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Gewalttaten Kriminologe zu Messerattacken: «selbstverstärkende Prozesse»

Der Kriminologe Thomas Bliesener sieht «selbstverstärkende Prozesse» als eine Ursache für etliche Messerangriffe in jüngster Zeit. «Am Anfang dieses Prozesses steht ein initialer Angriff, der spricht sich rum, auch über soziale Netzwerke», sagte der Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN) der «Neuen Presse».

Der Kriminologe Thomas Bliesener sieht «selbstverstärkende Prozesse» als eine Ursache für etliche Messerangriffe in jüngster Zeit. «Am Anfang dieses Prozesses steht ein initialer Angriff, der spricht sich rum, auch über soziale Netzwerke», sagte der Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN) der «Neuen Presse».

Damit rücke das Messer als Waffe ins Bewusstsein. Als Reflex steckten auch andere ein Messer ein, um sich im Notfall zu schützen. «Und dann gilt das kriminologische Gesetz: Wo Waffen sind, werden sie auch eingesetzt. Wenn es also zur Auseinandersetzung mit Gleichaltrigen kommt, wird das Messer schnell gezogen», sagte Bliesener.

Am vergangenen Wochenende hatte es zwei Messerattacken unter jungen Männern in Hannover gegeben. Auch in den Monaten zuvor waren mehrfach bei Auseinandersetzungen Messer eingesetzt worden. Dem Kriminologen zufolge handelt es sich dennoch weiterhin um Einzelfälle. «Es gibt noch keine statistisch belegte Häufung bei Messerangriffen», sagte Bliesener. Bei den Fällen vor knapp einer Woche könnte auch das Wetter eine Rolle gespielt haben: «Bei heißem Wetter sind die Leute leichter zu reizen.»

dpa

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