Vier mutmaßliche Schleuser und 31 illegale Migranten haben Bundespolizisten zu Wochenbeginn im Grenzgebiet Mecklenburg-Vorpommerns zu Polen aufgegriffen. Die größte Gruppe umfasste 21 Afghanen, die in einem Waldstück nahe der Ortschaft Bismarck bei Linken (Landkreis Vorpommern-Greifswald) entdeckt wurden, wie ein Sprecher der Bundespolizeiinspektion Pasewalk berichtete. Die Afghanen sollen demnach nach Polen zurückgeschoben werden.
Ein 19-jähriger Ukrainer in einem Auto in der Nähe soll sechs von ihnen geschleust haben. Gegen ihn erließ das Amtsgericht Pasewalk Haftbefehl, wie es hieß. Er soll die sechs Personen mehr als 13 Stunden lang von der polnisch-litauischen Grenze durch Polen bis an die deutsche Grenze gefahren haben. „Dabei mussten zwei der Migranten die ganze Zeit im Kofferraum verbringen“, hieß es. Der Schleuser sei dann nach Deutschland weitergereist, um auf die Afghanen zu warten, sie wieder aufzunehmen und weiter zu schleusen. Das Auto mit deutschen Kennzeichen war laut Bundespolizei weder zugelassen noch versichert.
Insgesamt vier Schleuser entdeckt
Zwei weitere mutmaßliche Schleuser aus Polen und aus der Ukraine wurden den Angaben zufolge am späten Montagabend in der Nähe von fünf Afghanen und einem Pakistaner angetroffen, die kurz zuvor durch eine Streife der Bundespolizei in Gewahrsam genommen worden waren. „Sie gaben bereits bei der Kontrolle zu, dass sie Personen aufnehmen wollten.“ Die beiden wurden nach Worten des Bundespolizei-Sprechers wieder auf freien Fuß gesetzt. Die unerlaubt eingereisten Personen sollen demnach nach Polen zurückgeschoben werden.
Ein vierter mutmaßlicher Schleuser, ein 28-jähriger Iraker mit Duldung in Deutschland, soll am selben Tag drei Afghanen und einen Pakistaner transportiert haben. Er wurde den Angaben zufolge ebenfalls wieder auf freien Fuß gesetzt. Die vier Migranten wurden bereits wieder nach Polen zurückgeschoben, wie es weiter hieß. „Die Ermittlungen ergaben, dass die vier Geschleusten über die Route Afghanistan-Russland-Belarus-Lettland-Litauen-Polen-Deutschland gereist sind.“ Migranten müssen in dem Staat einen Asylantrag stellen, wo sie erstmals Boden der EU betreten haben.
Die 31 Aufgriffe an einem Tag sind der größte Fall, den die Bundespolizeiinspektion Pasewalk in diesem Jahr bisher mitgeteilt hat. Die Inspektion ist für den Abschnitt der deutsch-polnischen Grenze in Mecklenburg-Vorpommern zuständig.