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Luftmine in Essen entschärft: 11.000 Menschen evakuiert

Entschärfung von großer Luftmine in Essen
Mit einer Plane abgedeckt liegt eine Luftmine in einer Baugrube. Foto: Markus Gayk/dpa
© dpa-infocom GmbH
Die Entschärfung einer Luftmine aus dem Zweiten Weltkrieg ist eine logistische Herausforderung. 11.000 Menschen müssen in Essen evakuiert werden. 750 Kräfte von Feuerwehr, Hilfsorganisatoren und Ordnungsamt sind im Einsatz.

In Essen ist am Mittwoch eine große Luftmine aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft worden. Das teilte die Stadt am Abend auf Twitter mit. Die außergewöhnlich große Bombe mit drei Aufschlagszündern war am Dienstag bei Sondierungsarbeiten entdeckt worden. Mehr als 11.000 Menschen hatten in einem Radius von einem Kilometer rund um die Fundstelle im Stadtteil Stoppenberg ihre Wohnungen und Häuser verlassen müssen. Kurz vor 20 Uhr hatte die Stadt mitgeteilt, dass alle Evakuierungsmaßnahmen abgeschlossen seien und die Entschärfung beginnen könne.

Der Blindgänger verfügte über drei Aufschlagzünder und eine Sprengstoffmenge von 840 Kilogramm. Eine Luftmine mit derartiger Sprengkraft sei seit mindestens 20 Jahren in Essen nicht gefunden worden, teilte die Stadt mit.

Bereits um 8.30 Uhr war damit begonnen worden, die Bewohner und Angestellten der acht betroffenen Alten-, Pflege- und Behinderteneinrichtungen in Sicherheit zu bringen. In einem Umkreis von weiteren tausend Metern durften sich die Menschen nicht im Freien aufhalten. Sieben Kitas in dem betroffenen Gebiet blieben den ganzen Tag über geschlossen.

Von den Anwohnern wurden mehr als 100 Krankentransporte angemeldet. Dabei wurden Bewohner, die ihre Wohnungen in dem gefährdeten Bereich nicht selbst verlassen konnten, in Sicherheit gebracht. Erst gegen 19.45 Uhr waren alle Krankentransporte abgeschlossen.

Einschränkungen gab es auch im Auto-, Bus- und Bahnverkehr. Vorübergehend mussten einige Straßen sowie Bahnstrecken zwischen dem Essener Hauptbahnhof und Gelsenkirchen gesperrt werden. Auch ein Recyclinghof in Altenessen wurde zeitweise geschlossen, weil er im Sperrbereich lag.

Zwei Betreuungsstellen für die von der Evakuierung betroffenen Menschen sowie ein Bürgertelefon, auf dem mehr als 1200 Anrufe eingingen, hatte die Stadt eingerichtet - ein Rekord für Essen. Insgesamt waren etwa 750 Einsatzkräfte von Feuerwehr, unterschiedlichen Hilfsorganisationen aus ganz NRW sowie zahlreiche Essener Ordnungsamtsmitarbeiter an der Aktion beteiligt.

dpa

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