HOME

Lebensmittel: Fett gedruckte Zutatenangaben: Für was ist das gut?

Viele Lebensmittel enthalten Inhaltsstoffe, die man gar nicht erwartet hätte. Hier klärt ein Blick auf die Zutatenliste alles Ungewisse. Aber warum sind einige Angaben dort eigentlich gefettet?

Von Emily Linow

Eine Frau steht vor einem Regal mit Lebensmitteln in einem Supermarkt und schaut sich ein Produkt genauer an.

Darf ich oder darf ich nicht? Wer Unverträglichkeiten hat oder einfach auf bestimmte Zutaten verzichten möchte, dem hilft die Liste auf der Verpackung.

Getty Images

Einer ist allergisch gegen Nüsse, der nächste verträgt kein Gluten und der Dritte verzichtet auf tierische Produkte. Blöd nur, wenn in den Lebensmitteln trotzdem Spuren dieser Zutaten enthalten sind. Damit Vegetarier sich beim Gummibärchenessen nicht auf die Zunge beißen müssen, weil in der Süßigkeit eben doch Gelatine steckt oder ein Inhaltsstoff gar einen Allergieschock auslöst, gibt es die Zutatenliste. Auf den meisten Produkten sind einige Zutaten sogar fett gedruckt, großgeschrieben oder farblich hinterlegt. Diese Hervorhebung soll besonders Allergikern helfen, auf den ersten Blick zu erkennen, ob sie das Produkt in ihren Händen kaufen und verzehren können.

Besonders wichtig ist das bei Produkten, bei denen man die allergenen Inhaltsstoffe nicht vermutet: Beispielsweise gibt es Marmeladen, in denen Milch enthalten ist oder Müsliriegel, auf deren Verpackung Erdnüsse nicht groß beworben werden, in denen aber trotzdem welche enthalten sind. 

Unkomplizierter Einkaufen

Hervorgehoben werden die 14 häufigsten Allergene, neben den erwähnten Erdnüssen auch Eier, Fisch, Sojabohnen, Milch beziehungsweise Laktose und glutenhaltiges Getreide. Beim Einkaufen spielen die Angaben die größte Rolle: Ist sofort erkennbar, welche Zutaten enthalten sind, bereitet der Kauf weniger Kopfschmerzen. Ist unklar, was im Lebensmittel wirklich steckt und sind die Angaben eventuell versteckt, landet das Produkt meist nicht im Einkaufswagen und wird wieder zurück in das Regal gelegt.

Forscher heilen Erdnussallergie bei Kindern

Auch bei unverpackten Lebensmitteln, wie sie beispielsweise beim Bäcker oder in sogenannten „Unverpackt“-Läden zu finden sind, können Kunden die Angabe einfordern. Manchmal sind die Allergene jedoch direkt am Produkt gekennzeichnet. Einige Bäcker setzen das „Vegan“-Symbol auf die Brötchen-Schilder oder kennzeichnen es als „glutenfrei“. Sind die Allergene mal nicht zu erkennen, hilft Nachfragen. Die Händler haben eine Liste parat und können Auskunft geben.

Menschen mit Unverträglichkeiten oder bestimmten Ernährungsgewohnheiten wissen, worauf sie achten müssen. Dabei sind die fett gedruckten Hinweise zumindest solange hilfreich, bis die Inhaltsstoffe des Produkts abgespeichert sind. Ab diesem Zeitpunkt sind die fett gedruckten Zutaten wieder irrelevant und werden meist nicht weiter beachtet.

Quellen: Verbraucherzentrale / Fachgesellschaft für Ernährungstheapie und Prävention e.V. / Lebensmittelklarheit