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Wacholder pur Gin Sets für Zuhause: Mit diesen Tipps wird die erste Kreation ein Hit

Gin Sets für Zuhause: Drei Gläser mit Bathtub-Gin stehen neben einer halbvollen Flasche
Gins, die in den eigenen vier Wänden entstehen, werden auch als "Bathtub Gin" bezeichnet. Im Gegensatz zu den danach noch destillierten Gins landen sie gold-gelb im Glas.
© Oksana_S / Getty Images
Als kongenialer Partner von Tonic gehört Gin seit Jahren zu den beliebtesten Spirituosen weltweit. Doch auch pur glänzt die Wucht aus dem Wacholder mit vielfältigen Aromen. Und so kreieren Sie den Klassiker mit dem eigenwilligen Geschmack Zuhause selbst.

Kaum ein Party-Mixgetränk ist schneller im Glas als der gute alte Gin Tonic. Ein ordentlicher Schluck Wacholderschnaps, aufgefüllt mit sprudeligem Tonic, dazu ein Scheibchen Zitrone (oder Gurke) und eine Handvoll Eiswürfel. Fertig ist der Hit auf jedem Fest. Man muss kein professioneller Barkeeper sein, um seinen Gästen einen erfrischenden "GT" servieren zu können. Ein Standard-Gin aus dem Supermarkt und ein paar Flaschen Tonic reichen für einen lustigen Abend allemal. Die Feingeister unter den Fans des Schnapses mit dem markanten, leicht nadeligen Wacholderaroma tüfteln dagegen lieber mit der Spirituose selbst. Dass das kein Hexenwerk ist, erkennt man daran, dass die Regale in den Supermärkten geradezu aus allen Nähten platzen vor sogenannten Craft-Gins, die in kleineren Distillerien vom Schwarzwald bis auf die Insel Rügen von Hobby-Destillateuren in schicke Flaschen abgefüllt werden.

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Wie Sie in wenigen Tagen ihren eigenen Wacholderschnaps kreieren, welche Zutaten, Tools und Botanicals Sie dafür brauchen und was Sie beim Mazerieren sonst noch beachten sollten, erfahren Sie in diesem Artikel. Einen Gin Test 2021 mit acht verschiedenen Kreationen finden Sie hier.

Gin selber machen: Bevor es losgeht

Um Gin selbst herzustellen, ist weder eine Brennblase noch anderes professionelles Equipment notwendig. Denn im Gegensatz zu Obstbränden wird beim Gin der Alkohol nicht durch Destillation gewonnen, sondern fertig beigemischt. Dafür eignen sich klare und möglichst geschmacksneutrale Spirituosen wie Wodka oder Korn. Der Gin kann aber auch mit Weingeist, auch als Ethanol oder Primasprit bekannt, angesetzt werden. Weingeist hat in der Regel einen Alkoholgehalt von mindestens 95 Prozent. Warum das wichtig ist, erfahren Sie etwas weiter unten. 

1. Die Vorbereitung

  • Bevor das Gin-Experiment starten kann, müssen die Zutaten besorgt werden. Neben dem bereits erwähnten Primasprit benötigen Sie zunächst ganze Wacholderbeeren. Für zwei 0,5-Liter-Flaschen Gin genügen 15 bis 20 Gramm der kleinen schwarzen Zapfen, die rein botanisch gar keine Beeren sind. 
  • Für das spätere Abfüllen sollten saubere Glasflaschen bereit stehen, die mit einem Griffkorken dicht verschlossen werden können. 
  • Um dem ersten eigenen Gin eine unverwechselbare Geschmacksnote zu verleihen, benötigen Sie zudem verschiedene Botanicals. Je experimentierfreudiger Sie sind, desto ausgefallener dürfen die Gewürze sein. Als Klassiker gelten Kardamom, Koriandersaat, getrocknete Lorbeerblätter, Süßholz, Pfefferbeeren und getrocknete Schalen von Zitrusfrüchten. Aber wie bereits erwähnt: Beim Gin-Ansatz sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt.
  • Damit das "Gebräu" ungetrübt und vollständig in den Flaschen landet, sind ein kleiner Edelstahltrichter, ein Haushaltsieb und eine Handvoll gewöhnliche Filtertüten wichtig.
  • Wer den "Home made"-Gin verschenken möchte, kann die Flaschen noch kreativ beschriften. Zum Beispiel mit diesen wasserfesten Acrylstiften.
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2. Der Ansatz

