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Der urbane Ritter: Mit Rüstung im Lidl: Wolfram von Eschenbach

Wie würde ein Ritter in der heutigen Zeit leben? Das hat sich auch Fotograf Martijn van Oers gefragt - und es ausprobiert. Seitdem bringt er die fiktive Persönlichkeit Wolfram von Eschenbach in die absurdesten und lustigsten Situationen.

Die Idee: Wolfram muss von jemandem mit adligen Blut zum Ritter geschlagen werden. Und wer kommt dafür besser in Frage als die Prinzessin vom "Burger Kingdom"? 

Die Idee: Wolfram muss von jemandem mit adligen Blut zum Ritter geschlagen werden. Und wer kommt dafür besser in Frage als die Prinzessin vom "Burger Kingdom"? 

Martijn van Oers' Begeisterung für die Fotografie wuchs vor drei Jahren, als er den letzten Sommer seines Sohnes Dop mit seiner besten Freundin Roos bildlich dokumentierte. Entstanden ist dabei eine herzzerreißende Geschichte über Freundschaft und Abschied. 

Ein missverstandener Ritter

Im Kontrast dazu steht das neuste Fotoprojekt "Urban Knight" des 39-Jährigen. "Wie wäre es, ein Ritter in der heutigen Zeit zu sein?", fragte er sich. Zusammen mit dem Autoren Andress Kools begann der Niederländer vor anderthalb Jahren an der erzählenden Fotoserie mit Wolfram von Eschenbach zu arbeiten. Der Ritter ist "der letzte lebende Nachkomme seiner Namensvettern" aus dem 13. Jahrhundert, der neben Herman von Thüringen in den dritten Kreuzzügen kämpfte. 

Martijn van Oers und Andress Kools erzählen die Geschichte von Wolfram, der einsam und allein in der falschen Zeit gelandet ist. Mit all den Missverständnissen und Hindernissen, die die moderne Welt mit sich bringt. Fitnesstudios, Tinder, Selfies - der Mann aus dem Mittelalter ist vollkommen überfordert und hat Schwierigkeiten, sich in die Gesellschaft einzubinden. 

Situationskomik und Sozialkritik

Die Geschichte des Wolfram von Eschenbach ist eine Mischung aus erzählender Fotografie und Situationskomik. "Wir wollten den Leuten qualitativ hochwertige Fotos und eine spannende Story bieten. Das Internet ist voll von seltsamen Fotoserien [...] Wolframs Geschichte ist ein Gegengewicht dazu und bietet Sozialkritik durch die absurde Weltsicht eines Ritters auf die heutige Zeit", erzählt der Fotograf. 

Seine Figur kann man als Sinnbild für all die unangepassten Menschen in unserer Gesellschaft ansehen. Wer anders ist, wird oft ausgegrenzt. Doch würden wir öfter hinter die Fassade eines Menschen blicken um ihn kennenzulernen, könnten wir viele Vorurteile ablegen und die Welt zu einem toleranteren Ort machen.

Die Fotoserie über den urbanen Ritter wurden in zahlreichen Magazinen und auf internationalen Websites vorgestellt und ausgezeichnet. Weitere Bilder von Martijn van Oers finden Sie in unserer VIEW Fotocommunity oder auf seiner Facebook-Seite.

Themen in diesem Artikel
Kindesunterhalt für volljähriges Kind ohne Zielstrebigkeit
Mein Kind ist 19 Jahre alt und lebt im Haushalt der Mutter. Es hat im Juli 2017 seine Schule nach der 10. Klasse dann mit Hauptschulabschluss verlassen. Danach wollte es auf einer Berfsfachschule Einzelhandel seinen Realschulabschluss nachholen (2 Jahre). Es besuchte die Schule im ersten Halbjahr nicht wirklich regelmäßig und im zweiten Halbjahr dann so gut wie gar nicht mehr. (zum Ende hin, ist es gar nicht mehr zur Schule gegangen) Das notwendige zweite Jahr ging es dann gar nicht mehr an. Stattdessen hat es sich für ein freiwilliges Soziales Jahr beworben und geht hier mehr oder weniger regelmäßig hin. Nun möchte es das FSJ abbrechen und wieder seinen Realschulabschluss nachholen. Dies soll in Vollzeit an der Volkshochschule geschehen. Zwischendurch ist immer wieder die Rede von verschiedenen Ausbildungen. Ein wirkliches Konzept, oder Interesse ist aber auch hier nicht erkennbar. Mal kommt es mit dem Berufswunsch Tierarzthelfer/In, mal mit Immobilienkaufmann/-Frau, oder Ähnlichem. Informationen über freie Stellen, oder Inhalte des Berufs und der Ausbildung können nicht genannt werden. Bei laufenden Bewerbungen am Ball zu bleiben liegt ihm auch nicht wirklich. Hab die Bewerbung ja hingeschickt, damit soll es dann auch gut sein. Langsam drängt sich mir der Verdacht auf, es sucht sich den bequemsten Weg heraus und verlässt sich auf meine nicht unerheblichen Unterhaltszahlungen. Frei nach dem Motto: Was soll ich mich kümmern, Väterchen muss ja zahlen, solange ich Schule oder Ausbildung mache. Um meinem Kind Anreize zu geben, endlich Zielstrebigkeit zu entwickeln, habe ich schon über die Kürzung bzw. Einstellung des Unterhals nachgedacht. Wie verhält sich das rechtlich, bzw. was kann ich tun?