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Robert-Mapplethorpe-Ausstellung: Ist das Kunst - oder schon Porno?

Zu Lebzeiten war der Fotograf Robert Mapplethorpe höchst umstritten, galt als Grenzgänger zwischen SM- und Musikszene. Eine Ausstellung zeigt seine wichtigsten Werke.

Deutlich unter die Gürtellinie ist der Blick auf diesem 1980 entstandenen Foto gerichtet.

Deutlich unter die Gürtellinie ist der Blick auf diesem 1980 entstandenen Foto gerichtet.

Robert Mapplethorpe wurde er 1946 in Floral Park, New York, als Sohn einer kleinen katholischen Arbeiterfamilie geboren. In den 60er Jahren studierte er Kunst und lernte dabei die damals noch unbekannte Dichterin und Musikerin Patti Smith kennen und lieben. Die beiden lebten unter bescheidenen Verhältnissen in Brooklyn zusammen. Zur Fotografie kam er erst nach der Beendigung seines Studiums. Eines seiner berühmtesten Bilder aus dem Jahr 1979 zeigt die Sängerin in einem weißen Kleid und mit zwei Tauben. Smith verwendete diese Aufnahme für das Cover ihres Albums "Waves", das im gleichen Jahr erschien. Nach der Trennung von Patti Smith hatte Mapplethorpe sein Coming out und beschäftigte sich auch in seinen Arbeiten mit der New Yorker Schwulenszene. Mit seinen homoerotischen Motiven, die klassische Aktfotografien beinhalteten, aber auch die SM-Szene umfassten, schockierte der Künstler in den 70er Jahren die USA, wo ein Teil seines Werkes als pornografisch eingeschätzt wurde. Inzwischen ist Mapplethorpe ein anerkannter Künstler.

Mapplethorpe hat seine Aktfotos schwarzer Männer gerne mit weißen Objekten kontrastiert, im Falle der Fotografie "Ken Moody and Robert Sherman" von 1984 auch mit einem hellhäutigen Mann. 1980 lernte Mapplethorpe die Body-Builderin Lisa Lyon kennen, und fotografierte sie in den nächsten Jahren immer wieder. Immer wieder fotografierte Mapplethorpe sich selbst. Anhand dieser Bilder sieht man den Alterungsprozess des Künstlers, der von seiner AIDS-Erkrankung sichtlich gezeichnet war. Auf seinem Selbstporträt aus dem Jahr 1988 wie er auf den nahenden Tod mit dem von einem Totenkopf verzierten Gehstock ironisch hin. In den letzten Jahren seines Lebens beschäftigte sich Robert Mapplethorpe verstärkt mit Farbfotografie, 1988 lichtete er etwa eine Mohnblume ab. Ein Jahr später, am 9. März 1989, starb der Fotograf. 

Das Museum of Contemporary Art Kiasma in Helsinki zeigt Fotografien des 1989 verstorbenen Robert Mapplethorpe