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Parteien in MV kämpfen bis zum Schluss um jede Wählerstimme

SPD-Fähnchen
Ein Unterstützer schwenkt bei einer Wahlkampfveranstaltung ein SPD-Fähnchen. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa
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Für die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern zeichnet sich ein klarer Sieg der SPD ab. Spannend wird es auf den Plätzen dahinter. Für manche Partei könnten wenige Stimmen entscheidend sein.

In Mecklenburg-Vorpommern werben die Parteien bis zum Schluss um jede Wählerstimme. Zwar gingen am Freitag in Rostock und Schwerin die letzten größeren Abschlusskundgebungen über die Bühne. Doch sind Spitzenpolitiker auch am Samstag noch im Land unterwegs, um für ihre Parteien die Werbetrommel zu rühren, bevor am Sonntag im Nordosten neben dem Bundestag auch ein neuer Landtag gewählt wird.

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig, die am Freitag in Warnemünde auf der Abschlusskundgebung der SPD sprach, wird nach Parteiangaben am Samstag in Schwerin und Wismar das Gespräch mit Wählern suchen. Ihre Sozialdemokraten können bei der Landtagswahl jüngsten Umfragen zufolge mit bis zu 40 Prozent und damit einem klaren Wahlsieg rechnen. Die Umfragewerte seien aber noch keine Wahlergebnisse, betonte Schwesig am Abend vor rund 100 Zuhörern und warb für eine hohe Wahlbeteiligung. Unterstützung erhielt sie von ihrer rheinland-pfälzischen Amtskollegin Malu Dreyer (SPD), die im März ihre Landtagswahl gewonnen hatte.

Die CDU verzichtete nach eigenen Angaben auf eine zentrale Wahlkampf-Abschlusskundgebung, hatte aber am Dienstag in Stralsund mit Kanzlerin Angela Merkel und CDU-Kanzlerkandidaten Armin Laschet schon Bundesprominenz aufgeboten. Landesparteichef und Landtagswahl-Spitzenkandidat Michael Sack, der wochenlang mit einem Wahlmobil durch das Land getourt war, kündigte für Samstag Haustürwahlkampf in Greifswald an. Die Christdemokraten, die mit dem Anspruch angetreten waren, Schwesig die Staatskanzlei zu entreißen, müssen den Umfragen zufolge mit einer drastischen Wahlniederlage rechnen: 13 bis 15 Prozent lauteten die letzten Umfragewerte.

In Schwerin mobilisierte die AfD am Freitagabend noch einmal ihre Anhänger. Landesparteichef Leif-Erik Holm, der für den Bundestag kandidiert, und Landtags-Spitzenkandidat Nikolaus Kramer kritisierten zum Abschluss ihres Wahlkampfes erneut die Energiepolitik und das Krisenmanagement von Bund und Land in der Corona-Pandemie. Die AfD kann laut Umfragen mit 15 bis 18 Prozent rechnen.

Die Linke hatte bei ihrer Abschlusskundgebung am Donnerstag in Stralsund unter anderem mit ihrer Forderung nach mehr Lohn- und Rentengerechtigkeit um Wählerstimmen geworben. Die Grünen appellierten am Mittwoch auf ihrer Großveranstaltung in Rostock an die Wähler, ihre Stimmen für einen besseren Klimaschutz einzusetzen. Vertreter beider Parteien wollen am Samstag im Straßenwahlkampf weiter um Unterstützung für ihre Ziele werben.

Die Nordost-FDP bietet am Samstag in Rostock zu ihrem Wahlkampfabschluss beide Spitzenkandidaten auf, Landesparteichef René Domke für den Landtag und Hagen Reinhold für den Bundestag. Laut Umfragen steht für die FDP - wie auch für die Grünen - die Rückkehr in den Schweriner Landtag noch auf der Kippe - ihre Umfragewerte lagen zuletzt zwischen 5 und 8 Prozent.

dpa

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