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Schlechte Ernte?: Warum auf den Feldern Erdbeeren massenweise vergammeln - es liegt nicht am Wetter

Häufig ist zu viel Regen für eine schlechte Erdbeerernte verantwortlich. In diesem Jahr gibt es Sonne satt - aber dennoch vergammeln Erdbeeren massenweise auf den Feldern. Warum?

Die Sträucher auf den Erdbeerfeldern hängen voll - trotzdem vergammeln sie massenweise

Die Sträucher auf den Erdbeerfeldern hängen voll - trotzdem vergammeln sie massenweise

Getty Images

Als Jahrhundertsommer bezeichnet man bereits die heißesten Tage des diesjährigen April und Mai - zumindest in Norddeutschland. Die Hitze ist auch ein Grund dafür, dass die Erdbeersträucher bereits jetzt so voll hängen, dass die Helfer mit der Ernte gar nicht hinterherkommen. Auf vielen Erdbeerfeldern ist daher das gleiche Bild zu sehen ist: Die süßen roten Früchte vergammeln. Und zwar massenweise.

Wie die "Welt" berichtet, ließ die Rekordhitze nicht nur die Erntemengen explodieren, sondern auch die Preise in den Keller stürzen. Branchenvertreter klagen jetzt schon, dass es ein hartes Jahr werden könnte. Viele Erzeuger haben Angst, dass die Saison bereits vor dem Johannistag am 24. Juni enden könnte. 

Immer weniger Saisonkräfte

Aber nicht nur die Hitze hat einen negativen Einfluss auf die Ernte. Es sind auch die Helfer selbst. Die bleiben nämlich aus. Jahrelang bestellten Hilfsarbeiter aus Osteuropa die Felder in der Erdbeer- und Spargelsaison. Damit soll es nun vorbei sein. Ein wesentlicher Grund dafür: Die Wirtschaft in Osteuropa hat sich erholt, es gibt Alternativen zur harten Arbeit auf dem Feld. 

Auch das Bundeslandwirtschaftsministerium bestätigt, dass das Interesse an Saisonarbeit in Deutschland vor allem in Ländern, in denen es Anzeichen eines Wirtschaftsaufschwungs gibt, nachlässt. Das gilt beispielsweise für Polen und Rumänien. Ein Problem für Spargel- und Erdbeeranbauer. 

Zwei Drittel der Betriebe registrieren einen mäßigen oder sogar deutlichen Rückgang beim Angebot von Saisonkräften. Das geht aus einer Umfrage des Verbands Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer (VSSE) hervor.

 Obwohl in diesem Jahr ein Mindestlohn von 8,84 Euro auf den Feldern gezahlt wird, ist der Job alles andere als attraktiv. Man wohnt mit auf dem Hof, arbeitet bei Hitze und Regen, und das in ständiger Bückhaltung. Zudem wird auf dem Feld meist Polnisch oder Rumänisch gesprochen, für diejenigen die Deutsch lernen wollen, ist die Saisonarbeit also auch nichts.

So bleiben viele Erdbeeren sich selbst überlassen. Die Prognosen für die nächsten Jahre könnten ähnlich sein. Was also tun? Bessere Bezahlung für die Erntehelfer? Das würde aber im Umkehrschluss bedeuten, dass Erdbeeren langfristig teurer werden. Ob der Verbraucher dafür bereit ist, wird sich zeigen.

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