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Schokolade im Marktcheck Macht Milka wirklich die beste Schokolade?

Milka Schokolade
Beliebt und geliebt: Wie gut ist Milka-Schokolade wirklich?
© iStockphoto
Milka ist die wohl bekannteste Schokoladenmarke Deutschlands. Jedes Kind kennt die lila Kuh, die auf der Packung zu sehen ist. Aber ist die Schokolade wirklich so lecker oder steckt dahinter nur gutes Marketing?

Es gibt wohl kaum einen, der Milka als Schokoladenmarke nicht kennt. Ursprünglich stammt sie übrigens aus Lörrach in Baden-Württemberg. Bis zu viereinhalb Millionen Schokoladentafeln werden dort täglich produziert und in die ganze Welt verkauft. Seit über einem Jahrzehnt rangiert Milka auf Platz 1 der beliebtesten Schokoladenmarken. Aber was taugt sie eigentlich wirklich, ist ihre Beliebtheit gerechtfertigt?

Der SWR wollte es genauer wissen und prüfte Milka in der gestrigen Marktcheck-Sendung auf Geschmack, Marketing, Qualität und Fairness im Kakaoanbau.

Geschmack

Der Chocolatier Eberhard Schell füllte für einen Blindtest fünf verschiedene Alpenvollmilch-Schokoladen in neutrale Formen, um herauszufinden, ob Milka geschmacklich vorne liegt. Getestet wurden die Vollmilch-Schokoladen Choceur von Aldi für 0,49 Euro (pro 100 Gramm), Milka und Ritter Sport für 1,09 Euro, Lindt für 1,59 Euro und die handgemachte von Chocolatier Schell für 7,90 Euro. Welche machte das Rennen?

In einer Blind-Verkostung, an der über 100 Passanten teilnahmen, war die Alpenvollmilch-Schokolade nicht der Favorit, sondern die von Lindt und damit Testsieger. Auf dem zweiten Platz folgte Milka. Ein solides Ergebnis.

Marketing

Beim Marketing ist Milka Spitzenreiter: TV-Bewerbung, Sponsoring für Sportevents, Social-Media-Aktionen wie die "Kuh-Munity" und der Milka-Youtube-Kanal sorgen für mediale Aufmerksamkeit. Die zahlt sich auch aus: die konstante Botschaft der lila Schokolade, die aus Alpenmilch besteht, hat sich über die Jahre durch- und auch beim Kunden festgesetzt – vor allem auch durch die Farbe Lila und der lila Kuh.

Qualität

Für eine gute Vollmilch-Schokolade braucht man gar nicht viel: guten Kakao, Milchfette in Form von Vollmilch- oder Milchpulver, Zucker und Vanille. Eine gute Schokolade wird außerdem mit allen Sinnen wahrgenommen, wie der Chocolatier Eberhard Schell erklärt: "Wir sehen, hören, riechen, schmecken und fühlen sie." In der Milka-Schokolade ist Butterreinfett enthalten, das sei nichts schlimmes, wie der Chocolatier erläutert, aber etwas, was die Schokolade sehr fett macht.

Qualitativ gehört Milka zu den Mittelklasse-Schokoladen. Die Zutaten ähneln denen anderer Schokoladen.

Fairness im Kakaobau

Dass Kakao nicht in unseren Breitengraden wächst, sollte eigentlich jedem klar sein. Die wichtigsten Kakaoanbaugebiete sind die Dominikanische Republik, Brasilien, die Elfenbeinküste, Ghana, Indien und Indonesien. Alles Länder, aus denen Milka Kakaovorräte bezieht. Dennoch sind die Bedingungen, unter denen die meisten Kakaobauern leben und arbeiten, alles andere als schokoladig: der Verdienst liegt kaum über der Armutsgrenze, Kinder werden häufig zur Arbeit eingesetzt. Das belegen Recherchen der ARD und des dänischen Fernsehen an der Elfenbeinküste. Der Milka-Mutterkonzern Mondelez  soll sich jedoch - nach eigenen Angaben - seit 2012 dafür engagieren, die Lebensbedingungen der Kakaobauern zu verbessern. Damit sichert sich der Konzern natürlich auch den Kakaonachschub. Bei der Fairness im Kakaoanbau kann demnach noch viel mehr geleistet werden.

Milka im Fazit

Geschmacklich trifft Milka den Massengeschmack, die meisten können sie sogar unter anderen Schokoladen rausschmecken. Beim Marketing ist Milka sehr weit vorne – vor allem dank des Markenzeichens der lila Kuh. Qualitativ unterscheidet sich Milka kaum von der Konkurrenz, die Zutaten sind zwar ordentlich, aber nicht Spitzenklasse. Fair ist, dass Kakaobauern zwar unterstützt werden, das Motiv ist natürlich kommerzieller Natur – und dienst der Sicherung der Kakaovorräte.

dsw

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