  1. Füllen Sie den Wodka oder Korn zunächst in eine der Glasflaschen um. Bedenken Sie, dass später noch die Wacholderbeeren und weitere Gewürze in die Flasche müssen. (Was Sie bei reinem Alkohol beachten müssen, erfahren Sie etwas weiter unten)
  2. Stoßen Sie zehn bis zwölf Gramm Wacholderbeeren in einem Mörser leicht an und legen Sie sie in den Alkohol ein (die anderen Botanicals folgen später). Je mehr Wacholderbeeren in der Flasche landen, desto intensiver wird später die spezielle Wacholdernote.
  3. Verschließen Sie die Flasche und lagern Sie das Wodka-Wacholder-Mazerat mindestens 24 Stunden trocken und lichtgeschützt. Schütteln Sie die Flasche zwischendurch mehrmals leicht, damit sich die Beeren neu verteilen. 
  4. Öffnen Sie die Flasche mit dem nun gold-gelben Gin-Ansatz und geben Sie weitere Gewürze hinzu. Für einen klassischen Gin genügen Kardamom, Koriandersaat und etwas Zitrusschale.
  5. Verschließen Sie die Flasche erneut, schütteln Sie das Mazerat noch einmal kräftig und lassen Sie das Ganze weitere zwölf Stunden ziehen.
  6. Füllen Sie einen kleinen Schluck in ein Degustationsglas ab und probieren Sie Ihre Kreation. Nun kommt es auf Ihren Geschmack an. Geben Sie Botanicals hinzu, wenn Ihnen der Gin noch nicht intensiv genug ist und gönnen Sie dem Mazerat noch ein paar Stunden, um sich zu entwickeln.
  7. Sobald Sie mit dem Aroma zufrieden sind, müssen die Gewürze und sämtliche Schwebstoffe aus dem Gin herausgefiltert werden. Dazu platzieren Sie den Trichter auf einer zweiten Glasflasche. Gießen Sie das Mazerat nun vorsichtig durch ein mit zwei Filtertüten ausstaffiertes Sieb. Wiederholen Sie die Prozedur, sollten Sie noch Schwebstoffe im fertigen Gin entdecken.
  8. Lassen Sie den Gin danach noch etwa eine Woche stehen und geben Sie ihm Zeit, die Aromen setzen zu lassen.
  9. Zum Wohl! Genießen Sie Ihre erste eigene Gin-Komposition.
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Gin mit reinem Alkohol ansetzen: Das ist wichtig

Statt mit Wodka kann Gin auch mit reinem Alkohol (Ethanol) angesetzt werden. Dieser muss aber verdünnt werden, um auf einen für Gin typischen Alkoholwert von in der Regel etwas mehr als 40 Volumenprozent zu kommen. Nutzen Sie hierfür einen der zahlreichen Alkoholrechner im Internet. Die füttern Sie mit dem Alkoholwert des Ethanols, dem Wunsch-Alkoholwert des Gins sowie der Flüssigkeitsmenge vor oder nach der Verdünnung. Der Rechner ermittelt nun die Menge Wasser, mit der das Ethanol verdünnt werden muss. 

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Ein Beispiel: Ihr Ethanol hat einen Alkoholgehalt von 95%vol und der Gin soll nach dem Mazerieren 43%vol haben. Insgesamt wollen Sie einen Liter Gin herstellen. Das Ergebnis: Messen Sie in einem Messbecher 450 Milliliter Alkohol ab und vermischen Sie das Ethanol mit 550 Millilitern Wasser. Ihr Gin hat später einen Alkoholgehalt von 43%vol. Vorteil des etwas aufwändigeren Mischens: Sie können den Alkoholgehalt Ihres Gins selbst bestimmen. Arbeiten Sie mit Wodka gibt es daran nichts zu rütteln.

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Für alle, denen die Einkaufsliste der Zutaten für den "Home-made"-Gin zu lang ist,  haben wir eine gute Nachricht. Es gibt praktische Gin-Baukästen, die alles was das Gin-Liebhaber-Herz begehrt enthalten. Von den Botanicals über Flaschen und einen Trichter, bis hin zu selbstklebenden Etiketten. Nur den Alkohol müssen Sie sich für die etwas bequemere Variante des Gin-Mazerierens noch selbst besorgen. 

Quellen:  Essen & Trinken; ginspiration.de; schnapsbrennen.at

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