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USA Holzspielzeug zum Heizen: Wie texanische Eltern ihre Kinder vor Kälte schützten

Der plötzliche Kälteeinbruch hat viele Texaner überrascht 
Der plötzliche Kälteeinbruch hat viele Texaner überrascht 
© dpa
Nach einem historischen Wintereinbruch im US-Bundesstaat Texas fiel in Millionen Haushalten der Strom aus, der auch zum Heizen genutzt wird. Texanische Eltern teilten auf Twitter, wie sie ihre Kinder in der Zeit versorgen – mit herzzerreißenden Mitteln.

Im US-Bundesstaat Texas traf überraschend der Winter ein – mit chaotischen Konsequenzen. Der Staat ist wärmere Temperaturen gewohnt und war auf den Kälteeinbruch mit bis zu minus 20 Grad Celsius nicht vorbereitet. Mit einem erhöhten Heizbedarf brachen die örtlichen Stromnetze zusammen, Millionen Haushalte mussten teilweise über 40 Stunden ohne Licht und Heizung auskommen. Da durch die Kälte Wasserrohre zerplatzten, war auch die Wasserversorgung unterbrochen. Texanische Bürger bekamen zum Teil absurd hohe Stromrechnungen.

Eltern hatten große Mühe, ohne Strom und fließendes Wasser ihre Kinder vor der Kälte zu schützen oder gar richtig zu versorgen. Auf Twitter teilten sie, wie sie mit herzzerreißenden Mitteln versuchten die Räume zu heizen oder Essen zuzubereiten. Die Politik steht derweil in der Kritik.

Eltern verbrennen Betten und Spielzeug

Der Energiekonzern ERCOT entschuldigte sich über Twitter bei seinen Kunden und äußerte Verständnis für die Schwere der Situation. Die Antwort eines offensichtlich verärgerten Vaters ließ nicht lange auf sich warten: "Bei allem Respekt, aber ich glaube, Sie verstehen nicht, wie schwer das wirklich ist. Ich musste die Krippe meines Babys zersägen, damit wir ein Feuer machen konnten. Und jetzt verbrennen wir Spielzeug (Holzklötze). Wir sind seit Montag um 5:40 Uhr ohne Strom", schrieb er.

Eine Mutter postete das Bild eines Grillrosts mit Teelichtern darunter und schrieb: "Ich musste gerade Abendessen für 6 Kinder mit TEELICHTERN machen, also bitte ich Texas, wieder für Strom zu sorgen."

Der NBC-Reporter Mike Hixenbaugh berichtete unterdessen, dass der Strom ausfiel, seine Wasserrohre zerplatzten und er in der Dunkelheit nicht gesehen habe, wie sein Kleinkind beinahe an einer Erdnuss erstickt sei. Seine Frau und er seien bei Glatteis in die Notaufnahme geeilt, wo es nicht mal genügend Wasser für die Klospülung gegeben haben soll. Das Kind wurde notoperiert und ist mittlerweile wohlauf.

Texanische Häuser sind nicht für die Kälte gemacht

Während in dem Bundesstaat im Februar Temperaturen um die 15 Grad Celsius normal sind, brachten die Minusgrade das gesamte Versorgungssystem zum Kollaps. Die Häuser in Texas seien nicht ausreichend gedämmt, um sie bei dieser Kälte zu heizen, schrieb ein Vater in seinem Posting.

"Meine Kinder frieren und sind müde", teilte er sichtlich resigniert mit. Eine weitere Mutter berichtete, wie sie nahezu alles aus Holz verbrannt habe. "Sie sagen, die Elektriker kämen aufgrund des Wetters nicht durch, aber sie haben auch keine Anstalten gemacht, den Schnee zu räumen oder Salz zu streuen."

Gouverneur steht unter Kritik

Der republikanische Gouverneur Greg Abbott berief zwar am vergangenen Wochenende eine Notfallsitzung, um die gestiegenen Strompreise zu besprechen, habe aber sonst zu wenig gemacht, heißt es in Medienberichten. "Alles, was er getan hat, ist eine Untersuchung seiner eigenen Administration zu fordern“, kritisiert ihn der Demokrat Conor Kenny aus Austin in der "Washington Post" Die Umfragewerte von Abbott und weiteren Republikanern befinden sich auf Talfahrt. Nächstes Jahr steht sein Amt zur Wahl.

Quelle: Twitter, Motherly, Washington Post

yak

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