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Eisklettern auf Island: Mit Steigeisen durch surreale Landschaften

Blau schimmert das Gletschereis, grün der Nachthimmel durch das Polarlicht: Die märchenhaften Bilder entstanden bei winterlichen Klettertouren auf Island. Tim Kemple hat die Weltcup-Eiskletterer fotografiert.

Eisgewölbe mit Kletterer unterm Sternenhimmel

Langzeitbelichtung vom nächtlichen Eisklettern mit der Stirnlampe mit Sternenhimmel und grünen Polarlichtern

"Gemeinsam mit dem slowenischen Weltcup-Eiskletterer Klemen Premrl bin ich nach Island gereist, auf der Suche nach Eis, wie wir es noch nie geklettert hatten", erzählt die Schweizer Bergsteigerin Rahel Schelb. "Und was wir gefunden haben, hat uns schlicht umgehauen. Wir zogen einfach los, nur mit einem Seil, ein paar Eisschrauben und unseren Eisgeräten im Rucksack. Ob wir auch wirklich Eis finden, wussten wir nicht."

Im Süden Islands der vom Vatnajökull, der größte Gletscher Europas, bedeckt wird, wurden sie mehr als fündig. Mit ihrer Eisausrüstung betraten sie nicht einfach die riesige Eisfläche des "Wassergletschers", so die wörtliche Übersetzung des isländischen Wortes, sondern drangen in die Tiefe vor: Sie wagten sich durch die Gletschertore, aus denen das Schmelzwasser strömt, unter das Eis und fanden sogenannte Gletschermühlen", ausgewaschene Eislöcher mit senkrechten Schächten, die zurück zur Oberfläche des Vatnajökull und damit zurück ins Licht führten. An den senkrecht bis überhängenden Eiswänden arbeiteten sie sich mit ihren Steigeisen und Eisäxten nach oben.

Ihr Abenteuer wurde von dem Action-Fotografen Tim Kemple aus den Vereinigten Staaten dokumentiert. In Zusammenarbeit mit Smugmug-Films entstand auch der 16-minütige Youtube-Clip "Climbing Ice - The Iceland Trifecta", der auf dem 40. Banff Mountain Film Festival zu den Finalisten auserkoren wurde.

Für Rahel Schelb wurde gerade das nächtliche Klettern im Banne des grün flackernden Polarlichtes zu einem unvergesslichem Erlebnis. "Dass wir aber eine solche Märchenwelt entdecken würden, das hätten wir uns nie träumen lassen!", sagt die Schweizer Alpinistin.

 

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