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Draht ragte heraus: Bombe in Avocado? Warum die Münchner Polizei beim Discounter anrücken musste

Von der Avocado geht eine Gefahr aus. Das dachte sich zumindest eine Münchner Kundin eines Discounters. Dabei meinte sie nicht etwa die "Avocado-Hand", sondern etwas anderes Verdächtiges. Ein Fall für die Münchner Polizei.

Avocado

Kann eine so unschuldig dreinblickende Avocado gefährlich sein?

Getty Images

Die Briten diskutierten jüngst über eine ganz andere Bedrohung: die "Avocado-Hand". Das sind Schnittverletzungen, die man sich beim Hantieren mit den beliebten Früchten zuziehen kann. Beim schwungwollen Hineinstechen trifft das Messer schnell auf den harten Kern - rutscht es dann ab, schneidet man sich. Ein britischer Facharzt für plastische Chirurgie warnte in der "Times" vor Unfällen, die durch Avocados passieren. In seiner Klinik landen wöchentlich rund vier Patienten, die sich eine "Avocado-Hand" zuziehen.

Eine ganz andere Gefahr witterte eine Kundin, die bei einem Einkauf im Discounter in München auf eine verdächtige traf. Die muss sogar so verdächtig ausgesehen haben, dass die Kundin die Polizei rief. Sie hatte sich bei den Beamten gemeldet, weil sie "einen Gegenstand" entdeckt habe, aus dem ein Draht herausrage. Wie kann es auch anders sein, die Polizei interpretierte in die Ausführungen der Kundin, dass es sich nur um eine Sprengvorrichtung handeln kann.

Gefährliche Avocado, ungefährliche Avocado

"Kurz nach dem Eintreffen der Polizeibeamten war jedoch schnell klar erkennbar, dass es sich um eine ungefährliche Avocado handelt, in die ein Draht gesteckt worden war", teilten die Ermittler weiter mit. Sie nahmen die Frucht am Montag mit auf die Polizeiinspektion 14 und schnitten sie auf. Der beruhigende Befund: "Auch im Inneren der Avocado konnten keine abnormalen Fremdkörper aufgefunden werden."  

So absurd dieser Fall auch klingen mag, er fand wirklich statt. Im Anschluss musste die Avocado entsorgt werden. Sie war wohl nicht mehr zum Verzehr geeignet. Dabei gilt die Avocado seit geraumer Zeit als Star im Gemüseregal. Nach Angaben des Bundesministeriums für Landwirtschaft und Ernährung wurden im vergangenen Jahr 69.530 Tonnen Avocados nach Deutschland eingeführt. 2013 waren es nicht mal halb so viele (31.433 Tonnen). Zu den Haupt-Ursprungsländern der nach Deutschland gebrachten Avocados zählen Peru, Chile und Spanien.

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dsw mit DPA
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