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Hochwasser-Katastrophe 82-Jährige ist zur Kur auf Sylt und verliert ihr Zuhause durch das Hochwasser, Lists Bürgermeister springt ein

Rheinland-Pfalz, Bad Neuenahr-Ahrweiler: Im Ortsteil Walporzheim wurden durch die Hochwasser-Katastrophe ganze Häuser zerstört (Symbolbild)
Rheinland-Pfalz, Bad Neuenahr-Ahrweiler: Im Ortsteil Walporzheim wurden durch die Hochwasser-Katastrophe ganze Häuser zerstört (Symbolbild)
© Thomas Frey / DPA
Das Ahrtal war vom Hochwasser besonders stark betroffen. Eine alte Dame, die gerade zur Kur auf Sylt war, verlor wie viele andere ihr Zuhause. Sie wusste nicht wohin, bis der Bürgermeister von List helfen konnte.

In welchen Ausmaß manche Regionen von der Hochwasser-Katastrophe der vergangenen Tage betroffen sind, haben wir auf hunderten Bildern und in zahlreichen Videos gesehen. Ebenfalls, dass es unter anderem das Ahrtal besonders schlimm erwischt hat. Im Ortsteil Walporzheim hatte dort eine ältere Dame ihr Zuhause. Sie befand sich zu der Zeit der Katastrophe zum Glück nicht dort, denn sie war zur Kur auf Sylt. Das Haus von Ilse von Rauchhaupt wurde komplett zerstört.

Die 82-Jährige saß bereits auf gepackten Koffern, als das Wasser in ihre Heimat kam. Ihre Kur war beendet, doch ihre Familie riet ihr, lieber nicht nach Hause zurückzukehren, weil alles verwüstet war. "Die Lage ist noch weit schlimmer als das, was man im Fernsehen sieht. Es ist alles zerstört und viele Häuser fangen jetzt noch an, Stück für Stück wegzubrechen. Meine Mutter hat Pflegestufe 3. Ich wusste nicht, wohin mit ihr", zitiert die "Sylter Rundschau" von Rauchhaupts Tochter. Die lebt zwar auf Sylt, aber in einer Einzimmerwohnung, die nicht genug Platz für die pflegebedürftige Mutter bietet.

Hilfe kam aus List

Oft ist es eine gute Idee, anderen von einem Problem zu berichten, denn mancher Notfall lässt sich dadurch lösen. In diesem Fall war es eine Seite bei Facebook, die für ausreichende Reichweite sorgte, um die Situation zu retten: Der Förderverein "Gesucht-Gefunden Sylt", eine geschlossene Gruppe mit knapp 12.000 Mitgliedern, hat einen Aufruf für die 82-Jährige gestartet. Es wurde eine Unterkunft gesucht, in der von Rauchhaupt eine Zeitlang wohnen kann. Die Gruppenmitglieder zeigten Herz und drückten in den Kommentaren ihr Mitgefühl aus.

Eine Lösung für die Notlage fand sich allerdings im echten Leben – durch den Bürgermeister des an der Nordspitze gelegenen Ortes List. "Ich arbeite ehrenamtlich im Testcenter", sagte Ronald Benck der "Sylter Rundschau", "und habe die Dame selbst getestet, als sie mir voller Verzweiflung ihre Geschichte erzählte." Dank seines Einsatzes kann Ilse von Rauchhaupt in eine Gemeindewohnung ziehen. Für die alte Dame wurde noch eine Rampe eingebaut und nun kann sie dort für ein paar Wochen bleiben.

Quelle: "Sylter Rundschau" (Bezahlinhalt)

bal

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