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Propgandakunst aus Nordkorea: Macht Platz, ihr strammen Patrioten - für die Realität!

Sozialistischer Realismus sind fröhliche Arbeiter, pralle Natur und Optimismus allerorten - natürlich auch in Nordkorea. Eine holländische Fotokünstlerin hat den Propaganda-Kitsch um eine Facette erweitert: die Realität. 

Nordkorea-Propaganda Traktor

Ein Paradies der werktätigen Bevölkerung mit fröhlichen Menschen vor praller Natur. Der Alltag aber sieht um einiges karger aus.

Man muss schon etwas genauer hinsehen, um zu erkennen, was Alice Wielinga da eigentlich genau macht: Da ist zuerst der quietschbunte Propaganda-Kitsch, sozialistischer Realismus eben, der mit der Realität in Nordkorea ungefähr gar nichts zu tun hat. Dieser offenkundige Widerspruch hat die niederländische Fotokünstlerin dazu inspiriert, dem offiziellen Selbstbild das echte Land, die echten Leute hinzufügen. Da ist zum Beispiel zu sehen, wie der (frühere) Führer Kim Jong Il heroisch auf das Meer hinausschaut - und auf einen heruntergekommenen Kahn blickt. Schönmmalerei trifft auf kühle Bestandsaufnahme.

Ausstellung in Holland und USA

Alice Wielinga war vor zwei Jahren lange unterwegs in dem isolierten Land. "Während meiner Reise habe ich zahlloses Propaganda-Material gesammelt - und danach mit Fotos kombiniert, die ich in Nordkorea geschossen habe", sagt die Künstlerin über ihr Projekt "North Korea, a Life between Propaganda and Reality". Ihre Bilder seien eine Dekonstruktion nordkoreanischer Propaganda, so die Holländerin.

Die Fotomontagen sind auch auf Ausstellungen zu sehen: Etwa bis Ende August im Drents Museum in Assen, Niederlande und bis Anfang Oktober im Museum für zeitgenössische Fotografie in Chicago, USA.

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