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Bilanz DLRG: Bislang weniger Badetote im Nordosten

Ein Rettungsboard der DLRG Wasserrettung steht einsatzbereit. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild
Ein Rettungsboard der DLRG Wasserrettung steht einsatzbereit. Foto
© Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild
Die Rettungsschwimmer sind seit Mai auf Posten und in Urlaubszeiten und an heißen Tagen besonders gefordert. Nachwuchs für das Ehrenamt wird immer gesucht. Eine erste Bilanz des bisherigen Sommers 2022 liegt vor.

Im Küsten- und Seenland Mecklenburg- Vorpommern sind in den bisherigen Bade- und Sommermonaten deutlich weniger Menschen ertrunken als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Für dieses Jahr meldete die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) von Januar bis Juli sechs Ertrunkene - drei von ihnen starben im Mai, drei im Juli. 2021 waren es in den ersten sieben Monaten 21 Todesfälle, wovon allein 15 auf die Monate Juni und Juli entfielen.

Im Nordosten hat die DLRG bislang an 26 Stationen rund 1500 Rettungsschwimmer eingesetzt. Die Saison beginnt an den ersten Stationen stets Anfang Mai. "Woche für Woche kommen dann weitere hinzu", sagte DLRG-Pressesprecher Martin Holzhause. Bis Ende Juli seien 15 Lebensrettungen und 32 weitere Hilfeleistungen für Personen gemeldet worden. Drei Todesfälle wurden in Seen, zwei in Flüssen und einer im Meer registriert. Bei letzterem handelte es sich um einen 28-Jährigen, der im Mai von der Seebrücke in Wustrow stürzte.

Deutschlandweit stieg die Zahl der ertrunkenen Menschen nach DLRG-Zahlen von Januar bis Juli im Vergleich zum Vorjahr um 15 auf mindestens 199. Seit Beginn der Badesaison Anfang Mai zählten die Lebensretter 136 Tote, neun mehr als im Vorjahreszeitraum. DLRG-Präsidentin Ute Vogt nannte das bereits im Mai gute Wetter, das viele Menschen zu Badeausflügen genützt hätten, als einen Grund für den Anstieg. "Dabei kam es vermehrt zu Unfällen in den noch kühlen Gewässern." Im Mai seien 30 Frauen, Männer und Kinder ertrunken. Im Mai 2021 waren es elf.

Rettungsschwimmer und -schwimmerinnen üben ein Ehrenamt aus. "Jedoch werden Fahrkosten erstattet, die Unterkunft gestellt und auch für die Verpflegung wird gesorgt. Zudem bekommt jeder Rettungsschwimmer täglich ein kleines Taschengeld", so Holzhause. Die meisten Rettungsschwimmer sind für zwei Wochen im Einsatz, manche auch deutlich länger. In der Vorsaison (Mai/Juni) seien auch kürzere Einsatzzeiträume möglich. Die ausgebildeten Rettungsschwimmer kommen laut DLRG aus ganz Deutschland.

Mit zu den häufigsten Ursachen für Notfälle zählten Selbstüberschätzung und Übermut. Die Badegäste muteten sich zu viel zu, schwimmen zu weit raus und kämen dann gegebenenfalls nicht zurück. Übermut äußere sich im Springen von Brücken oder Kopfsprüngen ins Flache oder unbekannte Wasser.

Auch die tropischen Temperaturen setzten vielen zu. "Die Hitze kann natürlich zu Sonnenstich und Hitzschlag führen, noch ehe eine Person überhaupt den Fuß ins Wasser gehalten hat. Im Wasser kann ein hoher Temperaturunterschied zwischen aufgeheiztem Körper und Umgebungstemperatur zu einem Kreislaufkollaps und auch zum Herzstillstand führen", warnte Holzhausen.

Pressemitteilung DLRG

dpa

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