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VW-"Originalteil" Volkswagen streicht die berühmte Currywurst in weiterer Kantine vom Speiseplan

Zwei Currywürste liegen auf einem Teller mit VW-Firmenlogo
Vor der Pandemie verzehrten die Volkswagen-Mitarbeiter:innen bis zu sieben Millionen Currywürste im Jahr 
© Julian Stratenschulte
Seit Jahrzehnten gilt die Currywurst in der Kantine von Volkswagen als Kultobjekt und Verkaufsschlager. Im Markenhochhaus der Wolfsburger Konzern wird sie von nun an allerdings nicht mehr angeboten. VW setzt der Umwelt zuliebe auf vegetarische und vegane Rezepte.

Für viele Volkswagen-Mitarbeiter:innen ist sie das allerheiligste: Die hauseigene Currywurst. Das Kultobjekt ist seit vielen Jahren beliebt und gehört für den Großteil der Beschäftigten regelmäßig auf den Teller. Vom Speiseplan der Kantine im Wolfsburger Markenhochhaus verschwindet der Klassiker aber bald. Das Betriebsrestaurant soll nach dem Werksurlaub fleischfrei sein, wie aus einer internen Ankündigung hervorgeht. Die rund 150 Rezepte sollen dann ohne Fleisch auskommen. Nur hin und wieder werde Fisch zum Angebot gehören.

Viele Mitarbeiter:innen wünschten sich vegetarische und vegane Alternativen, heißt es zur Begründung in dem Info-Schreiben. Die Neuausrichtung diene aber auch dem Thema Nachhaltigkeit, weil weniger Fleischverzehr pro Woche auch der Umwelt helfe. Am Standort in Hannover setzte die zuständige Service Factory das Konzept bereits erfolgreich um.

In der Vergangenheit hatte die Absetzung der Wurst bereits für große Proteste gesorgt. Während der Corona-Pandemie wurde das beliebte Gericht lediglich einmal pro Woche angeboten. Infolgedessen schritt der Betriebsrat ein und erkämpfte sich die tägliche Currywurst zurück. Auch eine Änderung der Ketchup-Rezeptur sorgte für Ärger. Seit Jahrzehnten gilt die hauseigene Wurstvariante als Kultprodukt. 2019 wurden sieben Millionen Stück verkauft – lediglich vier Millionen Würste weniger als fertige Autos im Rekordjahr vom Band rollten. Als Nummer 199 398 500 A ist sie gar im Firmenkatalog als Originalteil aufgeführt.

Volkswagen setzt auf vegetarische Gerichte

Auf die Wurst verzichten muss bei VW aber niemand. In der Kantine wenige Meter entfernt auf der gegenüberliegenden Straßenseite wird es sie weiterhin geben. Zuletzt gab es im Vor-Corona-Jahr 2019 rund sieben Millionen Currywürste aus der Volkswagen-Fleischerei, dazu kamen mehr als 550 Tonnen Ketchup, wie ein Sprecher sagte. Aktuell seien aber noch viele Betriebsrestaurants beim Autobauer geschlossen.

Mit der Umstellung auf vegetarische und vegane Küche setzt VW nach Einschätzung des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) auf einen Trend, den es schon seit einigen Jahren gibt. "Die Zeiten, in denen die vegetarische Küche von manchen etwas stiefmütterlich behandelt wurde, sind endgültig vorbei", sagte ein Dehoga-Sprecher.

Fleischkonsum als Klimakiller

Sehen Sie im Video: Jeder Deutsche isst im Durchschnitt 60 Kilogramm Fleisch pro Jahr. Doch welche Auswirkungen hat diese Form der Ernährung auf das Klima?

jus DPA

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