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20 Millionen Hühner sterben pro Woche: Die Wahrheit über frittiertes Hühnchen - wie einem Briten der Appetit darauf verging

Die Briten lieben Fried Chicken, also frittiertes Hühnchen. Dafür werden jede Woche 20 Millionen Hühner geschlachtet, allein in Großbritannien. Ein Brite hat sich für die "BBC" den Weg des Huhns von der Turbo-Mast bis zur Fritteuse angesehen. Danach ist ihm der Appetit vergangen.

Fried Chicken

Der Brite Hezron Springer liebte Fried Chicken. Bis er eine Doku für die "BBC" filmte.

Der britische Youtuber Hezron Springer liebt Fried Chicken, also frittiertes Hühnchen. In seiner Jugend hat er drei Mal am Tag die panierten und in Fett ausgebackenen Keulen und Flügel verspeist. Heute bestellt er sich Fried Chicken mindestens einmal in der Woche. Und dann in Fastfood-Ketten, die in Großbritannien übers ganze Land verbreitet sind. Aber woher kommen eigentlich die vielen Teile vom Hühnchen? Darüber hat sich Springer noch nie Gedanken gemacht. Zeit also für die "BBC" dem auf die Spur zu gehen.

20 Millionen Hühner werden jede Woche geschlachtet, um den Hunger der Briten nach frittiertem Hühnchen zu stillen. Die meisten Tiere kommen aus Massentierhaltung. So tummeln sich schnell Hunderttausend Tiere auf einer Farm. Manche Höfe können über eine Million Hühner beherbergen. Sie alle sind auf Wachstum getrimmt, um schnell auf den Tellern der Engländer zu landen. Auch auf dem von Hezron Springer. Das Masthuhn darf dafür 39 Tage leben. Zum Vergleich: Hühner aus Freilandhaltung leben 59, aus ökologischer Landwirtschaft 70 Tage.

Dem Youtuber war das nicht bewusst, er dachte, dass die Tiere zwei bis drei Jahre leben würden. 95 Prozent der Hühner kommen aus intensiver Massentierhaltung. Die Nachfrage nach Hühnchenfleisch ist so groß, deshalb diese Art der Produktion. Sie sorgt dafür, dass das Fleisch der Tiere günstig ist.

So systematisch werden Hühner in Massen geschlachtet

Nach 39 Tagen also kommen die Tiere ins Schlachthaus. Da können locker fast zwei Millionen Tiere die Woche getötet werden. Das macht 400 Hühner pro Minute. Alles ist systematisiert und funktioniert automatisch: Die Tiere werden in Kisten in einen dunklen Raum geschoben und mit Kohlendioxid betäubt, bis sie ohnmächtig werden. Dann trennt eine Maschine den Kopf der Hühner ab, eine andere entfernt die Federn. Die Innereien werden entnommen und für Tierfutter weiter verwertet. Danach werden die Vögel für drei Stunden gekühlt, um deren Körpertemperatur zu reduzieren. Zerteilt werden die Hühner in nur sieben Minuten und nach den Teilen sortiert, die wir im Supermarkt wiedererkennen. Zwei Maschinen können 300 Hühnchenbrustfilets in nur einer Minute abpacken. Filets werden vom Verbraucher am meisten nachgefragt.

Am Ende des Dokumentationsfilms bestellt Hezron Springer noch einmal Fried Chicken in seinem Lieblingsladen. Als er einen Bissen von der Hühnchenkeule nimmt, macht es bei ihm Klick. Er kann es nicht mehr essen. Er assoziiert das Hühnchenteil mit dem Geruch im Schlachthaus. In dem Moment als die Tiere getötet und die Köpfe abgetrennt wurden. Man kann dem Youtuber förmlich dabei zusehen, wie es in seinem Kopf rattert. Er hat jetzt ein Bewusstsein dafür, was er isst.

Nach dem Dreh des Films hat Springer wieder angefangen, Fleisch zu essen. Aber sehr viel weniger. Und er macht sich jetzt darüber Gedanken, woher das Fleisch, das er konsumiert, kommt.

Die ganze Dokumentation können Sie hier sehen!

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