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Kalender Schaltjahr 2020: Warum der 29. Februar ein besonderer Tag ist

Schaltjahr: Frau zeigt mit dem Finger auf Kalenderblatt mit einer 29
Nur alle vier Jahre können an einem 29. Februar geborene Menschen ihren Geburtstag standesgemäß und pünktlich feiern. 2020 ist es wieder soweit. (Symbolfoto)
© Jan Woitas / Picture Alliance
"Heut ist so ein schöner Tag" – Zehntausende Menschen in Deutschland dürfen nach drei Jahren Pause wieder ihren Geburtstag feiern. Infos und Fun-Facts über den 29. Februar.

Der 29. Februar vergeht für die meisten wahrscheinlich genauso, wie alle anderen Tage, auch wenn er nur jedes vierte Jahr ansteht. Doch Zehntausende Menschen in Deutschland können endlich an ihrem wirklichen Geburtstag feiern – und müssen nicht auf den 28. Februar oder den 1. März ausweichen. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum 366. Tag...


In welchen Jahren gibt es einen 29. Februar?

Das Grundprinzip ist recht simpel. Denn der 29. Februar steht immer im Kalender, wenn die Jahreszahl durch vier teilbar ist. Für alle Sportfans: In der Regel ist jedes Jahr, in dem Olympische Sommerspiele stattfinden auch ein Schaltjahr. 2020 ist ein Schaltjahr, wie auch 2016 und 2012 welche waren. Ausnahme sind Jahre, die zugleich durch 100 teilbar sind. Daher hatten die Jahre 1800 und 1900 keinen 29. Februar, genauso wenig wird 2100 einen haben. Doch keine Regel ohne Ausnahme: Ist das Jahr durch 400 teilbar, gibt es wieder einen 29. Februar – so wie im Jahr 2000.

Warum ist das so kompliziert?

Ganz einfach: weil die Erde die Sonne nicht in exakt 365 Tagen umrundet, sondern in 365 Tagen, fünf Stunden und knapp 49 Minuten. Damit dieses sogenannte Tropische Jahr möglichst mit dem Kalenderjahr übereinstimmt, wird (mit Ausnahmen) alle vier Jahre ein 366. Tag eingefügt. Würde man das unterlassen, fiele Weihnachten irgendwann in den Hochsommer. Doch trotz der komplizierten Berechnung hinkt das Kalenderjahr im Schnitt immer noch 27 Sekunden hinterher. Das summiert sich und heißt: In einigen Jahrhunderten muss wohl ein Mal ein weiterer zusätzlicher Tag ausgerufen werden.

Sind diese Geburtstagskinder etwas Besonderes?

Nun ja, zumindest was das Datum angeht. Die Chancen, an einem 29. Februar geboren zu werden, liegen bei etwa 1 zu 1461. Viermal wahrscheinlicher – also 4 zu 1461 – passiert das an einem anderen Datum. Um solche Zahlenspielereien scherte sich die norwegische Familie Henriksen aber nicht: In allen drei Schaltjahren in den 1960ern wuchs sie an einem 29. Februar an – die Geschwister Heidi (1960), Olav (1964) und Leif-Martin (1968) erblickten jeweils im Abstand von vier Jahren das Licht der Welt. Derselbe Coup gelang später den Amerikanern David und Louise Estes mit Xavier (2000), Remington (2004) und Jade (2008), jeweils dazwischen hatte das Paar noch zwei weitere Kinder.

Gibt es auch Promis, die am 29. Februar geboren sind?

Natürlich. Das wohl bedeutendste Geburtstagskind ist Gioachino Rossini. Der 1792 in Pesaro geborene italienische Komponist schuf Klassiker der Komischen Oper wie den "Barbier von Sevilla". Im Alter von 37 Jahren und einem Werk von 39 Opern trat er von der Bühne ab – und lebte noch fast 40 Jahre. Zu den noch lebenden Schaltjahr-Berühmtheiten gehören die Schriftsteller Martin Suter und Benedict Wells, Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez sowie Fußballprofi Benedikt Höwedes und Model Lena Gercke, die 2006 die erste Staffel von "Germanys next Topmodel" gewann.

Warum wurde der Tag an den Februar angehängt?

Der Ursprung dafür liegt in der Antike. Im Alten Rom endete das Jahr lange Zeit tatsächlich im Februar, während es mit dem Martius (März) begann. Unser heutiger zwölfter Monat war der zehnte, daher heißt er auch Dezember (vom lateinischen Wort "decem", "zehn"). Das römische Jahr zählte über Jahrhunderte 355 Tage; jedes zweite Jahr wurde ein ganzer Schaltmonat hinter den Februar gesetzt, um den Kalender dem Sonnenstand anzugleichen. Roms Herrscher Julius Caesar beendete dann 46 vor Christus dieses Prozedere und führte längere Monate und nur noch einen einzigen Extratag alle vier Jahre ein. Dieser lag weiter Ende Februar, obwohl mit der Julianischen Kalenderreform der Jahresanfang endgültig auf den 1. Januar sprang.

js DPA

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