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Verbraucher-Test: Wein vom Discounter: Können günstige Weine wirklich schmecken?

Die Deutschen kaufen jede zweite Flasche Wein im Discounter. Aber was taugen die eigentlich? Der "NDR" hat den Test gemacht.

Wein

Wein aus dem Discounter? Wie schwer es ist, dort einen guten Wein zu finden

Getty Images

Für bereits weniger als fünf Euro gibt es Rotwein oder Weißwein beim Discounter, zum Beispiel bei Aldi, Lidl, Netto und Penny. Können die günstigen Weine wirklich im Geschmack überzeugen? Die NDR-Verbrauchersendung "Markt" hat sich dieser Frage angenommen. Das Ergebnis? Sommelière Stephanie Döring ist von den Billig-Weinen nicht überzeugt, bei der Herstellung wird oft getrickst. "Man kann aus minderwertigen Trauben und Traubensaft Wein machen. Mit künstlichen Hefen und Säure, die man zusetzen kann", so die Expertin.

Tatsächlich gibt es auf dem Markt Produkte zur Qualitätssteigerung von Weinen. Das sind beispielsweise Zusätze wie Tannine oder aromatisierende Holzchips. Fatal ist, dass diese Zusätze nicht deklariert werden müssen. Lesen Sie mehr dazu hier.

Im Test sind drei verschiedene Rebsorten, die in Discountern (Aldi, Lidl, Penny, Netto) angeboten werden, darunter Riesling, roter Bordeaux und australischer Chardonnay. Der "NDR" wollte von den Händlern wissen, ob der Wein Zusätze enthält, die nicht deklariert werden müssen. Penny schreibt auf Nachfrage, dass deren Chardonnay mit eigens kultivierten Hefen produziert wurde. Die typisch-holzige Note im Chardonnay wird "durch den Einsatz von Holzchips unterstützt". Der Aldi-Chardonnay kommt ohne "Holznoten" aus, der sei bewusst so "konzipiert" sagt Aldi. 

Günstig gleich grauenvoll?: Wie gut kann ein Wein für 1,99 Euro eigentlich sein?
Was? Blancbois Vin de France trocken, Frankreich, 2013, 11,5 % vol  Woher? Penny  Wie viel? 2,49 Euro für eine 1-Liter-Flasche

Was? Blancbois Vin de France trocken, Frankreich, 2013, 11,5 % vol

Woher? Penny

Wie viel? 2,49 Euro für eine 1-Liter-Flasche

Alle Weine wurden ins Labor geschickt, um herauszufinden, wie es sich mit dem Alkoholgehalt verhält. Die Rieslinge, sowie zwei Chardonnays und zwei Bordeaux-Weine weisen mehr Volumenprozent Alkohol auf als tatsächlich deklariert. Die Argumentation? Die Discounter befänden sich damit im rechtlichen Rahmen, abrunden ist also erlaubt. Das stimmt. Von den neun getesteten Weinen aber schneiden im Geschmacksprofil nur zwei gut ab. Der Riesling von Aldi für 2,79 Euro und der Bordeaux von Netto für 4,99 Euro, wobei auch dieser untypisch für einen Bordeaux schmeckte. Es ist also nicht immer leicht, einen guten günstigen Wein zu finden.

Sehen Sie hier die ganze Sendung in der Mediathek.

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