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VIEW Fotocommunity: Sibiriens Dörfer - wo die Zeit stehen geblieben ist

Der Fotograf Sergei Giviryak möchte die Menschen an ihre Herkunft erinnern. Also beschloss er, durch die Dörfer Sibiriens zu reisen und das Leben vor Ort fotografisch zu dokumentieren. Das Ergebnis ist eine Reportage zwischen Armut und Zufriedenheit.

Das ist Großmutter Tamara, eine Bewohnerin des Dorfes Mozarka. Sie lebt allein als Bäuerin. Ganz besonders stolz ist sie auf ihre Ziegen, Hühner, Truthähne und Katzen. Aufopfernd kümmert sie sich um die Tiere, bereitet ihnen Futter und zerkleinert Brennholz.

Das ist Großmutter Tamara, eine Bewohnerin des Dorfes Mozarka. Sie lebt allein als Bäuerin. Ganz besonders stolz ist sie auf ihre Ziegen, Hühner, Truthähne und Katzen. Aufopfernd kümmert sie sich um die Tiere, bereitet ihnen Futter und zerkleinert Brennholz.

Zwischen Tieren, verfallenen Häusern und Schneebergen findet das Leben der Einwohner von Mozarka, einem Dorf in , statt. Doch das ist nur der Start von Sergei Giviryaks großer Reise, einer Reise durch die Dörfer . Seine Aufnahmen zeigen einen Alltag fernab von Zeit und Realität. Ein einfaches Leben gezeichnet von Armut. Eines jedoch hält Giviryak mit jedem Bild fest: die Zufriedenheit der Einwohner.

Zufriedenheit trotz Armut

Eine wichtige Erkenntnis hat den Fotograf Sergei Giviryak zu der Reise verleitet: Für ein glückliches, freies Leben bedarf es lediglich dem Bewusstsein für Natur und Erde. Der Kontrast zwischen Armut und Zufriedenheit fasziniert den Fotografen. Er beginnt ein Projekt über die Lebensweise in den Dörfern Sibiriens. 

Moderne Technologie und die Vorteile der Zivilisation sind in Sibirien noch nicht lange Gang und Gebe. Giviryak selbst zog 2009 mit seiner Familie in ein Dorf der Region Krasnojarsk. Internet war hier ein Fremdwort. Gäste, die zu Besuch kamen, berichteten von einer Reise in die Vergangenheit, einer Erinnerung an die 70-er Jahre.  

Eine Kindheit ohne Internet

Mit einem Lächeln denkt der Fotograf an die Zeit zurück: "Das Leben abseits war immer ruhig, gefüllt von Traditionen und einem besonderen Charme." Die Dörfer sind geziert von Häusern ohne Zäune und Weiden ohne Grenzen. Dies mag einerseits der Armut, andererseits der Freundlichkeit der Menschen zugeschrieben sein. Mit seinen Bilder dokumentiert er den Zwiespalt. Gefangen in bitterer Armut, strahlen die Einwohner in die Kamera, sind verschont von der Verwirrung des Internets.

Umso mehr bedauert Sergei Giviryak, dass die Natur in Vergessenheit gerät. Auch in Sibirien nimmt die moderne Technologie überhand. Kinder sind schwächer, die Gesundheit der Bevölkerung lässt nach. Mit seiner Serie strebt der Fotograf danach, diese Art der Koexistenz von Menschen aufrecht zu erhalten – eine neue Generation an ihre Wurzeln zu erinnern. Er möchte mit seinen Bilder aufwecken. "Ich will die erreichen, die mit dem Kopf in der Moderne feststecken und vergessen haben wie frisches Brot aus dem Ofen riecht."

Zurück in die Realität

Auch in den sozialen Netzwerken findet die Arbeit von Giviryak großen Anklang. Aus dem gesammelten Bildmaterial soll ein Buch über die verschwindende Lebensweise in Sibirien entstehen. In der modernen, sich weiterdrehenden Welt, sorgen diese Bilder für Ruhe und Zuversicht, zeigen die Realität des Lebens aus einer anderen Perspektive.


Weitere Bilder von Sergei Giviryak finden Sie auch in unserer VIEW Fotocommunity.

gho
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