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Reisefotografie: Marokko abseits des Massentourismus

Mehrere Reisen nach Marokko brauchte es, um diese eindrucksvolle Großaufnahme des "Landes des Sonnenuntergangs" festzuhalten. Fotograf und Designer Norbert Becke entführt uns in eine Welt wie aus Tausendundeiner Nacht. 

Am Abend, wenn die Sonne hinter der Koutoubia-Moschee untergeht, verwandelt sich der Marktplatz Djemaa el Fna in Marrakesch in ein großes Freilufttheater. Der Name heißt übersetzt etwa "Versammlung der Toten", davon abgeleitet wird er auch "Platz der Gehängten" genannt.

Am Abend, wenn die Sonne hinter der Koutoubia-Moschee untergeht, verwandelt sich der Marktplatz Djemaa el Fna in Marrakesch in ein großes Freilufttheater. Der Name heißt übersetzt etwa "Versammlung der Toten", davon abgeleitet wird er auch "Platz der Gehängten" genannt.

Für den Grafikdesigner und Art Director Norbert Becke gehörte die Fotografie schon lange zu seinem Beruf. Doch eine Reise nach Südafrika wurde für den Heidelberger zu einem einschneidenden Erlebnis. Die atemberaubende Flora und Fauna vor Ort weckte in ihm die Faszination für die Wildlife- und Naturfotografie.

Diese neue Liebe für den afrikanischen Kontinent sollte sich in seiner fotografischen Laufbahn fortsetzen. Es folgten Reisen nach Äthiopien, Botswana, Marokko, Namibia, Ruanda, Sambia, Tansania und Uganda. Doch nicht nur in Afrika, sondern auch in Ländern wie Myanmar, Vietnam, Indien und Papua-Neuguinea dokumentierte Norbert Becke neben der Landschaft auch die Menschen. 

Wie in einem orientalischen Märchen

Seine Bilder aus unserer Fotostrecke sind bei mehreren Reisen nach Marokko entstanden. "Sie führten mich von Nord nach Süd über den hohen Atlas durch die Königsstädte Fès und Marrakesch und von Ost nach West von der Wüste an der algerischen Grenze bis nach Essaouira an der Atlantikküste." Seine schwarz-weißen Aufnahmen entführen den Betrachter in eine Welt wie aus einem orientalischen Märchen. Sie zeigen die Kontraste zwischen der prunkvollen Architektur des Landes und dem Leben der Einwohner abseits des Tourismus.

"In der Wüste und in den Oasen Marokkos traf ich auf ernste Männer, die das harte Leben geprägt hatte", erzählt uns der Fotograf und Designer. "Sie ließen sich ebenso selbstbewusst fotografieren wie die Frauen in Marrakesch mit ihren ornamentalen Henna-Tattoos."

Komplikationen beim Fotografieren

In Marokko ist der Großteil der Menschen muslimisch. Der strenge Glaube vieler Menschen, die Norbert Becke porträtierte, machte das Fotografieren problematisch. Das Einverständnis für ein Foto zu bekommen gestaltete sich umständlich - besonders bei den Frauen: "Vielen Porträts gingen aus diesem Grund lange Gespräche voraus. Manchmal saßen ganze Clans zusammen, um darüber zu beraten." Trotz der Schwierigkeiten waren die Begegnungen auf seinen Reisen eine Bereicherung und Inspiration für den Heidelberger. Es war "spannend und ebenso wunderbar vielfältig wie das ganze Land."

Authentisch und berührend

Seine Fotos sind authentisch und berührend - man hat beinahe das Gefühl durch die Augen der Porträtierten in ihre Seele hineinblicken zu können. Norbert Becke weiß, wie man die Atmosphäre eines Ortes in Bildern festhalten kann. Mit seinen Marokko-Aufnahmen fängt er die einzigartige Melancholie des Landes zwischen Tradition und Tourismus ein.

Die Fotoreportagen von Norbert Becke sind inzwischen mehrfach publiziert und mit Preisen ausgezeichnet worden. Seine Wildlife- und Naturfotografien zieren zahlreiche Kalender. Neben seinen Fotos von afrikanischen Landschaften und Tieren hat sich der Fotograf außerdem mit seinen Porträtaufnahmen einen Namen gemacht. 

Seine Porträtausstellung "HAUTNAH" wurde in den vergangenen Jahren zum Beispiel in der Leipziger Messe präsentiert. Für 2017 ist eine Folgeausstellung mit Porträts aus Äthiopien, Myanmar und Ecuador geplant.

Weitere Bilder von Norbert Becke finden Sie in unserer VIEW Fotocommunity oder auf Facebook.