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Neuer Energy-Drink: Coca-Colas größtes Problem ist nicht Red Bull, sondern eine alte Vertragsklausel

Coca-Cola fordert mit einem eigenen Energy-Drink Platzhirsch Red Bull heraus. Doch nun droht Gefahr von einer ganz anderen Seite. Am Ende könnte ein Verkaufsstopp drohen.

Der neue Energy-Drink von Coca-Cola sorgt für Zoff im Getränkeregal

Der neue Energy-Drink von Coca-Cola sorgt für Zoff im Getränkeregal

Es gibt einen Neuzugang im ohnehin rappelvollen Getränkeregal: Seit wenigen Tagen ist Coca-Colas eigener Energy-Drink in Deutschland erhältlich. Mit dem simpel getauften "Coca Cola Energy" und einer zuckerfreien Alternative will der Konzern Platzhirsch Red Bull Marktanteile abjagen.

Wichtigstes Unterscheidungsmerkmal: Coca-Cola verzichtet in seinem Wachmacher komplett auf Taurin und setzt stattdessen auf Guarana als Koffeinlieferant. Dem Branchenportal "Horizont" zufolge begleitet Coca-Cola die Markteinführung mit einer sieben Millionen Euro teuren Werbekampagne.

Macht Monster einen Strich durch die Rechnung?

Doch während die psychedelisch angehauchten Werbe-Clips für gute Stimmung sorgen sollen, fliegen hinter den Kulissen offenbar schon die Fetzen. Doch nicht der größte Konkurrent aus Österreich macht Ärger, sondern ein weiterer Energy-Drink namens Monster: 2015 sicherte sich Coca-Cola für 2,15 Milliarden insgesamt 16,7 Prozent der Anteile und die weltweiten Vertriebsrechte des Monster-Drinks.

Allerdings befindet sich in dem Vertrag eine Klausel, laut der es Coca-Cola untersagt sei, im Segment der Energy-Drinks tätig zu werden. Das erklärte Monster-Chef Rodney Sacks bereits im vergangenen November gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Allerdings würden einige Ausnahmen gelten. Seitdem debattieren die Juristen, ob der neue Guarana-Drink unter eine dieser Ausnahmen falle oder ob der Marktstart rechtswidrig sei.

Gegenüber dem "Tagesspiegel" hat sich Coca-Cola nun zu dem Fall geäußert. "Während des Schiedsverfahrens geht die Einführung von Coca-Cola Energy weiter voran", teilt der Konzern der Berliner Tageszeitung mit. Man habe diesen Schritt sowohl Monster als auch dem Schiedsgericht mitgeteilt.

Energy-Drinks wachsen und wachsen

Monster erwartet bereits in den nächsten Wochen eine Entscheidung in der Sache. Sollten die Firma Recht bekommen, fordert sie, dass Coca-Cola Energy vom Markt genommen wird. Allerdings darf angesichts der kostspieligen Markteinführung bezweifelt werden, dass Coca-Cola sich so schnell geschlagen gibt.

Denn Energy-Drinks sind eine der am schnellsten wachsenden Sparten im Getränkeregal. In Deutschland knacken die Wachmacher-Getränke mittlerweile die Umsatz-Milliardenmarke. Das Segment mit Cola-Getränken schrumpft dagegen seit Jahren.

2006 unternahm Coca-Cola schon einmal den Versuch, im Energy-Markt Fuß zu fassen. Damals startete der Getränkeriese die Marke Relentless, trotz großem Marketingaufwand hatte man aber keine Chance gegen Red Bull und Rockstar.

Coca-Cola braucht einen Erfolg

Für Coca-Cola reicht es längst nicht mehr, Cola, Fanta und Sprite zu verkaufen. Der Konzern ist gezwungen, sich zu bewegen: Allein in den ersten sieben Monaten 2018 brachte man in Deutschland 16 neue Produkte auf den Markt. Zum Vergleich: 2017 waren es sechs, 2016 neun neue Drinks.

Die neuen Getränke richten sich vor allem an gesundheitsbewusste Millenials, welche die Zuckergetränkebranche massiv unter Druck setzen. Zu den bekanntesten neuen Marken des Konzerns gehören Namen wie Fuze Tea und Honest Tea. Wie der Konzern sich neu erfinden will und welche Probleme er lösen muss, erfahren Sie hier: Ein Gigant gerät ins Wanken - Besuch im Innovationslabor von Coca-Cola.

cf