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Ausstellung Iris Andraschek: Hippies brauchen weder Reichtum noch Kleidung

Sie leben in Kanadas Natur und interessieren sich nicht für Luxus und Geld, sondern für eine gesunde Lebensweise. In ihrer Kommune genießt eine Gruppe Hippies das Leben in der Gemeinschaft und hilft sich auch in Notlagen.

Perfekte Zusammenarbeit zwischen Fotografin und Motiv: In den märchenhaften Bildern, die die österreichische Fotografin Iris Andraschek in einer kanadischen Hippie-Kommune machte, entschieden die "Models", was sie tragen

Perfekte Zusammenarbeit zwischen Fotografin und Motiv: In den märchenhaften Bildern, die die österreichische Fotografin Iris Andraschek in einer kanadischen Hippie-Kommune machte, entschieden die "Models", was sie tragen

Die österreichische Fotografin Iris Anraschek hat 2002 für vier Monate in Durham, Ontario, in Kanada gelebt. Der Ort liegt etwa 160 Kilometer nordwestlich von Toronto und hat eine ganz eigene Aura und Geschichte: In den 1970ern wollte ein deutscher Farmer die Qualität von Nahrungsmitteln, insbesondere Babynahrung, in der Region verbessern. Aus diesem Grund zogen damals viele Familien aus Toronto dorthin, im Laufe der Jahrzehnte bildete sich eine Art Kommune daraus. Die Menschen waren jedoch nicht nur über bewusste Ernährung miteinander verknüpft, sondern gründeten auch eine Schule, eine Galerie, einen Tauschzirkel und einen Bioladen. Zudem verbrachten sie ihre Freizeit gemeinsam und unternahmen unterschiedlichste Aktivitäten miteinander.

Iris Andraschek erzählt: "Diese Communitas ist keine Kommune im herkömmlichen Sinne, sondern eine lose Gemeinschaft, die sich in einer sehr speziellen Art zur derzeitigen Gesellschaft verhält und eine Art vorbildliche, soziale, antikapitalistische Lebensform gewählt hat. Das hat über die Zeit immer wieder Menschen verschiedenster Herkunft angezogen. Der starke soziale Aspekt dieser Gemeinschaft zeigt sich besonders im Notfall: Personen, die sich in prekären Situationen befinden, in Schwierigkeiten stecken, werden gestützt. Für sie wird Verantwortung übernommen und es wird versucht, ihre Situation zu verbessern. So können Menschen, die in der 'normalen' Gesellschaft an den Rand gedrängt würden, ein würdiges und freies Leben führen."

Bei ihrer Fotografie hat sich Andraschek um eine poetische Annäherung bemüht. Sie beschreibt ihre Herangehensweise so: "Die Schauplätze, zum Beispiel ein Privathaus voller Kleider und ein Waldsee, um den jährlich der Tauschzirkel gefeiert wird, habe ich ausgewählt. In den Bildern sind die Frauen Akteurinnen, spielen ihre Rollen gut, bilden aber zugleich sich selbst ab. Die Kleider, die sie tragen, haben sie zum Fototermin extra mitgebracht. Selbstbestimmt und bestimmend." Die Fotoreihen "Best left at home with friends" und "Curious, nervous, but nothing happens" entstanden. 2010 war die Fotografin noch einmal vor Ort und hat die Serie "Awake until the night is silent" fotografiert, um ihr Werk zu vollenden. Unter dem letzten Titel hat sie ihre Arbeiten als Buch veröffentlicht. Derzeit sind die Fotografien in einer Ausstellung in der Galerie Fotohof in Salzburg zu sehen. 

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