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Weinfibel Warum wir, wenn wir Weißburgunder trinken, keinen weißen Burgunder trinken

Ein Mann öffnet eine Weißweinflasche
Der Weißburgunder gehört zu den Lieblingsweinen der Europäer.
© richardinder / Getty Images
Der Pinot Blanc gehört zu den beliebtesten Weinen in Deutschland. Er ist sommerlich frisch und fruchtig. Aber wussten Sie, dass wer Weißburgunder bestellt, keinen weißen Burgunder ins Glas bekommt? 

Da will man seinen Gästen mit einem guten Wein eine Freude machen und liegt dann doch wieder total daneben. Die Weinauswahl ist mitunter eine schwere. Mal abgesehen von der Basisentscheidung Weiß, Rot oder doch Rosé gibt es so viele Faktoren zu beachten, die Otto-Normaltrinker schon mal zum Verzweifeln vorm Weinregal bringen können. Vor allem wenn es um Gäste geht, die einen exquisiten Geschmack haben. So mitzuhören jüngst bei einer Folge von "Fiete Gastro", dem Podcast von Tim Mälzer.

Dort war Ingo C. Peters zu Gast, seines Zeichens Direktor des Fairmont Vier Jahreszeiten Hotel in Hamburg. Peters trinkt mit Vorliebe weißen Burgunder, was für ordentlich Konfusion sorgte. Denn um dem Gast eine Freude zu bereiten, hatte man einen Weißen Burgunder ins Haus geholt - nicht ganz das, was Peters sich eigentlich einschenkt.  

Weißburgunder versus weißen Burgunder

"Ich trinke gern weißen Burgunder. Es gibt weißen und roten Burgunder. Du hast mir einen Weißburgunder besorgt", so Peters. Das Gespräch, das sich sodann entspann, klang für ungeschulte Weintrinker unter den Hörern wie ein Zungenbrecher mit Wein-Vokabular. Das sorgte nicht nur bei Moderator Sebastian Merget für Verwirrung. Man musste schon ganz genau zuhören, um zu verstehen: Wer Weißburgunder trinkt, trinkt eben mitnichten auch weißen Burgunder. 

Merget, das gab er zu, hatte beim Lesen von "weißen Burgunder" gedacht, es handele sich um einen Schreibfehler und ist damit sicherlich nicht allein. Denn was die wenigsten wissen, die nicht tief in der Welt des Weins verhaftet sind, es handelt sich bei Weißburgunder und weißen Burgunder um zwei völlig unterschiedliche Weine. 

Die feinen Unterschiede

Während Weißburgunder eine Rebsorte ist, versteht man unter weißen Burgunder einen Weißwein aus dem französischen Anbaugebiet Burgund. Dieser wird meist ausschließlich aus Chardonnay-Trauben hergestellt.

Weißburgunder und Chardonnay sind wie auch die Edelsorte Auxerrois Burgunderreben und eben nicht ein und dasselbe, auch wenn man das lange dachte. Dennoch ist es natürlich so, dass man schon einen recht geschulten Gaumen haben muss, um die Unterschiede tatsächlich zu erschmecken. 

Weißburgunder gilt als Sommerwein und ist eine der beliebtesten Weißweinsorten in Europa. In Frankreich ist der Wein als Pinot blanc bekannt, in Italien als Pinot bianc. In Deutschland wird Weißer Burgunder vor allem in Südbaden angebaut. Weißer Burgunder hat eine blasse,  leicht gelbliche Färbung und ein dezentes Aroma. Er schmeckt meist etwas nussig, aber auch fruchtig nach Birne, Quitte oder auch Zitrusfrüchten.

Und damit es noch ein wenig verwirrender wird: Weißburgunder ist eigentlich nichts anderes als eine Mutation des Grauburgunders, der wiederum aus einer Mutation des Blauburgunders entstanden ist. Kurz: Sie sind alle verwandt. Der Blaue Burgunder gilt als Urform aller Burgunder. 


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