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Stiftung Warentest zu Kochfeldern: Induktion, Ceran oder Gas? Was am besten brutzelt

Die einen schwören auf Gas, die anderen auf Ceran. Aber was ist mit Induktion? Stiftung Warentest hat die drei Kochfelder verglichen. Das Ergebnis: Ein Kochfeld ist sparsamer als die anderen.

Ceran, Induktion oder Gas: Welches Kochfeld macht das Rennen?

Ceran, Induktion oder Gas: Welches Kochfeld macht das Rennen?

Ein Herd gehört heute genauso selbstverständlich zur Kücheneinrichtung wie ein Kühlschrank, und wer sich nicht gerade ausschließlich von Rohkost ernährt oder nur auswärts isst, nutzt ihn auch. Üblich sind heute Geräte mit Elektrokochfeldern; Gasherde sind selten geworden, weil dafür Gasleitungen nötig sind, und die gibt es oft nur noch in Großstädten. Beim modernen Herd, der mit einer schicken, spiegelglatten Flächen aufweist, hat der Verbraucher die Wahl: Soll es ein Ceranfeld mit Wärmestrahlung sein? Oder doch lieber Induktion? Was ist besser? Stiftung Warentest untersuchte für die aktuelle Ausgabe insgesamt 22 Einbaukochfelder mit Glaskeramikoberfläche, darunter neun strahlungsbeheizte und zehn Induktionskochfelder sowie drei Gaskochfelder, und vergleichen sie miteinander.

Die Tester prüften unter anderem die Kochzeit für einen Kochvorgang, die Wärmeverteilung, den Energieverbrauch und die Sicherheit. Das Ergebnis: Am besten kochen lässt sich auf zwei Induktionsherden, lautet eines der Ergenisse, und zwar auf Geräten von Bosch und Siemens. Beide erhielten ein "Gut" mit der Note 1,8. Interessant dabei: Das Bosch-Gerät kostet mit 650 Euro ist fast nur halb so viel wie der gleichwertige Siemens-Herd (1180 Euro). Knapp dahinter und ebenfalls für "Gut" befunden liegt ein weiterer Siemens-Herd und ein Gerät von Neff.

Das mit großem Abstand teuerste Gerät im Test, ein Induktionsfeld von Gaggenau für satte 3800 Euro, landete nur im Mittelfeld und erhielt ein Befriedigend (3,1). Was zur Abwertung führte, war die schwache Wärmeverteilung bei runden Pfannen, die nur ein "Ausreichend" erhielt. Die Wärmeverteilung bei rechteckigen Grillplatten funktioniert besser: Hierfür gab es ein "Gut".

Die meisten Ceranfelder nur "befriedigend"

Induktion ist wegen seiner elektromagnetischen Strahlung vielen Verbrauchern aber nicht besonders geheuer. Sie setzen daher auf Ceranfelder mit Wärmestrahlung - und müssen wohl mit einer schwächeren Leistung leben, denn die meisten der getesteten Geräte erhielten nur ein "Befriedigend". Ein "Gut" mit der Note 2,4 erhielten zwei von neun Geräten: eines von Miele und eines von Siemens, wobei der Miele-Herd mit 890 Euro der Spitzenreiter in dieser Reihe ist, gefolgt vom zweitplatzierten Siemens-Herd (590 Euro). Die übrigen Geräte lagen preislich deutlich darunter.

Der größte Unterschied zwischen den drei Systemen offenbart sich laut Stiftung Warentest bei der Kochzeit: Am schnellsten werden die Töpfe auf Induktionsfeldern heiß, am langsamsten bei Gasherden. Anders als Ceran- und Gasherde haben Induktionsgeräte einen sogenannten Booster, der den Vorgang noch einmal beschleunigt. Das erhöhte Tempo erfordert aber auch eine Umstellung des Kochs: Er muss bei Induktion deutlich schneller arbeiten - Muße war gestern.

Induktion ist sparsam

Darüber hinaus seien Induktionsherde deutlich sparsamer und verbrauchten rund ein Fünftel weniger Strom als Ceranfelder, schreiben die Tester, was zwar gut für die Umwelt sei, sich aber nicht zwingend im Budget niederschlage: Sie seien so teuer, dass sich die Anschaffung auch nach zehn Jahren intensiver Nutzung nicht auszahle.

Wesentlich günstiger ist da der Gasherd, mit dem man gleichzeitig umweltschonend und preiswert kochen kann. Bei ihm dauert es aber, bis die Speisen heiß sind. Zwar lässt sich die Hitze fein regulieren, doch bei der Wärmeverteilung zeigten sich Schwächen gegenüber den anderen beiden Varianten. Im Test erreichten die Geräte beim Kochen nur ein "Ausreichend" (4,0).

Den kompletten Kochfelder-Test gibt es gegen Gebühr auf www.test.de.

Sonja Helms
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