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Mysteriöses Massensterben In Botswana sterben hunderte Elefanten – die Suche nach der Ursache läuft

Sehen Sie im Video: Massensterben in Botswana – Hunderte tote Elefanten beunruhigen Experten. im südlichen Afrika: Hunderte tote Elefanten beschäftigen derzeit die Behörden in Botswana. Die Kadaver von mehr als 400 Dickhäutern waren in den letzten Wochen im Okavangodelta entdeckt worden. Die Todesursache ist nach Angaben von Experten noch völlig unklar. Wilderei oder eine Vergiftung der Tiere durch Menschen schließen sie aus, Stoßzähne waren nicht entfernt worden. Der ersten Tiere waren demnach Anfang Mai verendet. Spezialisten sind unterwegs, um Proben zu nehmen. Erst nach deren Analyse kann eine genau Aussage getroffen werden. Die Zahl der Elefanten in Afrika nimmt seit Jahrzehnten ab. In Botswana hat ihre Zahl jedoch seit den 1990ern von 80.000 auf 130.000 zugelegt. Hier leben inzwischen etwa ein Drittel aller Elefanten Afrikas.
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Seit Anfang Mai sind im südafrikanischen Botswana mehr als 350 wild lebende Elefanten gestorben. Wilderei und Vergiftung können als Ursachen ausgeschlossen werden. Die Regierung und Tierschützer stehen vor einem Rätsel.

Im südafrikanischen Botswana treibt ein mysteriöses Elefantensterben Tierschützer um. Seit Anfang Mai wurden nach übereinstimmenden Medienberichten mehr als 350 tote Elefanten im bei Touristen beliebten Okavango-Delta, einer Region im Norden des Landes, gesichtet. Wie die BBC berichtet, hatte die Wohltätigkeitsorganisation National Park Rescue die örtlichen Naturschützer erstmalig über das mysteriöse Elefantensterben unterrichtet. Dr. McCann, Mitglied der Organisation, sagte, sie hätten "169 tote Elefanten in einem dreistündigen Flug entdeckt". "Einen Monat später fanden wir durch weitere Untersuchungen eine Gesamtzahl von 350." Über die Ursache des Sterbens gibt es bis heute keine Klarheit. 

Noch lebende Elefanten wirken schwach und lethargisch

Nach einem den Medien zugespielten, vertraulichen Bericht der Tierschutzorganisation Elephants Without Borders (EWB) waren mehr als zwei Drittel der Tiere bereits im Mai gestorben, der Tod der restlichen 30 Prozent scheint jüngeren Datums zu sein. Laut dem auf den 19. Juni datierten Bericht könnte das Massensterben vor rund drei Monaten begonnen haben. Die Elefanten seien offenbar unabhängig von ihrem Alter und Geschlecht betroffen, schrieb EWB-Chef Michael Case. Sie hätten noch lebende Tiere angetroffen, die aber schwach, lethargisch und ausgezehrt gewirkt hätten, berichtete Case weiter. Einige von ihnen seien desorientiert und lahmten. "Wir haben einen Elefanten beobachtet, der im Kreis herumlief und es auch trotz der Hilfe anderer Tiere aus seiner Herde nicht schaffte, die Richtung zu wechseln." Einige Todesursachen konnten bereits ausgeschlossen werden:

Wilderei

"Wir haben Wilderei und Vergiftung ausgeschlossen, da die Kadaver mit intakten Stoßzähnen gefunden wurden", sagte der regionale Wildlife-Koordinator Dimakatso Ntshebe der Deutschen Presse-Agentur.

Vom Mensch verursachte Vergiftung

Auch Vergiftung durch menschliches Einwirken wird nicht die Ursache gewesen sein. "Es sind ausschließlich Elefanten, die sterben, und keine anderen Tiere", sagte Dr. McCann. "Wenn Cyanid, das von Wilderern verwendet wird, die Ursache wäre, würde man noch andere Tode erwarten."

Milzbrand

Wie die BBC berichtet, hat Dr. McCann auch die Krankheit Anthrax, also Milzbrand, ausgeschlossen. An der Krankheit sind vergangenes Jahr mehr als 100 Elefanten in Botswana gestorben. 

Weitere Untersuchungen sollen nun Licht ins Dunkel bringen

Proben der toten Tiere seien für Tests in die Nachbarländer Südafrika und Simbabwe sowie in die USA geschickt worden, sagte ein Regierungsbeamter. Aktuell warte man auf die Ergebnisse. Als mögliche Todesursache wird folgendes Szenario in Betracht gezogen:

Natürliche Vergiftung oder Krankheit

Die Art und Weise, wie die Tiere zu sterben scheinen – viele fallen auf ihre Gesichter – und die Sichtungen anderer Elefanten, die im Kreis laufen, deuten auf etwas hin, das möglicherweise ihr neurologisches System angreift, sagte McCann der BBC. Ohne die Quelle der Krankheit zu kennen, kann ein Übersprung auf die menschliche Bevölkerung nicht ausgeschlossen werden. McCann verweist auf die Corona-Pandemie, die ebenfalls durch die Übertragung vom Tier auf den Mensch ausgelöst wurde. "Ja, es ist eine Naturschutzkatastrophe – aber es kann auch zu einer Krise der öffentlichen Gesundheit kommen", sagte er.

Botswana hat in Afrika einen guten Ruf in Sachen Natur- und Tierschutz und ist bei Touristen beliebt. Im Vorjahr gab es allerdings international Empörung wegen der Aufhebung des Elefantenjagdverbots. Während die Zahl der Elefanten in vielen Regionen Afrikas zurückgeht, ist sie in dem Binnenstaat laut offiziellen Angaben von etwa 50.000 im Jahr 1991 auf gut 130.000 Tiere angestiegen.

Quellen: BBC, Sky News

Mit Material der DPA und AFP

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