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Neuer Eis-Trend: Ich habe schwarzes Eis probiert – warum ich davon abrate

Von Asien über Los Angeles bis Berlin: Dieses schwarze Eis liegt voll im Trend. Aber wie schmeckt es eigentlich – und warum ist es schwarz? Die Antworten darauf sind ernüchternd.

Schwarzes Eis

Schwarzes Eis – das Beste daran? Die Zunge wird so schön schwarz.

Tiefschwarz ist das Vanille- mit Marshmallows im Berliner Eisladen "Black Poodle". Wer in den sozialen Netzwerken aktiv ist, sieht sie schon länger: Bilder von schwarzem Eis – vor allem aus den USA und auch Asien. Jetzt auch aus Berlin. Aber was hat es eigentlich mit dem pechschwarzen Eis auf sich?

Appetitlich sieht das schwarze Eis auf den ersten Blick nicht aus, die Neugierde aber überwiegt. Für die Farbgebung ist Aktivkohle in Pulverform verantwortlich. Die wird aus Kokosnuss gewonnen, genauer gesagt aus der Asche der Kokosnuss. Aktivkohle kennt man in Deutschland eher als Arzneimittel. Sie hat eine große, poröse Oberfläche, was dazu führt, dass sie Stoffe absorbieren kann. Deshalb wird sie häufig bei Durchfall-Erkrankungen eingesetzt. In der EU ist sie zudem als Farbstoff zugelassen.

Aktivkohle ist gesund? Von wegen!

Die Versprechen um die Wirkung der Aktivkohle sind groß: Sie soll den Körper von Giften befreien, unerwünschte Chemikalien absorbieren und sogar einen Anti-Aging-Effekt auf die Haut haben. Viele propagieren: Dieses Eis kann man mit gutem Gewissen genießen.

Aber stimmt das wirklich? Sogar Schauspielerin Gwyneth Paltrow ist von der Wirkung der Aktivkohle überzeugt und wirbt damit auch auf ihrer umstrittenen Homepage "Goop". Spätestens hier sollten die Alarmglocken schrillen: Paltrow wird seit Jahren für die realitätsfernen Beiträge und Kaufempfehlungen auf ihrer Website kritisiert und belächelt. Erfolgreich ist ihre Lifestyle-Marke trotzdem.

Aktivkohle kommt derzeit tatsächlich in Mode: schwarze Pizza, schwarze Smoothies, schwarzes Eis. Viele Hersteller preisen eine angebliche "Detox"-Wirkung an. Die Verbraucherzentrale Düsseldorf hält das aber für gefährlich. Aktivkohle mache nämlich keinen Unterschied, welche Stoffe absorbiert werden. Das heißt, auch Vitamine und Mineralstoffe werden gebunden. Im Umkehrschluss kann Aktivkohle Lebensmittel sogar nährstoffärmer machen.

Zudem können auch Medikamente, die im Darm aufgenommen werden, von der Aktivkohle gebunden und ausgeschieden werden. Für Frauen, die die Pille als Verhütungsmittel nehmen, könnte das unerwünschte Folgen haben – sie stehen ohne Verhütungsmethode da und wissen es nicht. Verbraucherschützer geben daher eine klare Empfehlung ab: Finger weg von Aktivkohle in Lebensmitteln, wenn sie nicht nur zum Färben dient. 


Wie schmeckt das schwarze Eis denn nun?

Nun könnte man meinen, das schwarze Eis habe einen besonderen Geschmack. Dem ist nicht so. Die Aktivkohle gibt keinerlei Aroma ab. Von den gesundheitlichen Bedenken einmal abgesehen, kann man dem schwarzen Eis dennoch etwas Positives abgewinnen: Das Eis macht die Zunge schön schwarz – und man fühlt sich wieder wie ein Kind.

 

 

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