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ARD-Doku "Europas dreckige Ernte": Warum Sie kein Obst und Gemüse aus Spanien und Italien kaufen sollten

Wer unbedacht Obst und Gemüse im Supermarkt kauft, unterstützt katastrophale Arbeitsbedingungen im Ausland. Denn es hat enormes Gewicht, woher die Tomate kommt, die auf Ihrem Teller landet.

Supermarkt

Wissen Sie eigentlich, woher Ihre Tomate kommt?

Getty Images

Ein Meer aus Plastik: Ganze Landstriche verstecken sich unter weißen Planen, unter denen Gemüse und Obst angebaut wird. Rund um Almeria, im Süden Spaniens, kennt man kein anderes Bild. Gleich neben den Gewächshäusern aus noch viel älteren Plastikplanen wurden notdürftig Chabolas, also Slums, hergerichtet. Hütten aus Müll. In diesen Slums leben die Arbeiter der Gemüseplantagen, sie können sich keine Wohnung leisten, fließend Wasser gibt es hier auch nicht. Die ARD dokumentiert die katastrophalen Lebens- und Arbeitsbedingungen der Erntehelfer. Derjenigen, die Gemüse und Obst anbauen, das auch bei uns auf den Tellern landet.

Wie die Dokumentation "Europas dreckige Ernte" aufdeckt, landet dieses Obst und Gemüse, das unter menschenunwürdigen Bedingungen angebaut wird, auch bei uns. Für spanische Genossenschaften wie Agroiris, unter der 400 Bauern zusammengeschlossen sind, ist Deutschland der wichtigste Markt in Europa. Sie beliefern Edeka, Rewe, Kaufland und Lidl. Dort sind die Auslagen mit Obst und Gemüse prall gefüllt, das ganze Jahr über. Ordentlich verpackt glänzen die Tomaten an den Rispen, die Nektarinen in den Körben und die Kartoffeln in den Säcken. Dem Verbraucher ist es meist egal, dass die Lebensmittel aus dem europäischen Ausland kommen, wie eine Umfrage der ARD zeigt.

Billige Ware: Zu welchem Preis? 

Auffällig ist, dass die Produkte aus Spanien besonders günstig sind. Vor allem aus der Region Almeria. Wie kann dort so viel und so billig produziert werden?

Die ARD-Dokumentation zeigt, wie die Erntehelfer im Süden Spaniens Arbeit finden. Morgens versammeln sich die Arbeiter an der Straße, auf der Suche nach einem Tagelohn. Es ist ein sogenannter Arbeiterstrich. Hier bieten sich junge Männer für die Jobs in den Gewächshäusern an. Es sind alles Flüchtlinge. Viele kommen aus Afrika. Sie werden misshandelt, sie werden untertariflich bezahlt. Wehren können sich die Arbeiter nicht, viele von ihnen haben keine Papiere und sind illegal im Land. 

Aber wo fängt das Problem an? Die Bauern erhalten für ihre Ernten Dumpingpreise, für ein Vielfaches wird deren Ernte in den Supermärkten weiterverkauft. Vor allem die deutschen Supermarktketten seien die größten Preisdrücker, heißt es in der Dokumentation. Verantwortung für die Ausbeutung der Arbeiter will niemand übernehmen. Die Politiker und die Genossenschaften wollen nicht einmal von den prekären Arbeitsbedingungen in Spanien wissen. Die Bilder der armen Arbeiter existieren trotzdem.

Besser regional einkaufen 

Auch in Italien geht es den Arbeitern nicht besser. Die Anbaugebiete sind riesig, die Arbeits- und Lebensbedingungen auch hier grenzwertig. Sie haben Beschwerden von der Arbeit, die sie auf den Feldern verrichten müssen: Schäden an der Wirbelsäule, Bandscheibenvorfälle, aber auch psychische Probleme. Das liegt auch daran, wie sie leben. In illegalen Zeltstädten. Auch hier das gleiche Bild wie in Spanien. Plastikbaracke an Plastikbaracke. In Italien kommen noch mafiöse Strukturen hinzu. Beispielsweise verdient die italienische Mafia an Obstkisten und Verpackungen und zweigt EU-Subventionen über Strohmänner ab, wie die ARD herausgefunden hat.

Die Situation ist schwierig: Wer Obst und Gemüse hierzulande aus dem europäischen Ausland einkauft, kann sich nicht sicher sein, wie dieses produziert wurde. Auskünfte über Arbeitsbedingungen finden sich nicht auf dem Etikett der Tomaten in der Auslage. Wurden die etwa von Erntehelfern gepflückt, die auf den Arbeitsstrich gehen mussten? Von Arbeitern, die unter prekären Bedingungen in Slums leben? Möchte man dies umgehen, sollte man sein Gemüse und Obst regional einkaufen. Vom Bauern aus dem Umland. Den kann man im Zweifel auch besuchen, um sich die Bedingungen der Arbeiter anzusehen.

Sehen Sie hier die ganze ARD-Dokumentation "Europas dreckige Ernte" in der Mediathek! 

Komplizierte Zuordnung : Ist eine Gurke eigentlich Obst oder Gemüse?

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.