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Marktcheck Fisch aus Aquakultur: Darauf sollten Sie im Supermarkt achten

Lachs im Supermarkt
In Supermärkten und Discountern gibt es vor allem viel Lachs zu kaufen
© sergeyryzhov / Getty Images
Wie nachhaltig ist Fisch aus Aquakultur? Was bedeuten die Label auf den Verpackungen und warum reisen die Tierchen um die halbe Welt? Die Verbraucherzentrale Hamburg erklärt, worauf Kunden achten sollten.

Weil die Meere überfischt sind, ist der Kauf von Wildfisch oft ökologisch fragwürdig. Aber auch Fisch aus Aquakulturen ist nicht immer nachhaltig. Intensive nicht-ökologische Tierhaltung und lange Transportwege lassen diese Alternative oftmals ebenfalls wenig attraktiv erscheinen. Die Verbraucherzentrale Hamburg hat sich 23 Fische und Meeresfrüchte aus Aquakulturen genauer angeschaut, die in Supermärkten und Discountern verkauft werden. Das sind ihre Tipps für Kunden:

Welches Siegel taugt was?

Immerhin 20 der 23 untersuchten Aquakultur-Produkte trugen ein Qualitäts- oder Gütesiegel, das auf strengere Regeln als die gesetzlichen Mindeststandards verweist. Das betrifft etwa die Dichte der Haltung, den Einsatz von Medikamenten und die Qualität der Futtermittel. Häufig handelte es sich dabei allerdings um die konventionellen ASC- oder GGN-Siegel. Aquakultur-Fische mit diesen Siegeln sind zwar in der Regel nachhaltiger als Wildfang, die Standards sind aber niedriger als bei Bio-Siegeln. Die Empfehlungsampel der Verbraucherschützer lautet: Rot für Fisch ohne Siegel, Gelb für konventionelle Siegel wie ASC und GGN und Grün für Bio-Fisch aus ökologischer Zucht. Mehr Details zu den Labels finde Sie hier

Was versteckt sich hinter QR-Codes?

Neben dem Siegel können Hersteller auch QR-Codes auf die Verpackung drucken, um den Kunden mehr Informationen über den Fisch zu geben. Allerdings: Mehr als die Hälfte der untersuchten Produkte trug entweder gar keinen QR-Code oder verbarg dahinter nur banale Inhalte wie Werbung und Rezeptvorschläge. Immerhin: Bei sieben Produkten, nutzten die Hersteller den QR-Code, um Herkunft, Transportwege und Namen der Produktions- und Herstellungsbetriebe offenzulegen.

Vorgetäuschte Vielfalt

Aus Aquakulturen finden sich vor allem Lachs und Garnelen im (Tief-)kühlregal. Eine größere Vielfalt an Fisch und Meerestieren sei häufig nur vorgetäuscht, schreiben die Verbraucherschützer. Denn: Hinter Shrimps, Garnelen, King Prawns, Crevetten, White Tiger Garnelen, Riesen Garnelen, Jumbo Garnelen oder Pacific Prawns verberge sich immer ein und dieselbe Tierart, und zwar "Litopenaeus vannamei". Merke: "Ein exotisch klingender Name bedeutet nicht automatisch, dass es sich um etwas Ausgefalleneres als eine ganz gewöhnliche Garnele handeln muss." 

Tote Kugelfische am Muizenberg Beach angespült.

Verwirrung bei der Herkunft

Auch bei der Herkunft setzen manche Hersteller gerne auf Verbraucherverwirrung. So werden die Miesmuscheln des Herstellers Escal auf der Vorderseite als "Spezialität aus Frankreich" beworben, mit französischer Flagge. Tatsächlich stammen die Muscheln aus dem weit entfernten Chile, in Frankreich wurden sie nur weiterverarbeitet. Als besonders undurchsichtig kritisieren die Verbraucherschützer auch die Garnelen der Firma Krone. Denn auf der 80-Gramm-Verpackung sind etwa ebenso viele Herkunftsländer angegeben wie Garnelen drinstecken. Die Meerestierchen stammen laut Etikett aus: Honduras, Ecuador, Indonesien, Vietnam, Guatemala, Mexico, Nicaragua und/oder Venezuela.

Lange Transportwege rund um den Globus sind leider auch bei Zuchtfisch die Regel. Selbst Bio-Lachs aus Norwegen nimmt häufig noch einen Umweg über Polen oder Litauen, bevor er in deutschen Supermärkten landet. Für Muscheln, die eigentlich auch in Europa gezüchtet werden könnten, berechnet die Verbraucherzentrale Transportwege bis zu 12.000 Kilometern.

Den Marktcheck der Verbraucherzentrale können Sie im Detail hier einsehen

bak

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