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Stiftung Warentest DDR-Mixer schlägt sogar Neugeräte: Marken-Modelle bestehen die Härteprüfung gut – ein Rührer muss aufgeben

Handmixer
Rühren können die Mixer alle, aber wie gut, das prüfte Warentest.
© esseffe / Getty Images
Handmixer sind ein Muss in der Küche. Sie rühren, kneten, pürieren - allerdings nicht immer so, wie sie sollen. Stiftung Warentest hat 17 Geräte ausprobiert, eines ist durch den Test gefallen. Ein alter DDR-Mixer kann's besser.

Handrührgeräte gehören zu den Arbeitstieren in der Küche. Sie sollen feinen Eischaum schlagen und dicke Teige kneten. Stiftung Warentest hat 17 aktuelle Geräte getestet und dabei festgestellt: Rühren können die Mixer alle, aber das Ergebnis lässt zuweilen zu wünschen übrig. Manche Rührgeräte machen den Teig löchrig, andere sind ohrenbetäubend laut und einige fallen gänzlich durch die Belastungsprobe. Sechs Geräte bestehen mit guten Leistungen, ein Mixer arbeitet nur mangelhaft. Und: Ein 40 Jahre altes Gerät hält locker mit den neuen Mixern mit.

Der vielleicht wichtigste Punkt: Den Handrührgeräten sollte auch unter erschwerten Bedingungen nicht gleich die Kraft ausgehen. In der Versuchsanordnung mussten die Mixer daher unter anderem 150-mal durch Rührteig, danach 300-mal durch Hefeteig rühren. Zwei Geräte packten das nicht. Der Mixer von Grundig stellte schnell die Arbeit ein. Das Gerät von Koenic schaffte zwar ein paar Umdrehungen mehr, hielt der Probe aber auch nicht stand. Beide ernten von Warentest daher schlechte Noten. Das Rührgerät von Koenic ist noch ausreichend, der Mixer von Grundig nur mangelhaft.

Belastbarkeit hat nichts mit dem Preis zu tun

Andere Mixer sind robuster. Die Markengeräte von Bosch und Krups überzeugen mit und ohne Pürierstabaufsatz und führen das Klassement an. Das Besturteil vergibt Warentest an den Bosch-Handmixer "Clever Mixx". Das Gerät (Note 2,0) ist nicht nur sehr belastbar, es überzeugt auch im Handling und schont die Ohren. Es ist das leiseste der lauten Küchenhelfer und mit einem mittleren Preis von 38 Euro verhältnismäßig günstig.

Beinahe ebenbürtig ist der Mixer von Krups "3Mix 7000" (2,2), der allerdings knapp 20 Euro mehr kostet, spritzfreudiger ist und außerdem auch mehr lärmt. Der Mixer von KitchenAid ist der teuerste in der Anschaffung (90 Euro), kann aber mit den Spitzenmodellen nicht mithalten. Mehr als befriedigend ist die Leistung laut Warentest nicht. Andere Geräte kosten nicht einmal ein Drittel und schneiden im Vergleich besser ab. 

Teig rühren oder "zerfetzen"?

Handrührgeräte müssen ordentlich etwas leisten. Mit ein paar müden Drehbewegungen ist da meist nichts zu holen, könnte man meinen. Daher geben viele Geräte richtig Gas, manchmal mehr als nötig und sogar gut ist, stellten die Prüfer fest. Vor allem die billigen Anbieter im Sortiment warten selbst auf niedrigster Stufe mit einer hohen Drehzahl auf.  Viel Power hilft aber nicht immer viel.

Beim Versuch mit Teig zeigte sich, dass Geräte, die auch gemütlich kneten können, bessere Ergebnisse liefern. Was zunächst kraftlos wirke, knete den Teig gleichmäßig durch, so das Urteil. Die günstigen Modelle kneten hingegen "keinen kompakten Klumpen, sondern zerfetzen den Teig". Das Resultat: Nach dem Backen fanden die Warentester Luftlöcher im Weißbrot.

Ein weiteres Manko vieler Geräte: Lautstärke. Fast die Hälfte der getesteten Mixer arbeiten so laut, dass ein Gespräch unmöglich wird. Selbst der Testsieger im Vergleich erreiche bei voller Kraft die Lautstärke einer schleudernden Waschmaschine. Auf eine angenehmere Geräuschkulisse beim Handrühren mit dem Gerät muss weiter gewartet werden. Im Vergleich zu früheren Tests habe sich hinsichtlich Lärm "nichts gebessert".

Außer der Reihe testete Warentest auch einen DDR-Mixer mit Nostalgiewert. Der Oldtimer steht im Ruf unkaputtbar zu sein. Die Überraschung: Das uralte Modell ließ so manches Neugerät im Schatten stehen. "Im Belastungstest erweist er sich als Held der Arbeit", so das Urteil der Tester über das Modell, das seit mehr als 40 Jahren im Einsatz ist. Neu ist also bei Weitem nicht immer besser. Der Wermutstropfen: Das DDR-Gerät gibt es schon lange nicht mehr regulär im Handel zu kaufen.

Den gesamten Test finden Sie kostenpflichtig auf test.de.

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tpo

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