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Pilzkrankheit: Die Banane ist krank - wird das Obst zum Luxusgut?

Unsere Bananen sind in Gefahr. Erst in weiten Teilen Afrikas und Asiens jetzt auch in Südamerika. Ein unsichtbarer Pilz lässt die Pflanzen sterben. Gibt es bald weniger Bananen in unseren Supermärkten?

Banane

Pilzbefall jetzt auch in Südamerika: Gibt es bald keine Bananen mehr?

Getty Images

Der Pilz breitet sich aus: Bisher waren vor allem Plantagen in Afrika und Asien, beispielsweise auf den Philippinen betroffen. Lesen Sie mehr dazu hier. Jetzt sind aber auch die Felder des fünftgrößten Bananenexporteurs Kolumbien befallen. Betroffen sei die Sorte "Cavendish", die auch nach Deutschland exportiert werde. Die befallenen Flächen müssten gerodet werden und seien für den Bananenanbau nicht mehr verwendbar, teilte der Deutsche Fruchthandelsverband mit. Die Bananen seien mit der Pilzkrankheit Tropical Race 4 (TR 4) infiziert. Der Pilz lasse die Pflanzen absterben.

"Cavendish"-Bananen hätten zurzeit einen Anteil von mehr als 90 Prozent auf dem deutschen Markt, erklärte der Verband. Nach Deutschland würden schätzungsweise mehr als eine Million Tonnen jährlich importiert. Davon stammten 99 Prozent aus Mittel- und Südamerika. TR 4 bedrohe das mit Abstand bedeutendste Herkunftsgebiet von Bananen für den europäischen und nordamerikanischen Markt.

Bananen-Notstand in Kolumbien

Kolumbien hat den Notstand ausgerufen. Noch ist nicht klar, welche Auswirkungen der Befall auf den Export und am Ende auf die Bananen-Preise in Deutschland haben wird. Das Bedrohliche: Gegen die üblichen Chemiekeulen ist der Pilz immun und bedroht damit die Existenz der Bauern. Für viele sind Bananen die Lebensgrundlage. Kolumbien führt rund 1,9 Millionen Tonnen Bananen aus. Hauptabnehmer sind Belgien, die USA und Italien.

Der Pilz sitzt in der Erde, befällt die Wurzel und wandert den Stamm hinauf. Dort verhindert er, dass die Pflanze mit Wasser versorgt wird. Die Folgen sind verheerend. Nach spätestens neun Monaten ist die Pflanze völlig zerstört. Experten warnten bereits vor wenigen Jahren davor, dass sich der Pilz in Mittel- und Südamerika ausbreiten könnte, so könnten die Bananenvorräte in Deutschland knapp und zum Luxusgut werden. Denn dort liegen unsere größten Exporteure. Das bedeutet für uns, dass wir jede Menge Geld für ein paar Bananen ausgeben müssten.

Ein weiteres Problem ist die Monokultur. Da immer die gleiche Sorte angebaut wird, ist der Pilz für alle gefährlich. Forscher möchten daher erwirken, dass genauso wie bei Äpfeln und auch Birnen, verschiedene Sorten angebaut werden. Das fördert die Vielfalt.

Keine Gefahr für den Konsumenten

Die Behörden und Bauern setzen nun alles daran, dass sich die Seuche nicht weiter ausbreitet. "Der Pilz steckt im Boden und kann an den Schuhen hängenbleiben", sagte Landwirtschaftsminister Andrés Valencia zuletzt im Radiosender Caracol. "Arbeiter, die die Anbauflächen betreten, werden deshalb vorher und nachher auch desinfiziert."    

Für die Konsumenten stelle der Pilz aber keine Gefahr dar, sagte der Minister. "Der Pilz befällt nicht die Frucht, sondern nur die Pflanze." Auch der Deutsche Fruchthandelsverband versicherte, der Pilz sei für den Menschen ungefährlich. Bananen von befallenen Stauden könnten bedenkenlos verzehrt werden. Die Bananenkrankheit beeinflusse ausschließlich das Wachstum der Stauden.

dsw mit DPA