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Schadstoffe und Intransparenz Ökotest lässt Kaffeesorten reihenweise durchfallen – nur eine ist "gut"

Ein heißes Getränk gehört für viele zum Start in den Tag.
Ein heißes Getränk gehört für viele zum Start in den Tag.
© Chen Sihan/ / Picture Alliance
Ökotest hat 20 Kaffeesorten geprüft und zeigt sich ernüchtert. Beinahe die Hälfte der Kaffees rasselt durch den Test. Am Geschmack liegt das aber nicht.

Ein Morgen ohne Kaffee, das ist für viele so undenkbar wie ein Auto ohne Motor. Aber was ist ein guter Kaffee? Einer der schmeckt, klar. Immer wichtiger werden aber auch Herkunft, Transparenz, Nachhaltigkeit. Werden die Anbieter diesen Ansprüchen gerecht? Ökotest hat 20 gemahlene Kaffees absatzstarker Marken geprüft, darunter Produkte aus Supermärkten und Discountern. Das Ergebnis des Tests ist ernüchternd. Am Geschmack liegt es nicht.  

Ökotest ist es zwar gerade einmal einen mickrigen Satz wert, aber geschmacklich kann sich durchaus sehen lassen, was die Anbieter liefern. Mehr als die Hälfte der Kaffees schmeckte demnach "gut" oder sogar "sehr gut". Nur einer fiel geschmacklich durch. Der "Rösta Classic Kräftig", eine Norma-Eigenmarke, habe alt gerochen und derb geschmeckt. "Mangelhaft" urteilen die Tester. Die Charge habe der Discounter im Anschluss aus dem Verkauf genommen.

Schadstoffe im Kaffee

Trotz der positiven Geschmacksbilanz ist Ökotest aber mit vielen Produkten überhaupt nicht zufrieden. Ein Grund dafür sind die Inhaltsstoffe. "Viele Kaffees haben Probleme mit zwei Schadstoffen, die beim Rösten entstehen", schreiben die Tester. Gemeint sind Acrylamid und Furane. Mindestens einer der Stoffe wurde demnach in jedem Kaffee gefunden und das, laut Ökotest, erhöht. 

Zwar liegen die Werte weit unter den EU-Richtwerten, Ökotest orientiert sich allerdings an der Einschätzung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa). Diese geht aufgrund von Tierversuchen davon aus, dass diese Stoffe potenziell das Krebsrisiko erhöhen, Furane zudem langfristig die Leber schädigen können – Ökotest bewertet entsprechend strikt. Am besten schneidet "Gepa Faires Pfund Bio Kaffee aus Fairem Handel" ab, der auch ansonsten überzeugt und mit einem "gut" im Gesamturteil den Testsieger stellt. Das kostet allerdings. Mit 8,49 Euro pro 500 Gramm handelt es sich um den teuersten Kaffee im Vergleich.

Wie nachhaltig wird gearbeitet?

Bezahlt werden dabei aber auch Faktoren wie Anbaubedingungen und Transparenz. Themen, die Ökotest bei dem Vergleich besonders in den Fokus nahm. Sind die Lieferketten nachvollziehbar, gibt es einen Verhaltenskodex, der Themen wie Kinderarbeit, Zwangsarbeit und Diskriminierung regelt? Um diese Fragen zu klären, legte Ökotest den Anbietern einen Fragebogen vor, der gemeinsam mit der Control Union Certifications Germany entwickelt wurde. Vor allem mit namhaften Marken gehen die Tester nun hart ins Gericht.

Während die Bio-Anbieter im Test ihre Lieferketten offenlegten, auch Belege vorbringen konnten, gelang das großen Marken nicht, schreibt Ökotest. Besonders enttäuscht zeigten sich die Tester von der Firma "Röstfein", welche den Fragebogen gänzlich unbeantwortet ließ. Der Kaffee muss sich am Ende mit einem "mangelhaft" als Gesamturteil zufrieden geben, ist damit aber in illustrer Gesellschaft. Fast die Hälfte aller Kaffees fällt durch den Ökotest – acht sind "mangelhaft", einer sogar "ungenügend". Schlusslicht ist Darbovens "Eiles Kaffee". Der gehört zwar zu den teuersten im Vergleich, lohnt den Kauf aber demnach nicht. Ökotest vergibt die schlechteste aller Noten.

Eine Hand hält Kaffeebohnen ins Bild.

Besser macht es unter anderem Dennree. Der "kräftig-aromatische Kaffee filterfein gemahlen" schmeckt laut Ökotest nicht nur "gut", sondern liefert auch sonst ein "befriedigendes" Ergebnis und gehört damit zur Top 5 im Test. Da er zudem nur etwa halb so viel wie der Testsieger kostet, 4,29 pro 500 Gramm, ist der Dennree-Kaffee der Preis-Leistungs-Sieger.

Alle Ergebnisse des Tests finden Sie gegen Gebühr auf oekotest.de.

tpo

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