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"Die Höhle der Löwen": "Keimster": Warum angekeimtes Müsli so gesund ist

Das Müsli, das bei "Die Höhle der Löwen" vorgestellt wird, besteht aus angekeimten Hafer, Dinkel und Buchweizen. Was dahinter steckt –und warum das eine gute Idee ist. 

Die Höhle der Löwen Keimster

Michael Gebhardt (M.) und Erik Renk aus Leipzig präsentieren mit "Keimster" gekeimtes Bio-Müsli. Löwin Judith Williams nimmt das Produkt genau unter die Lupe.

Schon unsere Vorfahren haben Getreide, Hülsenfrüchte und Nüsse über Nacht in Wasser eingelegt, bevor sie im Topf weich gekocht wurden. Beispielsweise wurde Hafer so zum Haferbrei, Kichererbsen zu Humus. Dahinter stecke, dass die Lebensmittel besser bekömmlich waren. Wieso sollte man sich diesen Nebeneffekt nicht zu Nutze machen?

Vor einigen Jahren ist Michael Gebhardt in Kalifornien auf sogenannte "Sprouted Grains Products" gestoßen, in Deutschland waren angekeimte Lebensmittel bis dahin nur vereinzelt im Biosupermarkt zu finden. "Das wollte ich ändern und habe mich dann intensiv mit dem Thema beschäftigt", sagt Gebhardt im Gespräch mit dem stern. So ist die Idee zu "Keimster" entstanden. 

Das Besondere? Die Körner sind angekeimt. Was das bringen soll? "Wenn Getreidesaaten mit Wasser in Berührung kommen wird ein Stoffwechselprozess aktiviert. Das Korn wechselt von einem ruhenden, inaktiven in einen lebendigen, aktiven Zustand. Dabei werden Antinährstoffe wie z.B. Phytinsäure abgebaut und essentielle Aminosäuren und Vitamine aufgebaut", erklärt der "Keimster"-Chef. Das hat den Vorteil, dass die Mineralstoffe nun für den Körper verfügbar sind, der Verdauungstrakt besser arbeiten und der Körper Eiweiß besser aufnehmen kann.

Gute Idee, teures Produkt

Auch Ernährungsexpertin Dagmar von Cramm findet die Idee gut: "Tatsächlich wird die Phytinsäure dabei teilweise abgebaut. Und die blockiert die Aufnahme wichtiger Mineralstoffe wie Eisen, Zink, Magnesium und Kalzium. Sie machen Getreide besser verdaulich. Das gilt auch für Nüsse und Kerne. Beim Keimen baut das Korn, die Nuss, der Kern mit Hilfe seiner Energiereserven neues Leben auf. Vitamine nehmen auch zu - aber die gehen beim Trockenprozess verloren. Der Eiweißgehalt steigt, ebenso die Bioverfügbarkeit."

Für sein Produkt weicht Gebhardt die Saaten ein, um den Keimprozess zu aktivieren. Dabei ist die Dauer und Temperatur bei jedem Getreide individuell. Die Saaten saugen das Wasser auf und ein kleiner Keimling wächst. Kurz davor stoppt Gebhardt und sein Team den Prozess und trocknet die Saaten bei etwa 40 Grad Celsius. So wird sichergestellt, dass das Getreide für die Gesundheit das optimale Stadium erreicht hat. 

Günstig ist das gekeimte Müsli mit den gesundheitlichen Vorteilen aber keineswegs. Im Onlineshop muss man für das "3-Körner-Keimster gekeimtes Bio-Müsli" 16,40 Euro für 1 Kilogramm, 19,92 Euro für zwei Kilogramm hinlegen. Das kritisiert auch die Ernährungsexpertin. In großen Bio- oder Drogeriemärkten gibt es ähnliche Produkte deutlich günstiger.

So keimen Sie Körner einfach selber

Dagmar von Cramm empfiehlt, Körner einfach selber keimen lassen. Das geht so:

  • Dazu muss man die Körner seiner Wahl über Nacht einweichen, in ein Sieb geben und über eine Schüssel hängen
  • Zwei Mal am Tag durchspülen, das verhindert die Entstehung von Pilzen und Schimmel
  • Die Körner brauchen Licht und Wärme, also ab auf die Fensterbank damit
  • Nach 24 Stunden sieht man schon kleine Keimstippchen
  • Das klappt besonders gut mit Buchweizen, Linsen und Weizen
  • Achtung: Keimt das Korn nicht, ist das ein Zeichen dafür, dass es nicht mehr naturbelassen ist
  • Tipp: Gekeimtes Getreide, Kerne und Hülsenfrüchte für Salat vor dem Essen besser erhitzen

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