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Ab Donnerstag im Handel: Siebträger bei Aldi – Was taugt die Espressomaschine für 80 Euro?

Aldi bietet eine Espressomaschine für 80 Euro an. Die bloßen Fakten versprechen einen ordentlichen Espresso: 1100 Watt und 15 bar Pumpdruck. Wir haben den Test gemacht: Wie gut gelingen Espresso und Cappuccino damit wirklich?

Aldi Espressomaschine

Aldi: Kann eine Kaffeemaschine für 80 Euro wirklich guten Espresso brühen?

Die Crema mit der Espresso-Maschine Quigg von Aldi Nord soll besonders gut gelingen, geht man von den Produktfotos aus. Die Maschine ist für 79,99 Euro ab Donnerstag im Handel zu haben. Andere Siebträgergeräte fangen jenseits der 200 Euro an, vor allem, wenn es sich um ein Edelstahlgerät handelt. Kriegt man also mit dem günstigen Modell von Aldi einen ordentlichen Espresso hin?

Die Fakten sprechen erst einmal dafür. 1100 Watt und 15 bar Pumpdruck sind vollkommen in Ordnung. Auch das Design der Maschine ist nett. Sie kommt in einem kräftigen Burgunderrot oder in metallisch grau. Auch der Vintage-Look mit der Temperatur- und Dampfanzeige macht etwas her. Bei der Haptik aber kommt spätestens die Ernüchterung: Sie wirkt billig, extrem leicht und wenig stabil. Wirklich intuitiv ist das Bedienen der Siebträgermaschine auch nicht. Das hat sie zwar mit anderen Modellen gemein, die Zubereitung des Kaffees erfordert einige Übung bis der rauskommt, dennoch überfordern auf den ersten Blick die Knöpfchen und Lämpchen.

Erster Brühversuch scheitert

Vor der Zubereitung muss das kleine oder große Brühsieb des Siebträgers mit Espressopulver gefüllt werden. Für einen Espresso setzt man das Kleine ein, für zwei Espressi das Große. Schon hier steht man vor dem nächsten Problem: Wer gern Espresso trinkt, weiß, dass dieser kleine Kaffee stark im Geschmack sein muss. Nimmt man jetzt das kleine Brühsieb, erhält man zwar einen Espresso, der ist aber alles andere als stark, er ist lasch. Ergo: Für einen einzelnen starken Espresso sollte man immer das große Brühsieb nehmen.

Dazu gibt es einen Kaffeelöffel, der auf der anderen Seiten einen Stopfer hat, um das Pulver richtig anzupressen.

Beim ersten Brühversuch tritt Wasser aus den Seiten des Siebträgers. Das sollte eigentlich nicht sein. In der Bedienungsanleitung steht dazu: Ist dies der Fall, ist im Brühsieb zu viel Pulver und der Siebträger konnte nicht richtig festgedreht werden. Das Espressopulver aber war bis zur Maximallinie gefüllt, so wie es die Anleitung vorgibt.

Guter Espresso, viel Dreck 

Die Maschine macht einen ordentlichen Espresso. (Das kann natürlich auch mit der Wahl des Kaffees im Test zusammenhängen.) Die Maschine brüht das Wasser vorher ziemlich heiß auf und es läuft schnell durch. Klingt wie ein Vorteil, ist aber eigentlich ein Nachteil: Der Abstand zwischen der Öffnung, aus der der Espresso läuft und dem Tropfgitter ist ziemlich groß. Das funktioniert gut, wenn die Tasse groß ist. Beim Espressotässchen aber muss man aufpassen, dass nicht die Hälfte daneben läuft. Zudem spritzt der Kaffee aus der Espressotasse aufs Gehäuse der Maschine. Nach der Zubereitung muss man also putzen.

Verwirrend sind auch die Kontrollleuchten. Davon gibt es drei: eine für den Dampfdruck in gelb, eine Betriebsleuchte in rot und eine für die Espresso-Brühtemperatur in grün. Die Farben haben keinerlei Bedeutung, sind aber maximal verwirrend. 

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Nichts für Viel-Trinker

Die Aufschaumdüse ist für den Hobbykaffeetrinker relativ erfreulich. Sie schäumt Milch gut auf – mit lockerem großporigem Schaum an der Oberfläche und festem Schaum in der unteren Hälfte. Von einem echten Cappuccino wie man ihn aus einem Café kennt, kann man zwar nicht reden, aber zumindest tut die Aufschaumdüse ihre Arbeit.

Generell gilt: Wer Espresso oder Cappuccino zubereitet, muss die Maschine reinigen. Das ist nicht wenig Aufwand, da nicht nur das Brühsieb ausgeklopft und gereinigt werden muss, sondern auch das gesamte Gehäuse, das Abtropfgitter – und man muss gegebenenfalls die Aufschaumdüse von Milchresten befreien.

Fazit: Nichts für Viel-Kaffee-Trinker, sondern eher für den Hobbytrinker, der sich ab und an einen Espresso genehmigen möchte. Dafür reicht aber auch eine einfache Moka wie es sie beispielsweise von Bialetti gibt. Dafür füllt man Wasser in den unteren Behälter, setzt ein Sieb mit Kaffeepulver ein und schraubt den Ausgießer darauf. Den Kocher muss man dann nur noch auf den Herd stellen. Zudem nimmt er nicht so viel Platz wie eine Siebträgermaschine weg. Empfehlenswert ist die Espressomaschine Quigg von Aldi also nur bedingt. Etwas Gutes gibt es dennoch: Die Crema ist wirklich nicht schlecht. 

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