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Ernährungsreport 2019: Die Deutschen mögen's eigentlich gesund – belügen sich dabei aber selbst

Was gesund ist und was nicht, davon haben die meisten zumindest eine Idee. Stolze 91 Prozent der Deutschen sagen, beim Essen sei ihnen die Gesundheit wichtig. Und was kommt wirklich auf den Teller? Die Bundesregierung lässt einmal im Jahr nachfragen.

Ernährungsreport

Die meisten Deutschen geben an, gesund zu essen. Stimmt das wirklich?

Getty Images

Die meisten Deutschen stehen wenigstens ein paarmal in der Woche in der Küche am Herd, fast alle legen Wert auf gesundes Essen. Die Essgewohnheiten zwischen Ost- und Westdeutschland unterscheiden sich teilweise deutlich - und Männer gehen öfter in Restaurants und Kantinen als Frauen. Das sind einige Ergebnisse des neuen Ernährungsreports "Deutschland, wie es isst", den Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) am Mittwoch in Berlin vorstellte. 

Wie kompliziert es mit dem Essen ist, erfährt die Ministerin am eigenen Leib: Sie esse "sehr unregelmäßig" und schaue, "was ich gerade kriege", erzählte Klöckner, das liege an ihrem Job. Aber sie komme von einem Hof und wohne in der Nähe eines Dorfes, von da hole sie ihr Fleisch, Obst und Gemüse, wenn es möglich sei. Auch bei den Deutschen insgesamt muss es oft schnell gehen. Fast die Hälfte (48 Prozent) gibt an, dass es beim Essen auf einfache Zubereitung ankommt - aber 99 Prozent sagen auch: Hauptsache, es schmeckt. 

Wenn man nach den Antworten der Forsa-Umfrage geht, müssten die Deutschen sehr gesund leben: 91 von 100 geben an, dass es bei der Ernährung auf die Gesundheit ankomme. 50 Prozent achten nach eigenen Angaben beim Einkaufen auf das Bio-Siegel. Dagegen lässt sich schneiden, dass fast die Hälfte der Frauen, sechs von zehn Männern und jedes siebte Kind in Deutschland übergewichtig sind. Der Bio-Anteil bei den Lebensmittel-Ausgaben lag 2017 unter 6 Prozent.

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Pasta Bolognese  Zutaten:  Olivenölspray, 250 g mageres Rinderhackfleisch, 1 Zwiebel, gehackt, 1 Möhre, gehackt, 1 Knoblauchzehe, fein gehackt, 2 Dosen (à 400 g) gewürfelte Tomaten, Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer, 100 g grüne Linsen, 80 g Vollkornpasta, 1 Tomate, in Spalten geschnitten, 1 Esslöffel Olivenöl, frisch gepresster Saft von ½ Zitrone, 2 Esslöffel frisch geriebener Parmesan, 80 g Knollensellerie, geschält und gerieben      Zubereitung:  Eine tiefe Pfanne mit etwas Olivenöl einsprühen und bei mittlerer bis hoher Hitze erwärmen. Rinderhackfleisch, Zwiebel, Möhre sowie Knoblauch zugeben und 6 –8 Minuten garen, bis das Fleisch gebräunt ist; dabei häufig umrühren. Tomaten und Saft (aus der Dose) zugeben und aufkochen. Die Hitze stark reduzieren und die Sauce ohne Deckel 20 Minuten oder länger kochen, bis sie eindickt; mit etwas Salz und Pfeffer würzen.      In der Zwischenzeit Wasser in einem Topf bei mittlerer bis hoher Hitze zum Kochen bringen. Die Linsen darin 12–14 Minuten kochen, bis sie gerade weich sind; mit etwas Salz und Pfeffer würzen.      In einem zweiten Topf Salzwasser bei hoher Hitze zum Kochen bringen. Die Pasta in das Wasser geben und nach Packungsanweisung al dente kochen; dann abgießen und kurz abbrausen.      Linsen, Tomate, Olivenöl und Zitronensaft mit 1 Prise Salz in einer kleinen Schüssel verrühren.      Die Fleischsauce über die Pasta geben, Parmesan sowie Knollensellerie darüberstreuen und mit dem Linsensalat als Beilage servieren. Alternativ die Linsenmischung in die Fleischsauce rühren.

Pasta Bolognese

Zutaten:

Olivenölspray, 250 g mageres Rinderhackfleisch, 1 Zwiebel, gehackt, 1 Möhre, gehackt, 1 Knoblauchzehe, fein gehackt, 2 Dosen (à 400 g) gewürfelte Tomaten, Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer, 100 g grüne Linsen, 80 g Vollkornpasta, 1 Tomate, in Spalten geschnitten, 1 Esslöffel Olivenöl, frisch gepresster Saft von ½ Zitrone, 2 Esslöffel frisch geriebener Parmesan, 80 g Knollensellerie, geschält und gerieben


Zubereitung:

Eine tiefe Pfanne mit etwas Olivenöl einsprühen und bei mittlerer bis hoher Hitze erwärmen. Rinderhackfleisch, Zwiebel, Möhre sowie Knoblauch zugeben und 6 –8 Minuten garen, bis das Fleisch gebräunt ist; dabei häufig umrühren. Tomaten und Saft (aus der Dose) zugeben und aufkochen. Die Hitze stark reduzieren und die Sauce ohne Deckel 20 Minuten oder länger kochen, bis sie eindickt; mit etwas Salz und Pfeffer würzen.


