genehmigung nötig

meist nicht frostsicher

bequeme Wasserentnahme

Welche Regentonne ist die richtige?

Damit Sie bei Bedarf immer genug Wasser in der Tonne haben; das Wasser aber auch nicht wochenlang ungenutzt im Fass steht und dreckig wird, sollten Sie Ihr Gießverhalten analysieren. Überschlagen Sie, wie viele Kannen (und damit Liter) Wasser sie an einem heißen Tag durchschnittlich zum Wässern benötigen. Multiplizieren Sie das mit dem Faktor zehn. So viele Tage vergehen statistisch in Deutschland zwischen zwei Regentagen. Drei Kannen à zehn Liter ergeben für zehn Sommertage demnach etwa 300 Liter Wasser. So groß sollte die Tonne also mindestens sein. Bei größeren Grundstücken stößt man damit schnell an Grenzen. Hier ist die oberirdische Variante häufig nicht die effizienteste Lösung.

Mehr Regenwasser sammeln: Erdtank oder Zisterne

Wer im größeren Stil Regenwasser sammeln möchte, muss nicht nur tiefer in den Geldbeutel greifen, sondern auch ordentlich buddeln. Denn Erdtanks oder Zisternen werden in der Regel komplett im Erdreich versenkt. Diese unterirdischen Tanks fassen bis zu 4.000 Liter Regenwasser und werden direkt an das Regenfallrohr angeschlossen. Abgenommen wird das Wasser über eine elektrische Tauchpumpe. Das Ganze klingt nicht nur aufwändig. Während Erdtanks meist aus stabilem, haltbarem Kunststoff bestehen, können Zisternen auch aus Beton gefertigt sein. Ein automatischer Überlauf leitet überschüssiges Wasser direkt in Kanalisation oder das Erdreich ab. 

Wichtig: Das Ableiten von Regenwasser in die Kanalisation muss von der zuständigen Behörde der Stadt oder Gemeinde genehmigt werden. Im Gegenzug sinken die Abwasserkosten, wenn viel Regenwasser aufgefangen und entsprechend genutzt wird.

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Vorteile

Nachteile

großes Fassungsvermögen

Genehmigung erforderlich

frostsicher

aufwändige Installation

konstante Wassertemperatur

zusätzlicher Filter nötig

vor UV-Strahlung geschützt

automatischer Überlauf

Regenwasser sammeln: Was die Pflanzen davon haben

Kostbares Trinkwasser an den Apfelbaum oder die Salatgurke zu kippen, ist immer nur die zweitbeste Lösung. Das aufbereitete Wasser aus der Leitung ist oft nicht nur zu kalt, sondern je nach Region auch mehr oder weniger kalkhaltig und mit Fluor oder Chlor versetzt. Das bekommt vielen Zierpflanzen, aber auch einigen Gemüsearten auf die Dauer nicht. Die Vorteile von Regenwasser liegen damit auf der Hand. Es ist meist wohltemperiert und frei von allen Zusätzen, die ungehindert in den Boden sickern könnten. 

Quellen:"mein-schoener-garten.de"; "ndr.de"; Stadtwerke Düsseldorf

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