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"Kohlenydratspülung": Fußballer, die spucken – was wirklich dahinter steckt

Harry Kane tut es. Cristiano Ronaldo tut es. Und auch andere Fußballer. Sie spucken Flüssigkeit aus, die sie zuvor zu sich genommen haben. Was es damit auf sich hat, wissen Experten schon seit geraumer Zeit.

Auch Cristiano Ronaldo spuckt. Was hat es damit auf sich?

Auch Cristiano Ronaldo spuckt. Was hat es damit auf sich?

DPA

Ein immer wiederkehrendes Phänomen der Profifußballer beschäftigt Wissenschaftler und Ernährungsexperten: Die Sportler spucken. 

Der Kapitän der englischen Nationalmannschaft, Harry Kane, wurde bei der WM in Russland häufig dabei gesehen, wie er die Flüssigkeit eines Sportgetränks zwar zu sich nimmt, sie aber nicht schluckt. Auch andere englische Spieler werden immer wieder dabei beobachtet, dass sie spülen und ausspucken. Spülen und ausspucken. Und das meist dann, wenn die Leistung der Spieler gerade sinkt. Was hat es damit auf sich?

Die "New York Times" hat sich mit dem Thema beschäftigt und mit Wissenschaftlern und Ernährungsexperten gesprochen. Die vermuten nämlich, dass es sich bei der vermeintlichen Flüssigkeitsaufnahme um eine Spülung handelt. Auch Cristiano Ronaldo, der portugiesische Fußballstar, wird immer wieder dabei beobachtet, wie er einen großzügigen Schluck aus einer Flasche nimmt, und diesen wiederum in einem großen Strahl ausspuckt.

Natürlich gibt es auch Spieler, die sich einfach nur erfrischen wollen. Während der Weltmeisterschaft sprechen die Profis selten über ihre Fitnessgeheimnisse, auch der Inhalt ihrer Flaschen ist meist geheim. Aber sie könnten auch eine Technik anwenden, die sich "Kohlenhydratspülung" oder "Mundspülung" nennt, wie Experten der "New York Times" bestätigen.

Wie Sportler ihr Gehirn austricksen

 Wissenschaftler haben bereits seit einem Jahrzehnt erforscht, dass Ausdauersportler ihre Leistung steigern können, indem sie ihren Mund mit einer Kohlenhydratlösung spülen und die Flüssigkeit dann ausspucken - ohne zu schlucken.

Man trickse damit sein Gehirn aus, vermuten Experten. Rezeptoren im Mund senden Signale an die Lust- und Belohnungszentren des Gehirns und teilen ihnen mit, dass mehr Energie unterwegs ist. Die Muskeln können dadurch noch einmal voll auffahren und haben noch keinen Grund dafür, schlapp zu werden.

Und es gibt einen weiteren positiven Effekt: Die Aufnahme der Kohlenhydrate als Spülung anstelle sie zu essen, kann ein Gefühl der Schwere im Magen vermeiden und Krämpfe verhindern.

Für den Energiekick muss man die Flüssigkeit fünf bis zehn Sekunden im Mund halten. Je länger, desto besser, da mehr Rezeptoren in Kontakt mit den Kohlenhydraten kommen. Dennoch sind nicht alle Experten von der Methode überzeugt. Empfehlenswert ist die Kohlenhydratspülung bei einem intensiven Training zwischen 30 und 60 Minuten. Ein Fußballspiel dauert aber mindestens 90 Minuten. Die Kohlenhydrate auszuspucken könnte also die falsche Technik sein, besser wäre es daher, zu spülen und zu schlucken.

Bislang haben Wissenschaftler jedoch noch nicht herausgefunden, welche die optimale Menge an Kohlenhydraten ist, die man für den Energieboost zu sich nehmen sollte. Und es ist auch noch nicht geklärt, ob die Spieler vom Mundspülen wirklich schneller laufen, besser reagieren oder geschickter dribbeln. Aber es schadet ihnen nicht. Und wenn die Spieler daran glauben, umso besser.

Eine Frau isst Nudeln.