In der Zwischenzeit Wasser in einem Topf bei mittlerer bis hoher Hitze zum Kochen bringen. Die Linsen darin 12–14 Minuten kochen, bis sie gerade weich sind; mit etwas Salz und Pfeffer würzen.


In einem zweiten Topf Salzwasser bei hoher Hitze zum Kochen bringen. Die Pasta in das Wasser geben und nach Packungsanweisung al dente kochen; dann abgießen und kurz abbrausen.


Linsen, Tomate, Olivenöl und Zitronensaft mit 1 Prise Salz in einer kleinen Schüssel verrühren.


Die Fleischsauce über die Pasta geben, Parmesan sowie Knollensellerie darüberstreuen und mit dem Linsensalat als Beilage servieren. Alternativ die Linsenmischung in die Fleischsauce rühren.

Mehr Geld für gutes Fleisch? Gesagt, aber nicht getan

Für Manfred Güllner vom Meinungsinstitut Forsa ist der Unterschied zwischen Antworten und Realität keine Überraschung. 50 Prozent geben im aktuellen Report zum Beispiel an, für ein Kilo Fleisch bis zu fünf Euro mehr zahlen zu wollen, wenn es besonders tierfreundlich produziert wurde, 22 Prozent wollen sogar bis zu zehn Euro mehr zahlen. "Wir wissen, dass das gesagt wird, aber nicht getan wird", erklärte er. Zwischen Bewusstsein und Verhalten gebe es eine Kluft.

Gekocht wird in Deutschland weiterhin viel: 40 Prozent geben an, jeden Tag am Herd zu stehen, 37 Prozent immerhin zwei- bis dreimal pro Woche. Nur fünf Prozent sagen, dass sie weniger als einmal pro Woche kochen, und zehn Prozent kochen nie. Ein Viertel der Männer geht mindestens einmal die Woche in eine Kantine und fast eben so viele (24 Prozent) ins Restaurant, bei den Frauen sind es nur 13 beziehungsweise 14 Prozent. Fünf Prozent der Frauen und sechs Prozent der Männer lassen mindestens einmal die Woche Essen liefern.

Fast 30 Jahre nach dem Mauerfall sind die Essgewohnheiten in Ost- und Westdeutschland offenbar weiterhin unterschiedlich. Im Osten essen nach eigenen Angaben 43 Prozent täglich Fleisch und Wurst, im Westen nur 26 Prozent. Der Bundesschnitt liegt bei 28 Prozent. Andererseits geben im Osten 80 Prozent an, täglich Obst und Gemüse zu essen, im Westen sind es nur 69 Prozent - bundesweit 71 Prozent. Bei Süßigkeiten liegen die Westdeutschen vorn: 24 Prozent von ihnen greifen täglich zu, im Osten tun das nur 14 Prozent.

Der Geschmack ist wichtig

In einem sind Ost und West sich einig: 99 Prozent ist beim Essen der Geschmack wichtig. Klöckner zieht daraus Schlüsse für die Reduzierung von Zucker, Fett und Salz in Fertiggerichten, die sie gemeinsam mit der Lebensmittelbranche voranbringen will: "Dass wir alle gerne theoretisch einen Plan machen können, was gesund ist, aber am Ende wird es alles nichts bringen, wenn es nicht schmeckt." Deswegen werde nicht von heute auf morgen vorgeschrieben, den Zucker etwa um die Hälfte zu reduzieren. Produkte würden dann zum Ladenhüter. 

Kritiker warfen Klöckner am Mittwoch vor, auf PR zu setzen, statt sich für eine bessere Lebensmittelproduktion einzusetzen. "Die Menschen erwarten wirksame Maßnahmen für eine bessere Tierhaltung oder zur Förderung eines gesunden Lebensmittelangebots, aber gewiss keine Scheinpolitik", sagte Martin Rücker von der Verbraucherorganisation Foodwatch. Er bemängelte, dass Klöckner bei den Fertigprodukten und beim geplanten staatlichen Tierwohl-Kabel auf Freiwilligkeit setze. 

Ex-Agrarministerin Renate Künast (Grüne) nannte den Report eine "Mogelpackung": "Sieht schön aus, ist aber nichts Wegweisendes drin." Klöckner sei "nicht viel mehr als eine Ankündigungsministerin" und richte sich zu sehr nach den Wünschen der Industrie. 

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DPA