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Nachhaltiger Fleischkonsum: Warum wir Schweinefüße und Kuhmägen essen sollten

Unsere Liebe zum Fleisch schadet unserer Umwelt. Aber man muss nicht gleich vegan leben, um etwas dagegen zu tun. Es gibt noch andere Möglichkeiten wie eine chinesische Studie bestätigt. 

Die Iren machen's vor: Crubeens ist ein Gericht aus gekochten Schweinefüßen. Traditionell wird es mit den Händen gegessen.

Die Iren machen's vor: Crubeens ist ein Gericht aus gekochten Schweinefüßen. Traditionell wird es mit den Händen gegessen.

Getty Images

Die Deutschen verzehren rund 60 Kilogramm Fleisch pro Kopf, die Hälfte davon ist Schweinefleisch. Dafür werden jährlich etwa 60 Millionen Schweine geschlachtet und fast sechs Millionen Tonnen Schweinefleisch produziert. Das sind enorme Zahlen. Zahlen, die auch zu Problemen führen können. Fleischkonsum ist eine Gewissensfrage für sich, die sich Verbraucher immer öfter stellen.

Zwischen 1990 und 2016 ist die Fleischproduktion in der EU um fast 16 Prozent gestiegen, während der Verbrauch um 13 Prozent stieg. Dieses Wachstum belastet die Umwelt. Vergleicht man die Fleischerzeugung mit der Getreideherstellung, verursacht unsere Gier nach Fleisch mehr Treibhausgasemissionen und beansprucht mehr natürliche Ressourcen wie Wasser und Energie.

Eine neue Studie um den chinesischen Wissenschaftler Gang Liu von der chinesischen Akademie der Wissenschaften hat sich die Fleischversorgung ganz Deutschlands angesehen. Wer hierzulande seinen Fleischkonsum erheblich reduzieren würde, könnte einen großen Anteil zum Klimaschutz beitragen.

Essen Sie mehr Teile vom Tier

Wer aber nicht gleich vegan werden möchte, für den haben die chinesischen Wissenschaftler einen anderen Tipp: mehr Organe von Tieren essen. Also ganz nach der "Nose-to-tail"-Philosophie. Die folgt dem Prinzip alle Teile vom Tier zu essen. Also von der Schnauze bis zum Schwanz, um so nachhaltiger Fleisch zu konsumieren. Würden wir mehr vom Schwein essen, wären viele Probleme der Massentierhaltung einfacher zu lösen. Das macht eine einfache Rechnung deutlich: Ein Schwein nährt etwa 200 Menschen, wollen wir aber nur die Premiumteile wie Filet essen, braucht es mehrere Schweine.

Die Emissionen könnten zudem durch die Beseitigung von Fleischabfällen im Einzelhandel, in Haushalten und in Restaurants reduziert werden. Und indem man die Nebenprodukte wie Schweinefüße und Kuhmägen verarbeitet. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass durch die Kombination aller untersuchten Strategien die Treibhausgase aus der Fleischproduktion um 43 Prozent (im Vergleich zu 2016) reduziert werden könnten. Die Wissenschaftler erhoffen sich, dass ihre Ergebnisse einen Einfluss auf die Art und Weise haben könnten, wie Landwirtschaft in Deutschland zukünftig betrieben wird.

Beim Entfernen der Plastikfolie ist das Schein noch blass und unscheinbar, aber dann ...
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