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Kinderarmut auf den Philippinen: Schlafen auf dem Friedhof - arbeiten im Müll

Der Modefotograf Alexander von Wiedenbeck wollte der Welt etwas zurückgeben. Also beschloss er, auf die Philippinen zu reisen und dort die Kinderarmut fotografisch zu dokumentieren. Das Ergebnis ist eine erschütternde Reportage zwischen Hoffnung und Verzweiflung.

Ein Dach über dem Kopf mitten in einem unendlichen Meer aus Abfällen.

Ein Dach über dem Kopf mitten in einem unendlichen Meer aus Abfällen.

Zum Tag der Straßenkinder am 31. Januar zeigen wir diese Fotostrecke, die wir bereits 2016 vorgestellt hatten, noch einmal in einer aktualisierten Version. Wie es seitdem mit dem Projekt "Hope" weiterging, erzählte uns Initiator und Fotograf Alexander von Wiedenbeck. 

Eine Kindheit zwischen Müllbergen

Müllberge, Ratten, abgemagerte Straßenhunde, obdachlose Kinder. Die Zustände auf den Philipppinen haben den Münchener Fotograf Alexander von Wiedenbeck schockiert. Die so genannten "Friedhofs- und Müllkippenkinder" dort müssen oft Pfandflaschen sammeln, auf der Mülldeponie nach verkaufsfähigem Material suchen oder in Krankenhausabfällen wühlen, um etwas zum Lebensunterhalt der Familie hinzu verdienen zu können. Lebensumstände, die hier in Deutschland unvorstellbar scheinen.

Der Fotograf widmete sich bei seiner Arbeit eigentlich Mode, Werbung und Porträts von bekannten Persönlichkeiten. Doch er strebte nach etwas Bedeutsameren - etwas, das er der Welt zurück geben konnte. 2015 reiste er daher zusammen mit der Hilfsorganisation "Aktionsgruppe Kinder in Not e.V." auf die Philippinen, um dort das Schicksal der "Friedhofs- und Müllkippenkinder" zu porträtieren. Er selbst bezeichnet diese Erfahrung als die "mit Abstand schrecklichste und zugleich schönste Reise" seines Lebens.

Kollektives Schulterzucken

In Cebu City auf dem Weg zu seinem Hotel begegnete der Fotograf einem Mädchen, das unter den dichten Rauchschwaden der Autos auf dem Gehweg lag und schlief - ohne Kissen, ohne Schuhe und kaum fünf Jahre alt. Wie versteinert stand Alexander von Wiedenbeck dort neben dem kleinen Wesen und wusste nicht, was er tun sollte.

Obdachlose Kinder sind in dem Ort keine Seltenheit, die Behörden scheinen machtlos. Voller Entsetzen musste der Münchener mit ansehen, wie ein Mitarbeiter vom Sicherheitsdienst des Hotels das Kind weckte und es fortscheuchte. Es wurde eine schlaflose Nacht für ihn. Das Land schien in einer Art Schockstarre zwischen Hilflosigkeit und Desinteresse zu verharren. "Was sollen wir denn machen?" war meist die Antwort auf die Fragen des Fotografen. Ein kollektives Schulterzucken. 

Hoffnung in der "Hölle auf Erden"

Die nächste Station auf seiner Reise war der örtliche Friedhof. Dort, zwischen Grabsteinen und toten Körpern, leben die sogenannten "Friedhofskinder". Sie schlafen in leeren Gräbern und Mausoleen, auf dem Staub der dort einst vergrabenen Leichen. Hauptsache ein Dach über dem Kopf. 

Bei der Besichtigung erschreckte eines der Kinder den Fotografen sehr: "Die Grabwand, geschätzte fünf Meter hoch und hundert Meter lang und dann dieser kleine Mensch, kaum einen Meter groß, wie sie da oben so selbstverständlich stand." Trotz des Schocks machte er ein Foto, das ihm später beim Druck zu Hause einen Schauer über den Rücken laufen lassen sollte, "denn es handelte sich bei den Gräbern ausnahmslos um Kindergräber, keines war älter geworden als zwei Jahre."

Trotz der erschütternden Lebensumstände der Kinder in dieser "Hölle auf Erden", sah Alexander von Wiedenbeck aber auch vor allem eines in den Augen der Kinder: Hoffnung. Die Hoffnung auf eine bessere Zukunft. "Sie saßen zwischen Grabsteinen mit Schulbüchern und lernten für eine gute Ausbildung, um vielleicht eines Tages die Chance zu bekommen, mehr aus ihrem Leben zu machen", erzählt er.

Seit 2016 ist einiges passiert. Mit den bisherigen Erlösen der Wanderausstellung "Hope" werden die ersten Projekte umgesetzt. Ein kleines Schul- und Gesundheitszentrum wurde bereits eröffnet, sowie drei Brunnenprojekte, die die Wasserversorgung für über 900 Menschen unterstützen. Zudem wird dieses Jahr die vollständige Finanzierung zum Erhalt der Vorschule Dumlog übernommen. 

Damit das Projekt "Hope" auch außerhalb der Wanderausstellung unterstützt werden kann, bietet Alexander von Wiedenbeck seine Bilder auch online zum Verkauf an. Der komplette Erlös wird gespendet. 

Weitere Bilder von Alexander von Wiedenbeck finden Sie auch in unserer VIEW Fotocommunity.

Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.