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Krasse Insektenporträts: Schau mir in die Augen, Großer

Statt Insekten wegzuscheuchen, sollte man sie sich besser mal genauer anschauen. Was es da zu entdecken gibt, zeigen die Porträts der kleinen Viecher von Ferdinand Schwenkglenks.

Florfliege

Florfliege

Haare, überall Haare. Auf den Wangen, um die Augen herum, sogar die kleinen Fühler auf der Nase sind behaart. Ist das überhaupt eine Nase? Fast sieht sie aus wie ein Hund, diese kleine Stubenfliege.

Die meisten Menschen begegnen Fliegen wohl nur mit der Fliegenklatsche. Doch es kann sich lohnen, das erlegte Tier auch mal genauer zu betrachten. Oder wussten Sie wie haarig so eine kleine Nervensäge ist?

Damit Sie sich nicht extra eine Lupe oder ein Mikroskop zulegen müssen, gibt es Menschen wie Ferdinand Schwenkglenks.

Der Fotograf bei seiner Arbeit

Der Fotograf bei seiner Arbeit

Auge in Auge mit der Ameise

Ferdinand Schwenkglenks ist ein Porträtfotograf - seine Models sind nur etwas kleiner als bei den meisten seiner Kollegen, denn er fotografiert am liebsten Insekten. Auge in Auge mit Rüsselkäfern, Florfliegen oder Ameisen. 

"Die Sichtweite des menschlichen Auges ist in vielerlei Hinsicht doch sehr beschränkt", sagt er in einem Interview mit Calvendo. "Das Unsichtbare sichtbar zu machen, löst bei mir jedes Mal aufs Neue einen Wow-Effekt aus." Im Fachjargon spricht man bei Bildern, auf denen die meist kleinen Objekte mindestens im Maßstab 1:1 dargestellt werden, von Makrofotografie.

Bei Ferdinand Schwenkglenks darf es aber durchaus auch mal etwas näher dran sein. Seine Bilder sind so detailreich, dass man beim Betrachten immer wieder etwas Neues entdeckt. Die Schönheit von schillernden Florfliegen-Augen zum Beispiel.

Equipment aus der Lego-Kiste

Die Makrofotografie hat oft den Ruf, ein besonders teures Hobby zu sein. Dass man nur ein bisschen kreativ werden muss, um sich 1A-Equipment einfach selbst zu basteln, beweist Schwenkglenks mit seinen kreativen DIY-Ideen, für die er auch gerne mal in die Lego-Kiste greift.

Der selbstgebaute Schlitten aus Lego-Steinen

Der selbstgebaute Schlitten aus Lego-Steinen

Beim so genannten "Focus Stacking"* braucht man einen Schlitten für den stabilen Stand der Kamera. "Meinen Schlitten, den ich momentan verwende, habe ich tatsächlich aus Lego-Technik-Steinen gebaut", erzählt er. "Der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt".

Für Makrofotos in der freien Natur braucht ein Fotograf vor allem eins: ganz viel Geduld. "Eine noch so leichte Brise hat mir schon viele Bilder ruiniert", sagt er. Die frühen Morgenstunden seien zum Fotografieren eine optimale Zeit, wenn die Insekten noch in der Kältestarre harren.

Das Model vom Fensterbrett

Ferdinand Schwenkglenks fotografiert deshalb gerne auch mal ein totes Exemplar in seinem Studio - das kann sich schließlich nicht mehr bewegen. Doch im Gegensatz zum Fotografieren draußen, hat er besonders hohe Erwartungen an die Arbeit im Studio: "Ein gutes Studiofoto kann in aller Ruhe und Zeit gemacht werden. Diese Zeit sollte man nutzen, um das Bild auf ein technisch höchstmögliches Niveau zu bringen". Das gelingt ihm allemal.

Und wenn Sie nächstes Mal eine tote Fliege auf dem Fensterbrett entdecken, denken Sie vielleicht an die Bilder von Ferdinand Schwenkglenks und daran, was für ein hübsches Fotomodell dieses kleine Tierchen geworden wäre, wenn es in einem anderen Wohnzimmer gelandet wäre.

Weitere Bilder von Ferdinand Schwenkglenks finden Sie auch in unserer VIEW Fotocommunity.

* Beim "Focus Stacking" werden in der digitalen Nachbearbeitung mehrere (oft hunderte) Fotos zu einem Bild zusammen gesetzt, um eine besonders große Schärfentiefe zu erzeugen.

Zauberhafte Insekten: Angst vor Krabbeltieren? Nach diesem Video nicht mehr!



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