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Kolumne

Tresengeschichten: Wasser im Drink? Wie mich vier "Skinny Bitches" zum Nachdenken brachten

Eigentlich gilt das Auffüllen von guten Spirituosen mit einem Anteil an kalten Wasser als höchste Genussstufe. Wenn's aber nur darum geht, den Alkohol nicht mehr heraus zu schmecken, ist das geschmacklos.

Von Jörg Meyer

Alkohol Wasser

Ist die gute Spirituose erst im Glas, gehört unbedingt Wasser hinzu 

Getty Images

Die Bar ist voll. Die Musik dominiert den Raum. Vier junge Damen drängen sich an die Bar. "Instagramable", schießt es mir durch den Kopf und ich suche für ihre Bestellung Augenkontakt und lächle freundlich.

"Vier Skinny Bitches", tut die Dame an vorderster Front laut, aber charmant gegen die Lautsprecher in meine Richtung kund. Ich nicke wissend und nehme vier eisgekühlte Highball-Gläser.

Der zimmerwarme Vodka fließt auf minus 20 Grad kalte Eisbälle. Trotz der gefühlten 75 Dezibel, mit denen "Gold Digger" aus den Boxen hämmert, nehme ich das Knacken des Eises deutlich wahr. Ich drücke eine Spalte frischer Limette über jedem Drink an und fülle die Gläser mit der doppelten Menge eiskaltem Soda-Wasser, also mit Kohlensäure versetztem Wasser, auf. Das Eis zickt nicht mehr. Die Damen sind im Glück und nippen an ihrem "Vodka, Soda, Lime". So wurde der Drink vor zehn Jahren in London genannt. "Skinny Bitch ist aber ehrlicher", denke ich mir. Und während ich Gläser wegräume und frei gewordene Plätze abräume, frage ich mich: Ist der Name oder der gewünschte Effekt Grund für den stetigen Erfolg dieses geschmacksberaubten Getränks?

Wasser an gutem Alkohol? Höchste Genussstufe

Eigentlich gilt das Auffüllen von guten Spirituosen mit einen Anteil kalten Wassers als höchste Genussstufe. Guter Alkohol, sowohl gelagert als auch ungelagert, verändert sich sehr interessant mit einem Teil Wasser. Wichtig ist hier: Weniger ist mehr. Ein gutes Maß ist genauso viel Wasser wie Alkohol, es kann aber auch mal die doppelte Menge sein.

Wichtig ist auch: Nicht wahllos mit kalten Soda-Flaschen Gläser randvoll auffüllen. Früher, in der Zeit als Gordon's Gin und Schweppes Tonic ein erstklassiger Gin Tonic waren, gab es unter Bartendern folgende Weisheiten: Ein Anfänger bestellt einen Gin Tonic und leert die Tonic-Flasche. Ein geübter Trinker bestellt zu seiner noch halb vollen Flasche Schweppes Tonic vom ersten Drink ein weiteres Glas Gin mit Eis. Und der Profi, ja der Profi trinkt drei bis vier Gläser Gin mit einer Flasche Tonic. 

Ähnliches gilt für die Verwendung von Soda. Und das führt oft zu positiven Überraschungen. Der kräftige Scotch mit Soda bekommt bei perfekter Mischung fruchtige Töne - wow. Der kurz gelagerte Rum mit Schuss wird zum Lo Mismo, öffnet sich und es kommen Gewürze wie Vanille zu Tage. Der Japaner trinkt seinen Whisky als Mizuwari mit einen guten Anteil eiskaltem stillem Wasser.

Bei Skinny Bitches, also dem Highball, geht es nicht darum, guten Alkohol heraus zu schmecken. Es geht um wenig Kalorien. Nichts daran ist verwerflich. Es ist vielleicht geschmacklos. Wenn es aber nur um die Wirkung geht, vielleicht im doppelten Sinne des Wortes. 

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.