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Steckbrief Kartoffel: Die Multi-Knolle

Sie ist gesund und wird in manchen Gegenden sprachlich sogar zum Obst geadelt: die Kartoffel. Wohl kein anderes Gemüse findet in der Küche eine deratig vielfältige Verwendung.

Von Björn Erichsen

Die Kartoffel: Für Menschen im 19. Jahrhundert war sie in strengen Wintern eine Lebensvesicherung.

Die Kartoffel: Für Menschen im 19. Jahrhundert war sie in strengen Wintern eine Lebensvesicherung.

Name: Kartoffel – lateinisch: Solanaceae tuberosum, ein Nachtschattengewächs.

Alias:

Hierzulande hat man die Kartoffel gleich mehrfach zum Obst geadelt. Erdapfel sagen einige zu der Knolle, in manchen Regionen nennt man sie auch: Grundbirne. Das Wort Kartoffel leitet ab sich von tartufolo, dem italienischen Wort für Trüffel.

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Tut gut weil:

Kartoffeln sind gesund, vor allem durch hochwertiges Eiweiß,Kalium, Magnesium, B-Vitamine (besonders Vit. B6) und Vitamin C. Für uns schwer vorzustellen: Aber für unsere Vorfahren waren Kartoffeln eine wichtige Vitamin C-Quelle im Winter. Heutzutage essen viele Menschen Kartoffeln zum Schlankbleiben, da sie gut sättigen bei wenig Kalorien – zumindest so lange sie nicht Chips oder Pommes frites zubereitet zur Fettbombe mutieren.

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Immer dran denken: Grüne Stellen an den Kartoffeln immer grozügig entfernen – denn diese enthalten giftige Alkaloide, vor allem Solanin, das ebenfalls in Keimen, Augen und der Schale enthalten ist. Dass es, wie oft zu lesen, gesünder sei bei Kartoffeln die Schale mitzuessen, kann man getrost zu den Ernährungsmythen zählen. Was dagegen stimmt: Pellkartoffeln sind besonders gesund, da bei ihrer Zubereitung das Vitamin C am besten erhalten bleibt.

Schmeckt am besten: Kaum ein anderes Gemüse wird in der Küche so vielseitig verwendet wie die Kartoffel: Zum kochen, braten, als Backkartoffel, Folienkartoffel, Püree, Salat, Klöße, Gratins, Pommes frites, Kartoffelpuffer, Reibekuchen, Rösti, Chips – die Kartoffel ist eine wahre Multi-Knolle!

Und welche Sorte man für was nimmt, entscheidet man am besten nach den Kocheigenschaften: So sind festkochende Sorten am besten für Bratkartoffeln oder Kartoffelsalat geeignet, da sie beim Kochen nicht zerfallen. Mehlig kochende dagegen enthalten viel Stärke, die beim Kochen aufquillt und die Kartoffeln aufplatzen lässt, so dass man sie am besen für Püree, Klöße oder für die Suppe verwenden kann. Die vorwiegend festkochenden sind die echten Allrounder in der Kartfoffelkiste: Eignen sich eigentlich für alles, am besten für Salzkartoffeln.

Anbau/Saison: Man unterscheidet zwischen frühreifen (schmecken am besten ab Juni – vorher oft eher wässriger Geschmack - bis Anfang August), mittelfrühen (ab Mitte August) und mittel-späten Sorten (September/Oktober) – je nach Reifezeit. Nur Letztere sind für längere Lagerung geeignet. Grundsätzlich gilt aber: Kartoffeln eher nicht auf Vorrat einkaufen, sondern nur die Menge, die man zügig verbrauchen kann – fangen sie erst einmal an zu keimen und werden schrumpelig schmecken sie nicht mehr.

Lagerung:

Wenn schon lagern, dann so: Ungewaschen, kühl, dunkel und trocken – also genauso wie im guten alten Kartoffelkeller, doch den hat heutzutage natürlich kaum noch jemand. Im Kühlschrank sollte man sie lieber nicht aufbewahren, denn die Kälte verwandelt die Stärke in den Kartoffeln in Zucker, wodurch die Knollen ungenießbar werden. Ideal ist eine Umgebungstemperatur von etwa 10 Grad. Offenes Sonnenlicht sollte man vermeiden, denn dadurch steigt der Alkaloidgehalt und die Kartoffeln bekommen grüne Stellen. Das gilt selbstverständlich auch für Kartoffeln, die im Supermarkt in Netzen unterm Neonlicht liegen.

Mitarbeit: Edith Reichert
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