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Nach Rassismusdebatte: Mohrenbräu legt Social-Media-Accounts still und diskutiert Namen

Die Brauerei Mohrenbräu trägt ihren Namen seit 1834. Nachdem die "Black Lives Matter"-Bewegung eine weitere Diskussion über Rassismus ins Rollen gebracht hat, werden viele Straßen- und Firmennamen neu diskutiert.

Logo der Brauerei Mohrenbräu auf einer Hauswand

Die Brauerei trägt ihren Namen seit fast 200 Jahren

Picture Alliance

"Weder lassen wir uns Rassismus unterstellen, noch lassen wir uns von Menschen mit ausländerfeindlicher Haltung vereinnahmen." Das ist die klare Botschaft der Familie Huber, die Eigentümer der Brauerei Mohrenbräu ist. Veröffentlicht hat sie diese in einem offenen Brief, der auf der Website und den Social-Media-Kanälen der Brauerei zu finden ist. In dem Brief wird begründet, warum die Social-Media-Accounts der Brauerei vorerst stillgelegt wurden: Vertreter beider Randseiten des politischen Spektrums hätten bei der Diskussion um den Namen und das Logo der Brauerei Aussagen gemacht, die den Werten des Unternehmens überhaupt nicht entsprächen. 

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Das Wappen der Brauerei, das die schwarze Silhouette eines Kopfes mit dicken Lippen und krausem Haar zeigt, stand schon öfter in der Kritik. In der "Black Lives Matter"-Debatte ist diese nun neu aufgeflammt. In ihrer Stellungsname erläutert Familie Huber die Herkunft: Seinen Namen bekam das Bier von Alfred Mohr, der 1784 das Restaurant "Zum Mohren" mit angeschlossener Brauerei eröffnet hat. Dabei habe er das Familienwappen verwendet, das eine schwarze Person zeigt. Die überzeichnete Darstellung stamme aus jener Zeit und damit einem anderen Umgang mit People of Colour, habe aber keinen rassistischen Hintergrund haben. 

Ergebnisoffene Überlegungen

Mohrenbräu fürchtet bei einer Umbenennung und Umgestaltung den Verlust des Wiedererkennungswertes und damit Einbußen bei den Einnahmen. Man wolle die Situation deshalb nun in Ruhe neu bewerten. "Gemeinsam mit unabhängigen Expertinnen und Experten aus ganz verschiedenen Bereichen werden wir in den nächsten Monaten in Ruhe prüfen, ob und wie wir unseren Markenauftritt im Rahmen unserer Möglichkeiten weiterentwickeln. Das Ergebnis dieses Prozesses ist offen."

Quelle: Offener Brief der Familie Huber

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