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Zum Dahinschmelzen: So süß haben Sie Nagetiere noch nie gesehen

Wer kleine Nagetiere vor die Linse bekommen möchte, braucht vor allem eines: ganz viel Geduld. Stundenlang sind die Fotografen Perdita Petzl und Henrik Spranz auf der Pirsch - für Tierbilder, die zauberhafte Geschichten erzählen.

"Ein wildlebendes Ziesel 'krallt' sich sein Frühstück. Es hat ihm vortrefflich geschmeckt."

"Ein wildlebendes Ziesel 'krallt' sich sein Frühstück. Es hat ihm vortrefflich geschmeckt."

Mehrere Stunden warten - und dann trotzdem ohne Ergebnis nach Hause gehen. Das ist Alltag für Fotografen, wenn sie auf die Jagd nach Bildern von Nagetieren gehen. Die Wiener Fotografen Perdita Petzl und Henrik Spranz sind Experten, wenn es um einzigartige Fotos der kleinen Lebewesen geht.

Ein Ziesel (eine Gattung der Erdmännchen) scheint genüsslich an einer Blume zu riechen, ein anderer greift mit seinen kleinen Pfoten nach der Blüte einer Mohnblume und scheint so menschlich. Ein außergewöhnlicher Anblick, der den Betrachter dahin schmelzen lässt. "Kein Wunder, kann man doch ihrem Charme kaum widerstehen", findet auch Perdita Petzl. "Die meisten Menschen werden in ihrem Leben wohl leider nie einen Ziesel oder einen Feldhamster zu Gesicht bekommen." Doch das Paar hat "das riesengroße Glück" diese seltenen Tiere in ihrer Umgebung zu haben, um sie ablichten zu können. 

Geduld und Beharrlichkeit

Für die Arbeit als Tierfotograf benötigt man aber nicht nur die richtigen Motive, sondern auch eine große Portion Geduld. "Wir brauchen immer mehrere Stunden am Stück, um zum Beispiel auf die Feldhamster zu warten – oft um dann ohne ein einziges Foto nach Hause zu gehen. Dafür ist die Freude umso größer, wenn dann beim nächsten Mal ein paar tolle Fotos dabei sind." Oft muss man immer wieder zum gleichen Ort zurückkehren, "denn um das 'perfekte Foto' zu schießen, braucht es eigentlich immer mehrere Anläufe."

Diese Beharrlichkeit hat aber auch ihre Vorteile, denn die beiden Fotografen verbringen so viel Zeit mit den Tieren, "und können oft sogar einen Einblick ihre verschiedenen Charaktere bekommen – das ist immer ein ganz besonderes Erlebnis", schwärmen sie.

Romantik ohne Photoshop

"Henrik und ich kennen uns nun seit fast drei Jahren. Gefunden haben wir uns – wie sollte es auch anders sein – über unsere gemeinsame Leidenschaft: die Fotografie", sagt Perdita Petzl. Ihre Verbundenheit spiegelt sich nicht nur im Privatleben, sondern auch in ihrer Arbeit wider. Ihre Fotos haben einen sehr ähnlichen Stil, pastellige Farben, eine beinahe romantische Atmosphäre. Dieser Look "entsteht allerdings nicht durch Bildbearbeitung und Bildmanipulation in Photoshop oder Lightroom, sondern durch die sorgfältige Aufnahme der Fotos vor Ort", betont Petzl. 

"Neben der freien Natur ist auch die Großstadt für uns ein wichtiges Revier um auf Fotopirsch zu gehen", erzählen die beiden Fotografen. "Man möchte es kaum glauben, aber gerade in großen Städten leben oft sehr viele spannende Wildtiere. Man muss nur die Augen offen halten!"

Perdita Petzl ist eigentlich als Branding Consultant tätig und wohnt mit ihrem Lebensgefährten Henrik Spranz, der neben der Fotografie als Software-Entwickler arbeitet, in Wien. Eine erste gemeinsame Ausstellung ist für November 2017 geplant.

Weitere Bilder von Henrik Spranz und Perdita Petzl finden Sie auch in unserer VIEW Fotocommunity.

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