Anpfiff in Amerika: Nach dem Eröffnungsspiel am Donnerstag (11.) bestreitet Deutschland am Sonntag (14.) seine erste Partie der Fußball-WM. Wie schneidet die DFB-Elf beim Turnier in den USA, Mexiko und Kanada ab? Schaut man in Rheinland-Pfalz und im Saarland die Spiele überhaupt? Das hat die Deutsche Presse-Agentur gefragt. Ein Überblick.
Schnieder freut sich auf den WM-Sommer
Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Gordon Schnieder (CDU) schaut WM-Spiele am liebsten mit Freunden. „Aber auch die Atmosphäre beim Public Viewing ist eine ganz besondere“, betont er. „Dieses Gemeinschaftsgefühl, wenn Menschen zusammenkommen, gemeinsam mitfiebern und über Tore jubeln - das ist für mich WM-Sommer.“ So oder so: Zum perfekten Fußballabend gehören für ihn etwas Leckeres vom Grill und gute Gespräche.
Er drücke selbstverständlich der deutschen Mannschaft die Daumen, werde vor dem Bildschirm mitfiebern. Der 4:0-Testsieg der DFB-Elf in Mainz sei mehr als erfolgreich gewesen. „Das gibt ordentlich Rückenwind für die anstehenden Turnierwochen.“ Er traut der Mannschaft „eine starke WM“ zu. „Und ich hoffe, dass am Ende der ganz große Wurf gelingt.“
Rehlinger will WM-Spiele schauen „so oft es geht“
Saar-Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (SPD) ist schon im Fußball-WM-Fieber. Sie wolle sich die Spiele anschauen: „So oft es geht. Auf jeden Fall die deutschen Spiele“, betont sie. Am allerliebsten verfolge sie die Kicker beim Public Viewing in der Gastronomie. „Ich hoffe auf schönes Wetter!“
Ob sie dabei ein DFB-Trikot anziehen werde, hänge davon ab, welche Termine sie vorher habe. „Man sagt ja so schön: „Das Trikot schwitzt nicht von allein“, geschafft werden muss ja auch.“ Wer Weltmeister werde? „Ich will eher keinen kundigen Expertinnen-Tipp abgeben, sondern als Fan schlicht sagen: Ich hoffe auf Deutschland als Weltmeister!“
Kurt Beck: Eine WM mit Nebengeräuschen
Der frühere rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck blickt mit gemischten Gefühlen auf die WM. Zwar werde er die Spiele vermutlich verfolgen, sagte der SPD-Politiker. Allerdings störe ihn manches rund um das Turnier. Kritisch äußerte sich Beck über das Auftreten von FIFA-Präsident Gianni Infantino an der Seite von US-Präsident Donald Trump sowie über die hohen Kosten für Fans. Wenn für Stadionbesuche und Parkplätze Hunderte Dollar verlangt würden, müsse man feststellen: „Das ist alles ausgeartet.“
Sportlich hofft Beck auf einen erfolgreichen Auftritt des deutschen Teams. Deutschland habe in der Vergangenheit immer wieder bewiesen, dass es eine Turniermannschaft sei und sich im Verlauf eines Wettbewerbs steigern könne. Mindestens das Viertelfinale sollte aus seiner Sicht erreichbar sein.
Ex-Profi Auer: Das Schöne genießen - trotz allem
Auch der frühere Bundesliga-Stürmer Benjamin Auer will die WM mit großem Interesse verfolgen und der DFB-Elf die Daumen drücken. Partien der Vorrunde ohne deutsche Beteiligung werde er wegen der teils nächtlichen Anstoßzeiten aber nicht alle sehen, sagte der Pfälzer. Die Diskussionen über politische Rahmenbedingungen sollten seiner Ansicht nach nicht im Mittelpunkt stehen. Für viele Spieler sei eine WM eine einmalige Chance. Man solle sich auf das Turnier freuen und „das Schöne genießen“.
Als größte Titelkandidaten sieht Auer Frankreich und Spanien. Deutschland traut er mindestens den Einzug ins Viertelfinale zu. „Das wäre ein Erfolg.“
Kabarettist Reichow schaut im Bademantel
Kabarettist Lars Reichow aus Mainz will sich so viele WM-Partien wie möglich anschauen. Tun wird er das vermutlich angesichts der Zeitverschiebung weniger in einem DFB-Trikot und eher im Bademantel, wie er sagt. Und wem drückt er die Daumen? „Erst mal gucken, wie sich unsere Jungs schlagen. Wenn die richtig gut spielen, drück' ich nur für uns.“ Wenn Deutschland unter die letzten Vier kommt, wäre das für Reichow ein Erfolg - der Titel wäre eine Sensation. „Das würde unserem Land viel Auftrieb geben. Ich gönne es uns.“
Die Kirche glaubt an Deutschland nur so halb
Optimistisch blickt auch der Speyerer Bischof Karl-Heinz Wiesemann auf das Turnier. Wenn es die Zeit erlaube, werde er Spiele verfolgen. Als künftigen Weltmeister tippt er jedoch auf Spanien. Der deutschen Mannschaft traut er den Sprung ins Halbfinale zu. Und auch auf die Frage, ob man für das eigene Team beten oder eine Kerze aufstellen dürfe, hat der Bischof eine klare Antwort: Ja, sagt Wiesemann - vorausgesetzt, man bleibe im Herzen fair und könne am Ende dem besseren Team den Sieg gönnen.