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Tag des deutschen Bieres: Sieben Gründe, warum unser Bier Weltkulturerbe werden muss

Der 23. April ist der Tag des deutschen Bieres. Denn an genau an diesem Datum wurde 1516 das bayerische Reinheitsgebot erlassen. Grund genug, das Getränk endlich zum Weltkulturerbe zu ernennen.

Bier

Bier muss endlich Weltkuturerbe werden!

Keine Frage: Bier gehört zur deutschen Kultur! Und weil deutsches Bier auch im Ausland populär ist, darf man das Getränk wohl auch zum Weltkulturerbe zählen. Dazu gehören nämlich nicht nur Bauwerke wie der Kölner Dom, das Kloster Maulbronn oder das Holstentor, seit 2008 erstellt die Unesco auch eine Liste des immateriellen Kulturerbes. Derzeit befinden sich darauf 399 kulturelle Ausdrucksformen (Stand Dezember 2017), darunter der argentinische Tango, die chinesische Kalligrafie oder die Mittelmeerküche.

Deutschland ist dort dagegen erst drei Mal vertreten, mit der Genossenschaft, der Falknerei und dem Orgelbau. Was dort dagegen fehlt ist deutsches Bier. Dabei ist sogar belgisches Bierbrauhandwerk bereits in den Kanon aufgenommen worden. Da muss dringen Abhilfe geschaffen werden.

Sieben Gründe, wieso deutsches Bier Weltkulturerbe werden muss:

1. In Deutschland liegt die Region mit der höchsten Brauereiendichte weltweit: Mehr als 200 Brauereien tummeln sich im Regierungsbezirk Oberfranken. Das sind mehr Brauereien als jedes Bundesland in Deutschland und als die meisten Länder Europas vorzuweisen haben. Diese Vielfalt ist schützenswert.

2. Fast nirgends auf der Welt ist das Bier so günstig wie hier. Das ergab ein internationaler Preisvergleich von Bieren in 40 Städten weltweit.

3. Nach Jahrzehnten der Pils-Monokultur ist Deutschland aufgewacht und hat eine dynamische Craft-Beer-Szene entwickelt. Klar, den USA hinken wir damit um Jahrzehnte hinterher, aber so spannend wie hier dürfte die Szene derzeit nirgends sein.

4. Bier ist so tief in unserer Kultur verwurzelt, dass das Getränk nachhaltig die Sprache geprägt hat: Wenn etwas hoffnungslos ist, sagen wir: "Da ist Hopfen und Malz verloren." Wenn wir eine Sache nicht loswerden, dann bieten wir etwas "wie Sauerbier an". Und fühlt sich jemand nicht zuständig, sagt er: "Das ist nicht mein Bier." Einem Engländer würde das nicht einfallen, der sagt: "Not my Cup of Tea."

5. Deutsche Braumeister befruchten die Bierkultur in aller Welt. Und das schon seit Jahrhunderten. So stammt das erste Pils zwar aus Böhmen, doch weil das damalige Pilsner Bier einen schlechten Ruf hatte, musste es ein bayerischer Braumeister namens Josef Groll richten und 1842 das erste Pils brauen. Am Craft-Beer-Boom in den USA und Kanada waren ebenfalls zahlreiche deutsche Braumeister beteiligt, die zudem viele Rezepturen deutscher Biere mit in die Neue Welt brachten.

6. Bier hat über Jahrzehnte die politische Kultur in diesem Land geprägt. Bei Bayerischen Ministerpräsidenten galt früher die Faustregel: 0,1 Promille Alkohol im Blut entsprechen einem Prozent Wählerstimmen. So kam der selige Franz Josef Strauß locker über 50 Prozent. Noch Bundeskanzler Schröder punktete mit Volksnähe, die er mit dem öffentlichen Konsum von Bier unter Beweis stellte. Stefan Raab machte daraus sogar einen Song ("Hol mir mal ne Flasche Bier"). Womit wir beim siebten Punkt angekommen wären:

7. Bier hat auch das Liedgut in diesem Land geprägt. Es gibt hunderte, wenn nicht tausende von Liedern, die den Biergenuss besingen. Zählt man die Lieder, die unter Biergenuss entstanden, wird's uferlos.

Natürlich gibt es auch andere schützenswerte immaterielle Kulturgüter wie etwa Brot und Skat. Doch Bier steht eindeutig darüber: Man kann es zum Skat trinken. Und heißt es nicht, Bier sei flüssiges Brot?

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