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Immense Wartezeiten Kinder-Notaufnahme in Bayern überlastet: Klinik rät Eltern zu Ruhe

Ein Schild der Kindernotaufnahme
Die überfüllten Notaufnahmen gefährden Menschenleben, so der Chefarzt der Kinderklinik in Memmingen (Symbolbild)
© FrankHoemann/SVEN SIMON / Picture Alliance
Weil sich derzeit zahlreiche Kinder in Bayern mit dem RS-Virus anstecken, sind viele Kinderkrankenhäuser überlastet. Viele Eltern kommen mit ihren Kindern direkt in die Notaufnahme und verzögern so die Wartezeiten für mögliche Notfälle.

Weil die Notaufnahme überlastet ist, rät die Kinderklinik im schwäbischen Memmingen Eltern zu mehr Ruhe bei einer Erkrankung ihrer Kinder. "Wenn Ihr Kind Infektionsanzeichen wie Fieber, Husten, Schnupfen oder Durchfall zeigt, so ist das in den meisten Fällen kein Notfall", sagte der Chefarzt der Kinderklinik, David Frommhold, am Donnerstag. In vielen Fällen könnten die Kinder zuhause behandelt werden. Sonst stünden an Werktagen Praxisärzte bereit, an Wochenenden und Feiertagen der kinderärztliche Bereitschaftsdienst. 

Zahlreiche Kinder in Bayern mit RS-Virus infiziert

Derzeit kämen aber viele Eltern mit ihren Kindern wegen Atemwegsinfekten durch Erreger wie das Respiratorische Synzytial-Virus (RS-Virus) direkt in die Notaufnahme, sagte Frommhold. Die "Flut an Patienten" sei kaum noch beherrschbar: "Die Stationen sind voll oder überbelegt und in der Notaufnahme sind so viele Patienten, dass sich die Wartezeiten immens verlängern." Die Kinderklinik ohne Not derart in Anspruch zu nehmen, gefährde unnötig Menschenleben.

Weil sich derzeit viele Kinder in Bayern mit dem RS-Virus anstecken, haben viele Kinderkrankenhäuser im Freistaat kaum noch freie Betten. Anfang November hatte der Landesvorsitzende des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, Dominik Ewald, noch gesagt, die Versorgung der Kinder sei deswegen nicht gefährdet.

Michael Steidl arbeitet als pflegerischer Leiter der Notaufnahme in einem Krankenhaus in Rosenheim

Sehen Sie im Video: Michael Steidl arbeitet als pflegerischer Leiter der Notaufnahme in einem Krankenhaus in Rosenheim. Im Interview mit dem stern beschreibt er, wie die Situation in seinem Krankenhaus aktuell ist, wie er auf den Winter blickt und was er sich von der neuen Bundesregierung erwartet.

stz dpa

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